12 Leads - The art of interpretation

  • Ich bin grade ratlos. Der Verbrauch an Material in einem ITLS Kurs (den ich alle zwei Jahre besuche) oder PHTLS Kurs (den ich lange unterrichtet habe) ist viel geringer. Ich hab keine Lust dazu die einzelnen Gegenstände aufzuzählen, dazu fülle ich grade beruflich zu viele Listen aus. ;)=O

  • Ich möchte das Thema an der Stelle ausgraben:
    Ich merke vereinzelt, das ich Probleme bei der Interpretation von EKGs habe, wenn diese nicht sehr eindeutig sind (Bsp. vorbestehende Veränderung wie SB, Schrittmacherrhythmen etc.). Gerne würde ich da Abhilfe schaffen und mich fortbilden.

    Hat jemand zwischenzeitlich den Kurs besucht und kann was dazu sagen?

    den oben erwähnten Kurs nicht aber den Grundkurs hier fand ich sehr gut.

    https://ekg.training.close2real.de Fragen werden zügig und kompetent beantwortet.

    Und auch den Klassiker für einen schmalen Taler nehme ich immer wieder gerne zur Hand.
    http://www.grundkurs-ekg.de/st…te_dateien/bestellung.htm

    Beste Grüße

  • Vielen Dank für eure ausführlichen Antworten!!

    Ich habe mit Kursen des DBRD/NEAMT schon einige Erfahrungen gemacht, war bisher immer positiv begeistert von Struktur, Instruktoren und Inhalt, konnte immer etwas mitnehmen. Wir wurden im Rahmen der Ausbildung in AMLS, ITLS, ERC-ALS und EPC geschult. So wie M1k3 den Kurs beschreibt, ist er genau das, was ich suche. Zum Theoretischen Inhalt möchte ich vor allem dann auch Handlungssicherheit gewinnen. Ich werde den Kurs vermutlich im Dezember besuchen und berichte euch gerne, wie es war. Bezüglich der Kosten kann ich mich glücklich schätzen, ein Stipendium der Stiftung Begabtenförderung zu haben.


    Der Onlinekurs von lifepak spricht mich auch an, den werde ich wahrscheinlich jetzt schon zeitnah absolvieren, um das ganze nochmal ins Gedächtnis zu rufen.


    Vielen lieben Dank euch!

  • Ich bin grade ratlos. Der Verbrauch an Material in einem ITLS Kurs (den ich alle zwei Jahre besuche) oder PHTLS Kurs (den ich lange unterrichtet habe) ist viel geringer. Ich hab keine Lust dazu die einzelnen Gegenstände aufzuzählen, dazu fülle ich grade beruflich zu viele Listen aus. ;)=O

    Ok, dann mal so:


    Für einen EKG - Kurs brauche ich Puppen und Isimulates. Fertig.


    Für einen Trauma - Kurs brauche ich Puppen, Verbrauchsmaterial, Kunstblut, Schaufeltragen, Vakuummatratzen, Spine boards, Tourniquets,...


    Das klingt jetzt natürlich sehr provokant, was ich aber wirklich nicht damit meine! Du weißt, dass ich solche Kurse skeptisch sehe, in der Vergangenheit hast du mit aber versucht meine Skepsis zu relativieren. Ich scheine nur auch hier eine vollkommen falsche Vorstellung von diesem Kurs zu haben und versuche hier meine Skepsis mit Objektivität zu begegnen, daher die Frage.

  • Ok, dann mal so:


    Für einen EKG - Kurs brauche ich Puppen und Isimulates. Fertig.


    Dann muss ich davon ausgehen, dass du nichts davon gelesen hast was ich geschrieben habe, und auch weder den Flyer gelesen, noch dir die paar Bilder angeguckt hast zum Kurs.


    Echte Devise (aktuell C3, aber denkbar wären auch andere Geräte), Mimen, doppelte Verkabelung, EKG Drucker-Papier, Ampullen, Spritzen, iv Zugänge, Infusionen, Druckluft statt Sauerstoff, etc etc. Es werden in der Praxis echte Fallbeispiele mit komplettem Verbrauch durchgespielt. Dadurch ist die Zeitachse realistisch, und man lernt die EKG Interpretation in ein Fallbeispiel zu integrieren, und die Entscheidungsfindung nicht nur vom EKG sondern eben auch von der Klinik des Patienten abhängig zu machen. Es ist die Verknüpfung aus EKG lesen und Praxis machen, die sonst häufig fehlt.


    Ich kann mich nur wiederholen, der Aufwand ist enorm hoch. Ganz zu schweigen von der Vorarbeit die in der Erschaffung des Kurses von einem Menschen geleistet wurde, der das (wirklich gute) Kursbuch geschrieben hat, und sämtliche EKGs gesammelt, laminiert, gedruckt, usw. hat...

  • Nachdem ich mich anfänglich ja durchaus skeptisch (und im Ton auch nicht immer angemessen) zu dem Kurs geäußert habe, hätte ich nun nicht übel Lust, mir das ganze doch mal anzuschauen.

    Allerdings schreckt mich nach wie vor der Preis ab. Als Familienvater mit zwei kleinen Buben und Hauskredit an der Backe kann man 700 Schleifen für nen EKG-Kurs kaum rechtfertigen.

  • Ich sage seit Jahren, dass solche Kurse vom AG bezahlt gehören, weil sie zu teuer für Einzelne sind.


    (oder die Ausbildung wird so gut, dass die Kurse sich erübrigen!)

  • Durch die örtlichen SOP wiederholt sich (hier) die Fortbildung inhaltlich jedes Jahr. Im gewissen Maße okay, anderseits auch recht langweilig (ständige Wiederholung der Standard-SOP). Vor allem auch dann, wenn für den Rest der 30 Stunden nur noch betreutes Vorlesen zur Auswahl steht. Plattformen wie Now-to-go, das Forum Notfallmedizin an der MHH oder ähnliche (örtliche) Veranstaltungen, sind zwar nett (und oft auch informativ), aber man muss dort nur die Zeit absitzen, um eine Bescheinigung zu bekommen.


    Ich nutze noch Smedex (und mag es), ursprünglich nur privat, seit Corona auch dienstlich einige wenige gestellte Fortbildungsstunden. Da muss man aufpassen und einen Test am Ende absolvieren, um die Bescheinigung zu bekommen. Betreutes Vorlesen reicht da nicht. Problem: Geht nur in meiner Freizeit. Und hier auch noch (die oft viel zu wenige) Freizeit zu nutzen fordert auch noch eine Überwindung des inneren Schweinehundes. Frech wird es dann auch, wenn man zwar 30 Stunden Fortbildung pro Jahr erbringen muss, davon jedoch nur 16 oder maximal 24 Stunden bezahlt bekommt. Der Rest muss so erbracht werden. Nö, denken da bereits viele. Kontrolliert (bisher) auch niemand. Interessiert (vermutlich) auch niemanden (Dienststellen neutral; betrifft mehrere Arbeitgeber). Früher habe ich oft auch 70 oder 80 Stunden pro Jahr abgeleistet. Dank oder Lob gab es dafür nicht (wo wir wieder beim Führungsstil von Vorgesetzten wären). Also: Nöö...


    EPLS, AMLS und PHTLS waren in der Tat die besten Fortbildungen, die ich bisher besuchen konnte. Und ja, man muss dafür auch was tun. Aber dadurch ist eine Menge hängen geblieben, wie ich finde. Und ja, ich würde mir auch wünschen, dass die Arbeitgeber solche Kurse anbieten (vielleicht gibt es ja auch mal einen Dispatch Life Support Kurs auf dem Niveau). Solange jedoch der Gesetzgeber dieses in seinen LRettD (oder in seinen Durchführungsverordnungen) oder der Rettungsdienstträger (der Kreis oder die kreisfreie Stadt) dieses in seinen Ausschreibungsbedingungen (Aus- & Fortbildung, QM) nicht einfordert, werden auch die Leistungserbringer kaum eine Chance haben dieses den Kostenträgern zu verkaufen.

  • Das finde ich bei meinem AG so Toll: AMLS, ITLS, ERC-ALS und EPC werden in der Ausbildung geschult, Kosten für die Rezertifizierung werden dann fortlaufend übernommen.

    bei uns ist es ähnlich. Ein Teil der Buchstabenkurse werden während der Ausbildung in der Schule besucht, danach können sämtliche Buchstabenkurse (ACLS, AMLS, PHTLS, PALS, EPC, TECC, GEMS, etc.) entweder als Provider oder Refresher absolviert werden. Ausserdem stehen Pharmakologie-, Toxikologie- oder EKG-, sowie Führungs- und Grossereignis-Lehrgänge und Fahrsicherheitstrainings zur freien Auswahl, wobei sämtliche Kurse/Fortbildungen komplett vom Arbeitgeber übernommen werden und der Mitarbeiter sich frei seine Kurse auswählen kann.