Umfrage Haben Sie Verständnis für Rettungsdienst-Reform?

  • Ist das denn überhaupt angedacht (also außerhalb dieses Forums)? Gibt es denn beim DBRD oder dem Bund tatsächlich Überlegungen dazu?

    Es gab zu mindestens den Vorschlag der Regierungskommision zur Reform der Notfallversorgung im Herbst letztes Jahres. Dort wurde vorgeschlagen, die Ausbildung der RettSan auf 12 Monate zu verlängern. Das finde ich auch sehr sinnvoll. Gerade aus der Sicht, dass die RettSan immer öfters alleine zu subakuten Notfällen - mit NKTW - entsendet werden, hätte die Ausbildung mehr Inhalt verdient. Ich habe jedoch das Gefühl, mit der Meinung stehe ich - mit Ausnahme der Regierungskommision - recht alleine da. Ich habe zu mindestens noch nicht so richtig aktiv wahrgenommen, dass es seitens der Verbände dafür Unterstützung gibt.

    Ich komme aus Ironien, das liegt am sarkastischen Meer.

  • Ich hoffe nicht. Das wird auch niemand bezahlen wollen.

    Ich glaube, niemand will irgendwas bezahlen wollen. Wenn es danach geht, würden wir alle mit einem Erste-Hilfe-Lehrgang, einer NATO-Klapptrage und für Entgeltgruppe 0,5 ausrücken. Am besten ehrenamtlich.

    Ich komme aus Ironien, das liegt am sarkastischen Meer.

  • Aber die Frage ist spannend, finde ich: wie stellt sich der DBRD die Zukunft des RettSan vor? Lieber M1k3, gibt es dazu schon eine Aussage oder gar einen Vorschlag für ein Curriculum seitens des DBRD?

  • Es gibt kein Curriculum, aber am Papier der Bertelsmann Stiftung haben ja verschiedene Akteure gesessen (lässt sich nachschauen wer), und das was Konsensfähig war ist dort geschrieben.

    Ansonsten haben wir (DBRD) ja mit den RettSan Musteralgorithmen noch mal einige Diskussionen angestoßen bzgl. der Rolle der RettSan. Das wurde ja auch hier im Forum kontrovers diskutiert.


    Es ist sau schwierig, da was zu definieren, weil Deutschland so heterogen ist.
    Mancherorts fährt der RettSan schon immer RTW ((bspw. Brandenburg, und das mMn gut), anderenorts ist das halbwegs neu und ungewohnt (SH), und in Sachsen Anhalt wird selbst der KTW nach Gesetz mit NotSan besetzt, und in Bremen ist RettAss als Beifahrer RTW nicht zeitlich limitiert im Gesetz. Von Ehrenamt, Katastrophen- und Zivilschutz, Bundeswehr oder BF B3 Lehrgängen ganz zu schweigen. Aber auf meiner sehr langen gedanklichen To-Do-Liste steht auch dazu was. :)

    "Notfallsanitäterinnen und -sanitäter sind, sofern (not-)ärztliche Hilfe nicht zeitnah zu erlangen ist und die Voraussetzungen des § 2a Nr. 2 NotSanG vorliegen, eigenverantwortlich handelnder, heilkundlicher Teil der Rettungskette."

    VGH München, Beschluss v. 21.04.2021 – 12 CS 21.702

  • In SH fährt er auch weiterhin nur als Rettungssanitäter mit Einsatzerfahrung, also mit nachweisbaren 100 Notfalleinsätzen nach Abschluss der Ausbildung. Das ist tatsächlich auch ein ganz gutes Konzept. Ich finde eure Idee des modularen Aufbaus sehr charmant, finde allerdings die Forderung nach definierten zusätzlichen Qualifikationen zu weitgehend. Ich fände eine Qualifizierung über KTW, NKTW und RTW in drei Modulen charmant, eingeteilt in Basisskills, diagnostische und Entscheidungsfähigkeiten und Assistenz bei komplexeren Maßnahmen der NotSans als drei Stufen. Größere invasive Delegationen, insbesondere im Medikamentenbereich sehe ich nicht. Vielleicht eine umfangreichere Ausbildung in pflegerischen Kompetenzen wie Wundpflege und DK Anlage für den NKTW-Bereich. Da ließen sich auch sicherlich zusätzliche Kompetenzen übertragen. Und dies ließe neue Lösungen im medizinischen Randbereich, den der Rettungsdienst gezwungenermaßen zunehmend erschließt, zu.

    Land zwischen den Meeren,
    vor dem sich sogar die Bäume verneigen,
    du bist der wahre Grund,
    warum Kompassnadeln nach Norden zeigen!