Es ist einfach politisches und Organisationsversagen auf politischer und fachlicher Seite.
Ganz genau so ist es. Wenn von der Basis (den Organisationen und Trägern) kein Input nach oben, in die Politik, geben wird, dann wird da auch nicht viel passieren. Hier in meiner Ecke ist es beispielsweise nicht mal möglich, mehr Einheitlichkeit in ins lokale System zu bekommen, die über die Geräte (Defi, Luftpumpe) hinaus geht. Überschiedliche Rucksacksysteme, unterschiedliche Tragensysteme, unterschiedliche Fahrgestelle und Kofferaufbau. Sogar bei der neuen NIDA-Pad Nutzung wird nicht gezielt zusammen gearbeitet, wie ich mir am Samstag anhand einiger Beispiele des NIDA-Pad-Beauftragten einer HiOrg erklären lassen musste (Austausch von Daten von Rettungsmitteln aus zwei verschiedenen RD-Bereichen, usw.). Weiter gehts: Auf einen einheitlichen Auftritt des Personals (persönliche Schutzausrüstung) und einheitliche Beklebung der Fahrzeuge kann man sich in mindestens einen der zwei Rettungsdienstbereiche des Leitstellenbereiches auch nicht verständigen. Und im anderen RD-Bereich läßt die PSA und einheitliche Beklebung auch sehr zu wünschen übrig. Es ist in erster Linie ein Managementversagen auf der untersten Ebene, auf der Ebene der Beauftragten (HiOrgs) und der Träger (Kreise, kreisfreien Städte). Erst wenn das besser läuft und guter fachlicher Input und Druck nach oben getreten wird, kann auch der (Landes-) Gesetzgeber (theoretisch jedenfalls) bessere Gesetze schaffen.
In meinem Bundesland ist seit diesem Jahr nur eine Vernetzung der Führungsstäbe untereinander und mit dem Stab des Landes möglich. Die Leitstellen können dieses, in der alltäglichen Gefahrenabwehr, nicht. Schon gar nicht mit einer einheitlichen Leitstellensoftware, wie es die Stäbe beispielsweise haben. Auch gibt es kein Laien-Ersthelfer-System (App). Es gibt kein flächendeckendes professionelles First-Responder-System. Alles Dinge, die der Gesetzgeber ändern könnte. Solange aber in Landesgremien für bestimmte Teilnehmergruppen der Zugang verwehrt wird, kann man auch nur recht einseitig agieren. So sind im Landesausschuss Rettungsdienst in Niedersachsen (LARD) nur die Kostenträger, die Vertreter der Beauftragten (HiOrg-Geschäftsführer), die Ärztekammer und die Trägerverwaltungen (auch in Form der ÄLRD) vertreten. Die größte Berufsgruppe im Rettungsdienst, die der nicht-ärztlichen Mitarbeiter, kurz das Rettungsfachpersonal, ist dort nicht erwünscht. Der DBRD als Berufsverband und auch VerDi als Gewerkschaft versuchen schon seit Jahren Zugang zu bekommen, der verwehrt wird. Obwohl dieses laut NRettDG möglich wäre. Aber der LARD schreibt sich als Gremium seine Geschäftsordnung selbst. Und wenn ich manchmal so überfliege, was für HiOrg-Geschäftsführer dort zu finden sind oder wie fachlich eingeschränkt manche Trägerverwaltungen aus den Landkreisen sind (oft reine Verwaltungsmenschen ohne fachlichen Hintergrund zum Rettungsdienst), wundert mich manches nicht.