Köln baut den Rettungsdienst um! (SK-Verlag)

  • Etwas detaillierter:


    wir wissen alle, 100% Sicherheit gibt es nicht. ABer eben genau richtig ist doch, dass die Behörde dann den "Fehler" verantwortet, und das nicht den Disponenten ausbaden lässt. Die Arbeitnehmer wissen, wenn sie gemäß SNAP arbeiten, dann sind sie "in Sicherheit" (soweit dies möglich ist).

    Harris NRÜ : wie findest du das als Disponent?

    Zum Thema Leitstelle finde ich mittlerweile alles doof. ;) Spaß beiseite. Allerdings habe ich mit (der) Leitstelle innerlich schon abgeschlossen.


    Richtig, 100% Sicherheit gibt es nicht. Grundsätzlich finde ich es gut, dass der Disponent ohne Ärger aus der Sache raus kommt, wenn er denn alles korrekt abgearbeitet hat (also sprich nach Protokoll, nach Standard). Daher sind standardisierte Abfragen (und Protokolle) per se gut. Meine Erfahrung sagt mir dazu, dass gerade der Eindruck des Anrufers, egal wie "gut" man ihn anleitet, häufig immer noch zu unterschiedlichen Interpretationen von Dingen / Situationen kommt. Drei Anrufer zu einem Einsatz führen trotz Standard immer noch nicht selten zu drei (etwas) unterschiedlichen Meldebildern. Daher: Wenn eine Einsatzsituation sich vor Ort schlimmer darstellt als zunächst mittels (korrekt und gewissenhaft angewendeten) Standardprotokoll ermittelt, dann sollte (und darf) man ihm daraus keinen Strick knüpfen, wie ich finde. Vor allem darf man niemals vergessen, dass egal wie gut der Disponent ausgebildet ist (in den meisten Bundesländern ist diese derzeit ein Witz), er ist trotzdem (meistens) von einem medizinischen Laien vor Ort bzw. am Telefon abhängig. Und da hilft manchmal die größte Liebesmühe nicht, um aus Sch... Gold zu machen.


    War aber die Berliner Nummer nicht auch vor Ort schief gegangen. Fehlende Ausrüstung auf dem RTW, usw.? Mir war so...

  • Ich habe keine Ahnung wo du diese Infos her nimmst, aber selbstverständlich gibt es in Köln auch KTW und auf diese hat die Leitstelle auch Zugriff und kann sie disponieren.

    Ja, auf genau einen: den PyschKTW. Alle anderen KTW sind privatrechtlich unterwegs und disponieren sich selbst. Die BF gibt aber durchweg Aufträge ab, die sie über die 112 bekommen und als KTP klassifizieren.

  • Der Krankentransport ist nicht von der ILS geführt und damit ausserhalb deren Einfluss und Disposition.
    Und in jedem Bereich wo das so ist (Berlin, Köln, Hamburg, et cetera) sehen wir dieses Problem das RTW zu jedem noch so niedrigprioren Müll geschickt werden weil man keine KTW hat und man keine Krankentransporte abgeben kann. Und jetzt wird ein ILS-geführter (N-)KTW als Riesen Innovation verkauft.

    Kennst du die Historie, wieso es in Köln so ist, wie es ist? Nein? Dann kleiner Exkurs:

    Bis 2003 war der KTP zu einem über die BF organisiert. Die HiOrgs besetzten im Auftrag der BF BF-eigene Fahrzeuge. Dazu kamen pro FuRW noch ein von der BF selbst besetzter KTW. Daneben haben drei Kölner Unternehmen auf privatrechtlicher Basis KTPs durchgeführt. ~2003 kam es dazu, dass die BF aufgrund einer Erhöhung der Kostenpausche für die internen Fahrten alle noch von ihr bedienten KHs verloren hat. Dieser Wegbruch im Zusammenhang mit dem nicht gerade großen (und immer noch aktuellen) Dienstleistungsgedanken der HiOrgs führte dazu, dass sich die BF dazu entschlossen hat, den KTP komplett zu privatisieren. Den HiOrgs wurde dies durch Erteilung von Genehmigungen auf Basis der Anzahl vormals besetzter BF-Fahrzeuge ermöglicht. Bei den Unternehmern blieb alles gleich.


    Seit dem gab es in Köln immer wieder ein Aufstockung der Fahrzeugzahlen, trotzdem kommen sie nicht hinterher. Und das liegt nicht, weil sie nicht fleißig sind. Es wird bei der Dispo. einfach nicht gut genug gesiebt. Je nach Leitstellenpersonal klappt es aber sehr wohl, dass klar als KTP klassifizierte Einsätze an die Unternehmer abgegeben werden statt sie als Intern1 vom RTW wegfahren zu lassen - man muss es halt nur tun.


    Der jetzige Schritt mag nicht toll und viel zu spät sein, ist aber auch kein Offenbarungseid. Im Gegenteil finde ich es sogar gut, dass nicht einfach noch mehr Fahrzeuge nachgeschoben werden, wie es in vielen anderen Städten passiert. Oder dass gar nichts passiert.

    Es muss einfach konsequent angefangen werden, nach BLS und ALS zu disponieren und entsprechende Fahrzeuge einzusetzen. Und wenn Engagement von den Unternehmern gefragt ist, sind die 7 bestimmt alle mit dabei.

  • Der Akku der Absaugung war ebenso leer wie die Sauerstoffflasche des Respirators, was bei einem bewusstlosen Patienten mit Erbrechen / Verlegung der Atemwege die Versorgung nicht verbessert hat, ja.

    Das ist ziemlich blöd...