„Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft im Rettungsdienst“ gegründet

  • Nach einem anstrengenden, aber erfolgreichen Tag möchten wir Euch kurz darüber informieren was und wer wir sind.


    Wir sind eine Gruppe überzeugter Rettungsdienstler mit akademischem Hintergrund, welche sich für die Förderung der Wissenschaft im Rettungsdienst einsetzen. Nach einer längeren Zeit von Ideenaustausch und Diskussionen haben wir uns entschlossen eine Gesellschaft mit eben jenem Ziel zu gründen. Diese Gründung fand gestern in den Räumlichkeiten des DRK-Bildungszentrum Düsseldorf statt.


    Diese Gründungsphase ist abgeschlossen, sobald der Verein eingetragen und die Gemeinnützigkeit anerkannt ist. Darauf wird die Netzwerkphase folgen. Hier werden wir uns bei Personen und Institutionen vorstellen, die sich bereits um Wissenschaft im Rettungsdienst verdient gemacht haben. Vorrangiges Ziel dabei ist es ein tragfähiges Netzwerk aus unserer Gesellschaft, einzelnen Personen und relevanten Einrichtungen zu entwickeln, um gemeinsam unsere Ziele nach vorne treiben zu können. Wir freuen uns natürlich auch über Personen und Organisationen, die auf uns zukommen. Im Anschluss werden wir mit Inhalten und Projekten starten, die diese Ziele konkret unterstützen.


    Gestern wurden in den Vorstand der Gesellschaft gewählt: Thomas Hofmann (erster Vorsitzender), Florian Breitenbach (zweiter Vorsitzender), Matthias Wenzel (Kassierer), Oliver A. Blankenheim (Beisitzer) und Matthias Rehers (Beisitzer).


    Im Laufe der kommenden Woche wird unsere Homepage online gehen. Dort findet ihr dann weitere Informationen zu uns, unseren Zielen und zum Vorstand sowie die Möglichkeit Mitglied zu werden und aktiv bei uns mitzuwirken.

    Ich habe einen ganz einfachen Geschmack - ich bin stets mit dem Besten zufrieden.
    Oscar Wilde, irischer Schriftsteller, 1854 - 1900


    Ich prüfe jedes Angebot. Es könnte das Angebot meines Lebens sein.
    Henry Ford 1863 - 1947

  • Vllt gibt es ja schon ein paar Vorabinfos für Neugierige. Was ist der Unterschied zu den schon div. Fachgesellschaften in der Notfallmedizin, die sich ja alle um Wissenschaft und die Weiterentwicklung, sowie Implementierung und Umsetzung von evidenzbasierten Leitlinien bemühen? Selbst der DBRD als Berufsverband hat sich selbiges ja auf die Fahne geschrieben. Vllt bin ich auch einfach etwas ermüdet von den vielen Gesellschaften und Netzwerken, die momentan aus dem Boden sprießen, aber es ist eine ernst gemeinte und interessierte Frage - überzeugt mich!

  • Ich habe einen ganz einfachen Geschmack - ich bin stets mit dem Besten zufrieden.
    Oscar Wilde, irischer Schriftsteller, 1854 - 1900


    Ich prüfe jedes Angebot. Es könnte das Angebot meines Lebens sein.
    Henry Ford 1863 - 1947

  • Hallo VK Retter, Maverick83, und alle anderen Forenmitglieder,


    Entschuldigt dass wir jetzt erst antworten, es war sehr viel los. Und auch ein Danke muss ich loswerden: Danke, dass du die Frage gestellt hast. Danke, dass du Interesse an dem Thema hast, und uns damit auch anspornst, gute Arbeit zu leisten. Wir wollen dich, und alle anderen Kollegen und Interessierten kontinuierlich mit Worten und Taten überzeugen; wir sind Rettungsdienstler die für alle im Rettungsdienst Inhalte kreieren sowie Unterstützung anbieten wollen. Wir wollen uns nicht vornehmlich berufspolitisch orientieren, sondern neutral die Wissenschaft in der Vordergrund stellen. Viele Neuigkeiten werden auf den Neuen Medien geteilt - wir werden allerdings traditionelle Kommunikationswege nicht vernachlässigen. Für weitere Details verweise ich erstmal auf unseren längeren Facebook Posts. Feed


    „Die Idee hinter der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft im Rettungsdienst: Wie viele Ideen, ist auch die Gründung unseres Vereins lange gereift. Um unsere Ziele und Intentionen besser verstehen zu können, wollen wir sie etwas näher beleuchten. Die drei ursprünglichen Ideengeber haben sich, wie so oft im Leben, durch Zufall kennengelernt. Sie alle waren und sind im Rettungsdienst aktiv, haben aber, bedingt durch ihre Vorbildung als Bildungswissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler sowie als Student der Medizin, einen anderen Blickwinkel auf das "System Rettungsdienst". Was mit einem zufälligen Kennenlernen begann, entwickelte sich bald zu einer lebhaften Diskussionsrunde mit einem regen Austausch zu den verschiedensten Fragestellungen. So ging es mal um altbekannte Fragen, mal um interessante Publikationen oder mögliche Lösungsansätze aus anderen Bereichen. Durch ein lockeres Anwachsen des ursprünglichen Kreises wurden diese Diskussionen vielschichtiger und tiefgründiger. Schließlich kam die Frage auf, ob es nicht zielführend wäre, die vielen Kollegen des Rettungsdienstes an solchen Diskussionen partizipieren zu lassen.
    Die Geschwindigkeit der Veränderungen des Rettungsdienstes ist in den vergangenen Jahren rapide gestiegen. Aus einer reinen Transportleistung ist mittlerweile eine Dienstleistung mit großem Spektrum und Breite geworden: Angefangen bei der Ausbildung, über die Durchführung, bis hin zur Weiterbildung.
    Gleichzeitig ist es zunehmend schwieriger in die verzweigten Aspekte Einblick zu gewinnen. Personalgewinnung, -planung und -management sind betriebswirtschaftlicher Natur, die Therapie des Patienten ist medizinisch geprägt, unsere kompetenzorientierende Wissensvermittlung entstammt der Bildungswissenschaft. Dies sind sicherlich die Kernbereiche moderner rettungsdienstlicher Versorgung, aber bei weitem nicht alle. Sich durch den Dschungel der Erkenntnis zu kämpfen, ist für viele Interessierte jedoch nicht leicht und für einige vielleicht sogar abschreckend.
    Dies wird leider dadurch verstärkt, dass Erkenntnisse und Publikationen häufig nicht konkret auf den Rettungsdienst ausgelegt sind. Zu einem Berufsstand gehört aber auch eine eigene Wissensbasis - welche zu erweitern und zu verbreiten ist. Genau an diesem Punkt setzen die Intention und die Hauptziele der GzFWR an:
    Für Interessierte soll eine Plattform des Austausches, des Erkenntnisgewinns und der Möglichkeit zur zielgerichteten Suche geschaffen werden. Letztlich mit dem Ziel, den Rettungsdienst weiterzuentwickeln.
    Das alles klingt abstrakt, daher ein Beispiel:
    ABCDE – dies ist nicht nur der Beginn des Alphabets, sondern auch eine Methodik, Patienten effizient zu untersuchen. Obwohl mittlerweile einhellige Schul- und Lehrmeinung sowie in Prüfungen regelmäßig abgefragt, besteht bei Vielen mit denen wir gesprochen haben das Gefühl, dass das ABCDE auf der Straße nicht so häufig durchgeführt wird. Somit stellt sich die Frage, wie man dem begegnen kann und ob unsere derzeitigen Strategien die richtigen sind auch. Oder ganz kontrovers gefragt: “Ist ABCDE ein theoretisches Modell, dass für die Straße ungeeignet ist und nicht ausreichend evaluiert ist? Genau hier setzt systematische, wissenschaftliche Arbeit an. Gewiss gibt es dazu bereits gute und tolle Ansätze, das Rad muss nicht immer neu erfunden werden, aber diese auch zu finden zu katalogisieren und zu diskutieren, ist die wahre Kunst.
    Es ist in unserem Interesse solche Fragestellungen zu sammeln, zu beleuchten und bekannt zu machen. Hierfür bedarf es aber der Mitarbeit derjenigen, die es betrifft genauso wie jener, die sich mit solchen Fragestellungen auseinandersetzen.
    Diese Herangehensweise ist eventuell unüblich oder ungewöhnlich, aber unserer Meinung nach die richtige. Daher sind wir jetzt, nach der Gründung, auf der Suche nach Partnern für derlei Projekte. Wir sind ebenso dankbar und froh über jede*n, die oder der mitarbeiten möchte oder unsere Idee teilt, genauso sehr wie über jede*n, die oder der an einer Diskussion über die Sinnhaftigkeit oder die Durchführbarkeit unseres Vorhabens interessiert ist.


    Bis unsere Homepage erstellt ist, werden wir weiterhin über die bekannten Kanäle informieren und freuen uns über jeden Beitrag!“


    Und


    „Um wissenschaftliches Denken und Handeln im Rettungsdienst zu fördern, sind konkrete Projekte notwendig. Wir haben uns dabei das Ziel gesetzt, sowohl akademisierte als auch nicht-akademisierte Rettungsdienstler anzusprechen. Um dies zu realisieren, möchten wir mittelfristig ein breites Portfolio an Projekten durchführen.
    Grade zu Anfang möchten wir uns auf zeitnah realisierbare Dinge mit praktischem Nutzen konzentrieren. So ist ein Podcast angedacht, der als Ergänzung zu den bisher bestehenden notfallmedizinischen Angeboten nochmal explizit die verschiedenen Aspekte rettungsdienstlicher Arbeit beleuchten soll. Auch haben wir vor, Fortbildungen für unsere Mitglieder anzubieten. Etwa zur Literaturrecherche, zum Umgang mit Leitlinien oder zu den Grundlagen einer wissenschaftsbasierten Denkweise. Daneben sind Zusammenkünfte und Kamingespräche geplant. Hier können Akademiker und Nicht-Akademiker zusammenkommen, sich unterhalten und sich über relevante Fragen der verschiedenen Bezugswissenschaften austauschen.


    An Themen mangelt es dabei nicht. Neben den eher klassischen Rettungsdienstthemen, wie der Umsetzbarkeit von Algorithmen oder dem Verständnis von Leitlinienaussagen, gibt es auch zahlreiche Fragestellungen, die bisher noch wenig öffentliche Beachtung gefunden haben. So etwa der gelungene Theorie-Praxis-Transfer in der täglichen Arbeit oder eine Dienstplangestaltung, die Evidenzen aus der Arbeits- und Schlafmedizin mit einbezieht und gleichzeitig den Wüschen und Bedürfnissen der Arbeitnehmer entgegenkommt.
    Welche Themen und Wünsche habt ihr? Was sollten wir als GzFWR angehen, um Wissenschaft und die alltägliche Arbeit auf der Straße näher zusammenzubringen?“

  • Das mag jetzt an mir und meinem Verständnis liegen, aber was daran ist neu oder innovativ? Warum braucht es dafür eine neue Organisationsform, anstatt sich in bestehenden Fachgesellschaften zu beteiligen/engagieren und die dort bereits bestehenden Kontakte, Expertisen udn Strukturen zu nutzen?

  • Ich fürchte, ich habe wie VK-Retter immer noch Schwierigkeiten, mit vorzustellen, worum es in dieser Gesellschaft gehen soll. Für mich klingt das alles ausgesprochen vage - daher bemühe mich einmal, zu dem Vorstellungstext konkrete Verständnisfragen zu stellen - vielleicht hilft das meinem Verständnis. :)


    Was mit einem zufälligen Kennenlernen begann, entwickelte sich bald zu einer lebhaften Diskussionsrunde mit einem regen Austausch zu den verschiedensten Fragestellungen. So ging es mal um altbekannte Fragen, mal um interessante Publikationen oder mögliche Lösungsansätze aus anderen Bereichen. Durch ein lockeres Anwachsen des ursprünglichen Kreises wurden diese Diskussionen vielschichtiger und tiefgründiger. Schließlich kam die Frage auf, ob es nicht zielführend wäre, die vielen Kollegen des Rettungsdienstes an solchen Diskussionen partizipieren zu lassen.


    Lebhafte Diskussionen führen wir ja auch hier (oder auf einem Usertreffen, oder am Stammtisch); das hat nicht notwendig etwas mit Wissenschaft oder der Förderung der Wissenschaft zu tun.


    Sich durch den Dschungel der Erkenntnis zu kämpfen, ist für viele Interessierte jedoch nicht leicht und für einige vielleicht sogar abschreckend.
    Dies wird leider dadurch verstärkt, dass Erkenntnisse und Publikationen häufig nicht konkret auf den Rettungsdienst ausgelegt sind. Zu einem Berufsstand gehört aber auch eine eigene Wissensbasis - welche zu erweitern und zu verbreiten ist. Genau an diesem Punkt setzen die Intention und die Hauptziele der GzFWR an:
    Für Interessierte soll eine Plattform des Austausches, des Erkenntnisgewinns und der Möglichkeit zur zielgerichteten Suche geschaffen werden. Letztlich mit dem Ziel, den Rettungsdienst weiterzuentwickeln.


    Wenn ich das richtig verstehe, soll nicht selbst wissenschaftlich gearbeitet werden, sondern vorhandene wissenschaftliche Erkenntnisse gesammelt und aufbereitet - für eine zielgerichtete Suche mit dem Ziel des Gewinns neuer Erkenntnisse - und diskutiert werden? Also geht es um den Aufbau einer durchsuchbaren Datenbank mit Forum?


    Oder ganz kontrovers gefragt: “Ist ABCDE ein theoretisches Modell, dass für die Straße ungeeignet ist und nicht ausreichend evaluiert ist? Genau hier setzt systematische, wissenschaftliche Arbeit an. Gewiss gibt es dazu bereits gute und tolle Ansätze, das Rad muss nicht immer neu erfunden werden, aber diese auch zu finden zu katalogisieren und zu diskutieren, ist die wahre Kunst.


    Wie soll denn diese Beispielfrage beantwortet werden? Durch eigene wissenschaftliche Arbeiten? Durch die Finanzierung solcher wissenschaftlicher Arbeiten? Durch das Finden von Studien und deren Erfassung in einer Datenbank?


    Es ist in unserem Interesse solche Fragestellungen zu sammeln, zu beleuchten und bekannt zu machen. Hierfür bedarf es aber der Mitarbeit derjenigen, die es betrifft genauso wie jener, die sich mit solchen Fragestellungen auseinandersetzen.
    Diese Herangehensweise ist eventuell unüblich oder ungewöhnlich, aber unserer Meinung nach die richtige.


    Geht es um die Sammlung von Fragestellungen oder auch deren Beantwortung (oder das Sammeln von Antworten, oder ...)?


    Daher sind wir jetzt, nach der Gründung, auf der Suche nach Partnern für derlei Projekte. Wir sind ebenso dankbar und froh über jede*n, die oder der mitarbeiten möchte oder unsere Idee teilt, genauso sehr wie über jede*n, die oder der an einer Diskussion über die Sinnhaftigkeit oder die Durchführbarkeit unseres Vorhabens interessiert ist.


    Mitarbeiten und diskutieren dürfen alle ("jede*n, die oder der"), aber als Partner werden ausdrücklich nur Männer gesucht? Warum das?


    „Um wissenschaftliches Denken und Handeln im Rettungsdienst zu fördern, sind konkrete Projekte notwendig. Wir haben uns dabei das Ziel gesetzt, sowohl akademisierte als auch nicht-akademisierte Rettungsdienstler anzusprechen. Um dies zu realisieren, möchten wir mittelfristig ein breites Portfolio an Projekten durchführen.
    Grade zu Anfang möchten wir uns auf zeitnah realisierbare Dinge mit praktischem Nutzen konzentrieren. So ist ein Podcast angedacht, der als Ergänzung zu den bisher bestehenden notfallmedizinischen Angeboten nochmal explizit die verschiedenen Aspekte rettungsdienstlicher Arbeit beleuchten soll. Auch haben wir vor, Fortbildungen für unsere Mitglieder anzubieten. Etwa zur Literaturrecherche, zum Umgang mit Leitlinien oder zu den Grundlagen einer wissenschaftsbasierten Denkweise. Daneben sind Zusammenkünfte und Kamingespräche geplant. Hier können Akademiker und Nicht-Akademiker zusammenkommen, sich unterhalten und sich über relevante Fragen der verschiedenen Bezugswissenschaften austauschen.


    Ah! - Das ist dann doch mal konkret: Podcast, Fortbildungen zu Meta-Themen ("Schlüsselqualifikationen") und Treffen. - Danke!

  • Ah! - Das ist dann doch mal konkret: Podcast, Fortbildungen zu Meta-Themen ("Schlüsselqualifikationen") und Treffen. - Danke!

    Alles in allem verstehe ich die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft im Rettungsdienst jetzt mehr als Verbreiter oder Vermittler wissenschaftlichen Arbeitens, als (wie ich ursprünglich dachte) als Think-Tank.


    Grundlegende Methodiken werden aktuell bereits in den guten Praxisanleiter-Lehrgängen vermittelt. Dazu hat nicht jede/r Zugang, deswegen finde ich die Arbeit des Vereins eine gute Sache.
    Für Forschung und Entwicklung im Rettungsdienst gibt es bereits einige institutionelle und private Plattformen, zum Beispiel das HealthCareLab und Das Twankenhaus. Diese erfahren jedoch aktuell von offizieller Seite wenig Unterstützung bei der Erarbeitung und vor allem auch bei der Umsetzung von Forschungsergebnissen. Es geht dabei sowohl um Vorbehalte (etwa, Forschung im Rettungsdienst funktioniere nicht, weil für diese Patientenschädigungen in Kauf genommen werden müssten) als auch darum, dass ausgearbeitete Lösungsansätze zu den großen Schwachstellen in unserer Gesundheitsversorgung bei den entscheidungsbefugten Stellen wenig Beachtung finden. Genau hier könnte ich mir einen sinnvollen Ansatz dieser Gesellschaft vorstellen: Vorurteilen entgenzutreten und Barrieren abzubauen.

  • Gruß in die Runde!


    Vielen Dank für die weitere Diskussionsbeiträge, wir waren fleissig im Hintergrund am werkeln.


    Seit gestern ist unsere Homepage live: https://www.gzfwr.org/


    Ich hoffe, die Seite gefällt euch, und beantwortet noch ausstehende Fragen. Feedback via Forum, email oder Facebook sehen wir gerne!

  • Eine Gesellschaft die dem Zweck dient die rettungsdienstliche Wissenschaft nicht allein Ärzten zu überlassen?


    Dennoch muss natürlich explizit betont werden das alle Tätigen ganz dolle akademisiert und überhaupt ganz toll international im RD tätig sind. Und niemals jmd. aus dem gemeinen „Fahrpöbel“ einen Platz im Vorstand finden wird. Man will ja auf Augenhöhe sein.


    Kann man machen...

  • Das mag jetzt an mir und meinem Verständnis liegen, aber was daran ist neu oder innovativ? Warum braucht es dafür eine neue Organisationsform, anstatt sich in bestehenden Fachgesellschaften zu beteiligen/engagieren und die dort bereits bestehenden Kontakte, Expertisen udn Strukturen zu nutzen?


    Als Hobbymusiker darf ich hierzu eine Anekdote zum Thema Mitarbeit beisteuern:
    Es gab immer Leute, die die 1. Stimme samt Solo-Einlage spielen wollten. Leider geht das nicht immer, denn irgendwer muss auch die 2.Stimme spielen.
    Von den Solisten ganz zu schweigen...
    Konsequenz eines zukünftigen Solisten: Man gründet sein eigenes Orchester.



    Bei den ganzen Alphatieren der gängigen Fachgesellschaften ist eine Mitarbeit daher eher schwierig möglich und ich verstehe den Wunsch der Akteure.

  • Eine Gesellschaft die dem Zweck dient die rettungsdienstliche Wissenschaft nicht allein Ärzten zu überlassen?

    Was ist so schlimm daran, dass auch andere wissenschaftliche Bereiche am und im Rettungsdienst forschen wollen (und auch sollten)? Es gibt ausser der Medizin auch noch andere Dinge im Rettungsdienst, bei der sich Forschung lohnt und auch notwendig ist. Und wenn es um soziologische, demografische, technische oder andere wissenschaftliche Bereiche geht (u.a. auch die Pädagogik), ist der Arzt bzw. Mediziner eben vielleicht nicht der richtige Ansprechpartner in der Forschung, wenn es um die Verbesserung von Gefahrenabwehrplanungen in den Behören, einem besseren Arbeits- und Gesundheitsschutz aus technischer Sicht, einer besseren Unterrichtsgestaltung, usw., geht. Da wären dann Ingenieure, Pädagogen oder andere wissenschaftliche Mitarbeiter aus den entsprechenden Bereichen sicher sinnvoller.


    Dennoch muss natürlich explizit betont werden das alle Tätigen ganz dolle akademisiert und überhaupt ganz toll international im RD tätig sind. Und niemals jmd. aus dem gemeinen ?Fahrpöbel? einen Platz im Vorstand finden wird. Man will ja auf Augenhöhe sein.

    Sie haben auch ganz konkret solche Kollegen angesprochen, die eben nicht über einen akademischen Abschluss verfügen, jedoch trotzdem Interesse an einer Mitarbeit (oder einer Weiterentwicklung im Rettungsdienst) haben. Ein gewisser Wissensstand (sowie auch Erfahrung) ist sicher nicht verkehrt, wenn man da mit mischen will. Irgendwie ist dieser Teil Deines Beitrages auch etwas unsachlich, wie ich finde.


    Edit: Ich habe die Webseite und auch die Bedingungen der Mitgliedschaft gesehen. Auch ich habe (noch) keinen akademischen Abschluss. Angegriffen oder beleidigt fühle ich mich deswegen nicht. Ich glaube auch das ich ein cooler Chef einer großen Berufsfeuerwehr wäre. Aber ohne das notwendige Studium und die Ausbildung im höheren Dienst wird mir dieser Weg immer versperrt bleiben. Das ist nun mal so.

  • Dennoch muss natürlich explizit betont werden das alle Tätigen ganz dolle akademisiert und überhaupt ganz toll international im RD tätig sind. Und niemals jmd. aus dem gemeinen ?Fahrpöbel? einen Platz im Vorstand finden wird. Man will ja auf Augenhöhe sein.


    Kann man machen...

    Sie haben auch ganz konkret solche Kollegen angesprochen, die eben nicht über einen akademischen Abschluss verfügen, jedoch trotzdem Interesse an einer Mitarbeit (oder einer Weiterentwicklung im Rettungsdienst) haben. Ein gewisser Wissensstand (sowie auch Erfahrung) ist sicher nicht verkehrt, wenn man da mit mischen will. Irgendwie ist dieser Teil Deines Beitrages auch etwas unsachlich, wie ich finde.

    Ich habe die Webseite und auch die Bedingungen der Mitgliedschaft gesehen. Auch ich habe (noch) keinen akademischen Abschluss. Angegriffen oder beleidigt fühle ich mich deswegen nicht. Ich glaube auch das ich ein cooler Chef einer großen Berufsfeuerwehr wäre. Aber ohne das notwendige Studium und die Ausbildung im höheren Dienst wird mir dieser Weg immer versperrt bleiben. Das ist nun mal so.


    Was ich an den Mitgliedschaftsstufen nicht nachvollziehen kann, ist wieso Studierende in der GzFWR lediglich "assoziierte" Mitglieder werden können.
    Wenn jemand mit rettungsdienstlichem Hintergrund einen Hochschulabschluss erreicht hat, tritt in der Regel die wissenschaftliche Tätigkeit wieder in den Hintergrund und es werden Führungsämter oder Stellen in der Rettungsdienstausbildung angetreten.
    Ich wage sogar zu behaupten, ein Großteil der wissenschaftlichen Tätigkeit von Rettungsfachpersonal spielt sich aktuell während des Studiums ab, nicht danach. Natürlich wäre es schön, wenn dies anders wäre. Ich verstehe die Ziele der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft im Rettungsdienst so, dass diese genau hier ansetzen möchte.


    Degradiert man nun allerdings alle Fachkräfte ohne abgeschlossenes Studium pauschal zu Mitgliedern zweiter Klasse, besteht die Gefahr, dass einige sehr schlaue Köpfe deswegen nicht zur Mitarbeit in der GzFWR bereit sind. Stattdessen könnte es passieren, dass der Verein zu einer Plattform der Selbstdarstellung von Akademikern verkommt. Das fände ich persönlich sehr schade, denn das Anliegen der GzFWR ist absolut unterstützenswert!


    Vielleicht ist es sinnvoll, eine studentische Mitgliedschaft einzuführen. So wäre sogar ein studentischer Beirat oder eine Arbeitsgruppe denkbar, über welche sich rettungsdienstlich Studierende vereinigen und austauschen können. Alternativ wäre es auch möglich, eine (jährlich eingereichte) Studienbescheinigung als Voraussetzung für die Vollmitgliedschaft zu akzeptieren.

  • Hallo Bodensee,


    Degradieren wollen wir definitiv niemanden, auch nicht indirekt durch unserer Mietgliedschatsstrukturen. Diese wollen wir bewusst schlank halten - die einzigen zwei Unterschiede sind einmal die Kosten (12€ weniger im Jahr für Assoziierte) und dass man nicht in den Vorstand gewählt werden kann.


    Natürlich werden wir punktuell die Mitgliedsstrukturen re-evaluieren, möglicherweise wird es in Zukunft einen eigenen Strang für Student*Innen geben.

  • Ich möchte dazu auch ein persönliches Beispiel bringen:


    Als ich noch in NRW wohnte, war ich Mitglied der AGNNW und in der Arbeitsgruppe „Forschung und Praxis“ zusätzlich engagiert
    Dort waren wir 3 Rettungsassistenten, die sich eingebracht haben

    Ich habe einen ganz einfachen Geschmack - ich bin stets mit dem Besten zufrieden.
    Oscar Wilde, irischer Schriftsteller, 1854 - 1900


    Ich prüfe jedes Angebot. Es könnte das Angebot meines Lebens sein.
    Henry Ford 1863 - 1947

  • Stattdessen könnte es passieren, dass der Verein zu einer Plattform der Selbstdarstellung von Akademikern verkommt.


    Übrigens ein Grund warum ich mich mittlerweile gegen so manche Mitgliedschaft sträube... :pfeif:

  • Inzwischen sind zwei Jahre vergangen, die GzFWR hat einige sehr interessante Projekte in's Rollen gebracht und hat sich heute offiziell zu "Deutsche Gesellschaft für Rettungswissenschaften e.V. (DGRe)" umbenannt, um ihr Selbstverständnis als Fachgesellschaft in den Vordergrund zu stellen: https://www.dgre.org/

    Auf die weitere Entwicklung der DGRe bin ich schon sehr gespannt!