Absolut. Solange es eine qualifizierte Ausbildung ist, und kein mal eben hergezaubertes Konstrukt, das allein dazu dient, einen schnellen Eingang in die NotSan-Ausbildung zu konstruieren.
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Ein nicht zu unterschätzender Faktor, der meiner Meinung nach (mindestens) für den Realschulabschluss als Zugangsvoraussetzung spricht, sind solide Englischkenntnisse.
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Ich finde das ganze Argument des Personalmangels für den vereinfachten Zugang völlig falsch. Denn den haben wir zwar, aber wir haben keinen Bewerbermangel, im Gegenteil. Und wenn Verweildauer und Ausbildungsplätze die Probleme sind, ist es für die Engstelle Ausbildungsplatz besonders wichtig, Kandidaten zu selektieren, die diese auch mit höchsten Wahrscheinlichkeit erfolgreich abschließen und möglichst viel daraus mitnehmen. Dafür ist meines Wissens der Schulsbschluss und die Abschlussnote der beste Prädiktor.
Dass man es in Frage stellt, dass Schüler mit teilweise fehlenden Grundlagen die Klasse ausbremsen und damit Leistung und Motivation senken, finde ich sehr wild. Das wird glaube ich jeder bestätigen, der jemals irgendeine Form von Kurs oder Unterricht gegeben hat.
Auch dass man es über eine betriebliche Auswahl regeln sollte, finde ich kein gutes Argument. Natürlich sollte man das tun, aber das sollte ergänzend zu gewissen, gesetzlichen Mindestanforderungen sein.
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Ich finde das ganze Argument des Personalmangels für den vereinfachten Zugang völlig falsch. Denn den haben wir zwar, aber wir haben keinen Bewerbermangel, im Gegenteil.
Ich möchte an der Stelle an die Hebammen erinnern. Diese haben - aufgrund Druck der EU - 2019 die Ausbildung von den Berufsfachschulen an die Fachhochschulen bzw. Universitäten verlegt (B.Sc. und M.Sc.) sowie die Grundqualifizierung von drei Jahre auf vier Jahre (Bachelor) erhöht. Dort sind seit dem die Bewerberzahlen und die Anzahl der Auszubildenden stark angestiegen. Die Ausbildung wird übrigens vergütet (Anstellung bei einer Klinik, diese entsenden an eine Fachhochschule oder Universität). Prüfung wie zuvor bei der dreijährigen Ausbildung auch immer noch drei schriftliche Prüfungen, eine mündliche Prüfung sowie zwei praktische Prüfungen. Nur die Abschlussarbeit (Bachelorarbeit) ist dazu gekommen. Ich unterstütze daher das Argument von Johannes, dass ein schwerer werdender Zugang zu einer Ausbildung nicht zwingend mit einem Einbruch der Anzahl der Bewerber- und Auszubildenden einhergehen muss. Das Problem des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen liegt eher am System selbst sowie an den Arbeitsbedingungen (Verweilzeit im Beruf).
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Harris NRÜ - gestatte mir bitte eine ketzerische Bemerkung! Es ist vollkommen unerheblich, wieviele Bewerber und Auszubildenden einen Studiengang wahrnehmen.
Vielmehr muss man herausfinden, wieviele von diesen Personen dann auch den Abschluss gemacht haben und wie lange die im Beruf bleiben.
Von einem Pilotprojekt Radiologie FH hörte ich von Zahlen, die eher erschreckend sind.
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Harris NRÜ - gestatte mir bitte eine ketzerische Bemerkung! Es ist vollkommen unerheblich, wieviele Bewerber und Auszubildenden einen Studiengang wahrnehmen.
Vielmehr muss man herausfinden, wieviele von diesen Personen dann auch den Abschluss gemacht haben und wie lange die im Beruf bleiben.
Von einem Pilotprojekt Radiologie FH hörte ich von Zahlen, die eher erschreckend sind.
Völlig okay. Diese Zahlen kenne ich tatsächlich nicht. Das wird ggf. nicht anders sein als die Verweilzeit, die es auch in anderen Gesundheitsberufen gibt. Mit der Berufstreuestudie für NotSan in .de hatte ich mal die 7 Jahre in Erinnerung. Das kommt mit meiner Erfahrung im Rettungsdienst auch ganz gut hin, dass die Kolleginnen und Kollegen innerhalb einer solchen Zeit verschwinden. Ins Studium, zur Feuerwehr, usw. Von den Leuten, mit denen ich Mitte der 1990ziger Jahre meine Krankenpflegeausbildung begonnen hatte (26 Personen), arbeiten heute auch nur noch ein Bruchteil in der Pflege.
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Ich finde das ganze Argument des Personalmangels für den vereinfachten Zugang völlig falsch. Denn den haben wir zwar, aber wir haben keinen Bewerbermangel, im Gegenteil. Und wenn Verweildauer und Ausbildungsplätze die Probleme sind, ist es für die Engstelle Ausbildungsplatz besonders wichtig, Kandidaten zu selektieren, die diese auch mit höchsten Wahrscheinlichkeit erfolgreich abschließen und möglichst viel daraus mitnehmen. Dafür ist meines Wissens der Schulsbschluss und die Abschlussnote der beste Prädiktor.
Dass man es in Frage stellt, dass Schüler mit teilweise fehlenden Grundlagen die Klasse ausbremsen und damit Leistung und Motivation senken, finde ich sehr wild. Das wird glaube ich jeder bestätigen, der jemals irgendeine Form von Kurs oder Unterricht gegeben hat.
Auch dass man es über eine betriebliche Auswahl regeln sollte, finde ich kein gutes Argument. Natürlich sollte man das tun, aber das sollte ergänzend zu gewissen, gesetzlichen Mindestanforderungen sein.
Kurze Recherche ergab, dass maßgeblich für einen Ausbildungserfolg die Kombination aus allgemeiner Intelligenz (gemessen über die Schulnote, insbesondere im Bereich Mathe) und berufsspezifischem Vorwissen am besten geeignet ist, um Ausbildungserfolg vorherzusagen. Neben dem Ausbildungserfolg dürfte somit Motivation und Eignung für den Beruf ebenfalls relevant sein.
Verweildauer im Job dürfte (auch auf Basis fehlender beruflicher Weiterbildungsmöglichkeiten bzw. Aufstiegschancen) für Rettungssanitäter ebenfalls ein Problem sein. Auch hier dürfte der Weg der Aufwertung der Ausbildung in Kombination mit einer Durchlässigkeit nach oben, durchaus die Verweildauer erhöhen. Etwas, was für Notfallsanitäter ja hier im Forum durchaus auch häufiger diskutiert wird.
ZitatIch möchte an der Stelle an die Hebammen erinnern. Diese haben - aufgrund Druck der EU - 2019 die Ausbildung von den Berufsfachschulen an die Fachhochschulen bzw. Universitäten verlegt (B.Sc. und M.Sc.) sowie die Grundqualifizierung von drei Jahre auf vier Jahre (Bachelor) erhöht. Dort sind seit dem die Bewerberzahlen und die Anzahl der Auszubildenden stark angestiegen. Die Ausbildung wird übrigens vergütet (Anstellung bei einer Klinik, diese entsenden an eine Fachhochschule oder Universität). Prüfung wie zuvor bei der dreijährigen Ausbildung auch immer noch drei schriftliche Prüfungen, eine mündliche Prüfung sowie zwei praktische Prüfungen. Nur die Abschlussarbeit (Bachelorarbeit) ist dazu gekommen. Ich unterstütze daher das Argument von Johannes, dass ein schwerer werdender Zugang zu einer Ausbildung nicht zwingend mit einem Einbruch der Anzahl der Bewerber- und Auszubildenden einhergehen muss. Das Problem des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen liegt eher am System selbst sowie an den Arbeitsbedingungen (Verweilzeit im Beruf).
Die gestiegenen Ausbildungszahlen liegen u.a. auch an gestiegenen Ausbildungskapazitäten. Zudem sind Hebammen ebenfalls ein super Beispiel, da man entweder mit Abitur oder einer geeigneten vorhergegangenen Ausbildung studieren kann (selbst mit Hauptschulabschluss). Zudem können Hebammen ohne Abitur den Studienabschluss ebenfalls vereinfacht nachholen. Auch hier gibt es also ebenfalls Sonderwege über eine geeignete Qualifikation.
Warum also ein "Sonderweg" für den NotSan nicht möglich sein sollte, wenn es eine entsprechende geeignete (rettungsdienstliche) Vorausbildung gäben würde, bleibt schleierhaft.
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Nur kurz zur Erinnerung.
Es ist kein Sonderweg. Hauptschule plus Ausbildung mindestens 2 Jahre stand schon von Anfang an im Gesetz.
Bislang sind es dann aber Rettungsdienst fremde Ausbildungen.
Aber die Möglichkeit besteht auch heute schon und muss nicht erst geschaffen werden.
Und die Abiturienten haben eher bessere Anschlüsse, sind aber wahrscheinlich auch schneller weg.
Das es für die auch eine Zukunft im Rettungsdienst geben muss, steht außer Frage, ist aber nicht Gegenstand dieser Diskussion.
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Was spricht dann dagegen den Pflegehelfer oder RettSan auf zwei Jahre zu verlängern und im Anschluss den NotSan zu machen?
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Was spricht dann dagegen den Pflegehelfer oder RettSan auf zwei Jahre zu verlängern und im Anschluss den NotSan zu machen?
Die Vervielfachung der Kosten spricht dagegen.
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Die gestiegenen Ausbildungszahlen liegen u.a. auch an gestiegenen Ausbildungskapazitäten.
Ich kenne nicht alle Regionen in Deutschland, hier in der Region Hannover haben die Ausbildungskapazitäten dafür jedoch abgenommen.
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https://www.destatis.de/DE/Pre…he/2023/PD23_06_p002.html
Wir haben sehr viel mehr Personal als früher und sehr viel mehr Ausgaben im RD als früher. Wir müssen langsam anfangen mit sparen. Und ein schneller, rechtskonformer Weg dazu wäre, dass wir als RD uns auf RD Aufgaben entsprechend RD Gesetze besinnen.
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Ich kenne nicht alle Regionen in Deutschland, hier in der Region Hannover haben die Ausbildungskapazitäten dafür jedoch abgenommen.
Aber bundesweit wurden die Kapazitäten mit Einführung des Studiums ausgebaut. https://hebammenverband.de/wp-…ldungszahlen-Hebammen.pdf
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Aber bundesweit wurden die Kapazitäten mit Einführung des Studiums ausgebaut. https://hebammenverband.de/wp-…ldungszahlen-Hebammen.pdf
Ah, danke.
Vorstellen könnte ich mir dabei aber auch, dass die Anzahl an Auszubildenden bzw. Studenten an einer Ausbildungsstätte nun größer ist. Also größere Kurse/Jahrgänge.
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Die Vervielfachung der Kosten spricht dagegen.
Stimmt. Aber wenn man die Regel aufweichen will wäre dies ein gangbarer Weg, welcher zu mehr Qualität in den genannten beiden führen würde.
Persönlich finde ich, wie schon erwähnt, das ein Aufweichen nicht nötig ist.
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https://www.destatis.de/DE/Pre…he/2023/PD23_06_p002.html
Wir haben sehr viel mehr Personal als früher und sehr viel mehr Ausgaben im RD als früher. Wir müssen langsam anfangen mit sparen. Und ein schneller, rechtskonformer Weg dazu wäre, dass wir als RD uns auf RD Aufgaben entsprechend RD Gesetze besinnen.
Du meinst den Transport?

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Du meinst den Transport?

Den Gemeindenotfallsanitäter kann er damit jedenfalls nicht meinen.

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Mir Vereinfachung von Einstiegsvoraussetzungen muss man aufpassen.
Es ist zwar ein anderer Beruf, aber wir haben aufgrund von fehlenden Bewerberzahlen beim Beruf Fluglotse lange die Öffnung für Leute mit Fach-Abi gefordert.
Die Firma hat zu unserer Überraschung dann sogar den NC für's Abitur wieder eingeführt. Die Statistiken haben da sehr deutlich gemacht, dass sowohl die Art des Abschlusses, wie auch der NC entgegen meiner Erwartungen viel über die Erfolgschancen aussagt.
Und hier möchte die Firma im Zweifel zwar weniger, aber dafür mehr erfolgreiche Bewerber haben.
Die Ausbildung zum NFS ist unglaublich anspruchsvoll geworden. Man muss wirklich viel wissen und eigenständig entscheiden. Das ist gut so. Aber man sollte vorsichtig sein, aufgrund von Personalmangel an den falschen Stellschrauben zu drehen.
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Ein gutes Abitur ist ganz sicher ein Prädiktor für einen erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung; auch beim Medizinstudium ist das so und wird ja auch gerne als Pro-Argument für die Abiturbestenquote und den NC hergenommen.
Und da immer mehr junge Menschen Abitur machen, sehen wir auch immer mehr NotSan-Azubis mit Abitur, die dann sehr solide Lernleistungen abliefern, aber eben auch schnell wieder aus dem Beruf herausdiffundieren, weil die fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten im System dazu einladen, die Voraussetzungen für ein Studium, die sie nunmal mitbringen, auch in die Tat umzusetzen.
Gleichzeitig beobachte ich, wie immer mehr Menschen ohne Abitur, nach einigen Jahren der Arbeit in einem Ausbildungsberuf, diesen zugunsten des RD aufgeben und als Rettungssanitäter gutes Geld verdienen (da passt mMn der Abstand zum NotSan auch nicht).
Diesen Leuten fehlen aber auch die Entwicklungsmöglichkeiten, denn sie würden sicher eher im System bleiben als der 22-jährige NotSan mit Abi in der Tasche.
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Bald sind wir in der Diskussion an dem Punkt, wo wir schon vor Jahren waren. Wer sich für geeignet hält, sucht sich ne Schule aus, sucht danach nach einem Arbeitgeber und schon ist das Personalproblem für immer gelöst. Danach reduzieren wir nach und nach die Freigaben, schrumpfen die Leitlinien zusammen und fahren alle kranken Menschen schnell mit Blaulicht ins Krankenhaus. Klingt super.