Sanitäter sollen Feuerwehr bestohlen haben

  • Ich muss mich da Jörg anschließen. Zumal meine Aussage völlig apolitisch ist.

    Warum die Rechtsextremen/Querdenker und andere Spinner aus dem Spektrum keine eigenen Sanis haben (wollen) kann ich dir jetzt ebensowenig sagen/erklären, wie warum die Linksextremen/Antifa/wasauchimmer da ein Bedürfnis zu haben scheinen.

    Gibt ja nun diverse Gründe, die da zum Tragen kommen. Z.B. Akutversorgung während einer (eskalierten) Demo (z.B. nach Pfeffersprayeinsatz), der Wunsch nicht im System erfasst zu werden (zumindest nicht im Zusammenhang der Demo), das Problem in einem Kessel festzustecken und nicht versorgt werden zu können, etc..

  • Gibt ja nun diverse Gründe, die da zum Tragen kommen. Z.B. Akutversorgung während einer (eskalierten) Demo (z.B. nach Pfeffersprayeinsatz), der Wunsch nicht im System erfasst zu werden (zumindest nicht im Zusammenhang der Demo), das Problem in einem Kessel festzustecken und nicht versorgt werden zu können, etc..

    Joa. Da habe ich ehrlich gesagt wenig Mitgefühl. Wenn ich zu einer Demo gehe, dann beinhaltet das ein gewisses Grundrisiko (so wie Auto fahren).

    Und auch in einer normalen Demo kann man im Normalfall schauen wie/wo man sich bewegt. Dh plötzlich und unerwartet im Schwarzen Block zu stehen (und dann auch noch eingekesselt zu werden) ist jetzt nicht so normal.

    Als unbescholtener Bürger bei Ausübung seiner freiheitlich-demokratischen Grubdrechte (Demonstration/Meinungsäußerung) sollte man jetzt eigentlich keine Sorgen haben im System erfasst zu werden. Zumal die Sorge recht hanebüchen ist, dass z.B. über die Erfassung der Personendaten beim RD diese dann auch an die POL gelangt. Ich mag nicht ausschließen, dass das in Einzelfällen passiert, aber das wäre in meinen Augen ein Rechtsverstoß. Zumal die POL eigene effektive Wege hat um an diese Informationen zu kommen.

    Und wenn man doch irgendwo zwischen Adrenalinlust, Kategorie C und Steineschmeißer zu finden ist - was soll ich sagen - Berufsrisiko.

    Daher, sollen sie gerne machen (die Demo Sanis), aber für systemisch notwendig halte ich sie nicht.

  • Ich hab mir das nicht ausgedacht..

    Doch, bisher ist mein Eindruck, dass du das nachplapperst, was jemand sich ausgedacht hat. Jedenfalls diejenigen im Forum, welche Kontakt zu Demo Sanis hatten oder Demo Sanis waren scheinen ein anderes Bild zu zeichnen.

    "Notfallsanitäterinnen und -sanitäter sind, sofern (not-)ärztliche Hilfe nicht zeitnah zu erlangen ist und die Voraussetzungen des § 2a Nr. 2 NotSanG vorliegen, eigenverantwortlich handelnder, heilkundlicher Teil der Rettungskette."

    VGH München, Beschluss v. 21.04.2021 – 12 CS 21.702

  • Doch, bisher ist mein Eindruck, dass du das nachplapperst, was jemand sich ausgedacht hat. Jedenfalls diejenigen im Forum, welche Kontakt zu Demo Sanis hatten oder Demo Sanis waren scheinen ein anderes Bild zu zeichnen.

    Aha.. dann erhellte mich gerne... misteriöse Andeutungen an der Grenze zum Vorwurf sind zwar toll, aber Inhalt finde ich noch viel besser :-)

  • Hier im Thread und im von Jörg verlinkten Thread finden sich entsprechende Ausführungen bereits. :)

    "Notfallsanitäterinnen und -sanitäter sind, sofern (not-)ärztliche Hilfe nicht zeitnah zu erlangen ist und die Voraussetzungen des § 2a Nr. 2 NotSanG vorliegen, eigenverantwortlich handelnder, heilkundlicher Teil der Rettungskette."

    VGH München, Beschluss v. 21.04.2021 – 12 CS 21.702

  • Hier im Thread und im von Jörg verlinkten Thread finden sich entsprechende Ausführungen bereits. :)

    Jetzt dreht es sich im Kreis...

    ..denn ich beziehe mich auf das was die Demo Sanis schreiben. Das ist dann aber auch nicht richtig?!

    Und du bleibst schön unkonkret, damit du jederzeit "nein das ist auch nicht die richtige Antwort/ Begründung" sagen kannst?

  • Als TN einer Demonstration in Frankfurt vor Jahren hatte ich einmal (und das hat mir gelangt) Kontakt zu Demosanitätern.

    Das war eine gemischte Gruppe zwischen Medizinstudent im 4. Semester und Heilpraktikerin mit "Notfall"-Bachblüten.


    KEIN einheitliches Auftreten (und damit selbst für die hard-core-Demonstranten nicht erkennbar) und "natürlich" auch keine standardisierte Ausstattung. Das reichte dann vom Kfz-Verbandkasten-Inhalt, Kügelchen (Homöopathie) bis zu 0,5-ltr.Mineralwasserflaschen zum Ausspülen der Augen.


    Selbst habe ich vor langen-langen Jahren im Frankfurter Stadtwald im Protestcamp gegen den Bau der Startbahn West mediznisch mitgewirkt.

    Ein Doc aus meiner Klinik hat das mitorganisiert - mit Dienstplan und Materialliste die aufgrund der gemachten Erfahrungen ständig aktualisiert wurde.

    Es gab jedes Wochenende dutzendfach zu versorgende Personen: vom "Langhaarzottel" bis zu Senioren aus der Gegend mit Spazierstock und Dackel.


    Die Polizei war damals wirklich nicht zimperlich und massiver Schlagstockeinsatz völlig normal.

    Auf youtube gibt es noch Videos.


    Was ich damals gelernt habe:

    1. es braucht einfach eine Struktur die Personal und Material organisiert.

    2. Fuzzis die auspendeln als Heilmethode anwenden möchten haben da nichts verloren

    3. Wer ideologisch derart neben der Spur ist das er "den Feind" nicht versorgt soll diesem in der ersten Reihe entgegentreten - und sonst nichts.

    raphael-wiesbaden


    Artikel 1
    (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.


    Selig sind die geistig Armen - nur: kann der Himmel die ganzen Seligen auch wirklich aufnehmen ?

  • KEIN einheitliches Auftreten (und damit selbst für die hard-core-Demonstranten nicht erkennbar) und "natürlich" auch keine standardisierte Ausstattung. Das reichte dann vom Kfz-Verbandkasten-Inhalt, Kügelchen (Homöopathie) bis zu 0,5-ltr.Mineralwasserflaschen zum Ausspülen der Augen.

    Ja siehste, und wenn die sich jetzt 30 Jahre später professionalisiert haben und sich eine NAW-Ausstattung zusammenklauen, isses auch wieder nicht recht… :evil:

  • Ja siehste, und wenn die sich jetzt 30 Jahre später professionalisiert haben und sich eine NAW-Ausstattung zusammenklauen, isses auch wieder nicht recht… :evil:

    :D:D:D

    raphael-wiesbaden


    Artikel 1
    (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.


    Selig sind die geistig Armen - nur: kann der Himmel die ganzen Seligen auch wirklich aufnehmen ?

  • Joa. Da habe ich ehrlich gesagt wenig Mitgefühl. Wenn ich zu einer Demo gehe, dann beinhaltet das ein gewisses Grundrisiko (so wie Auto fahren).

    Und auch in einer normalen Demo kann man im Normalfall schauen wie/wo man sich bewegt. Dh plötzlich und unerwartet im Schwarzen Block zu stehen (und dann auch noch eingekesselt zu werden) ist jetzt nicht so normal.

    Als unbescholtener Bürger bei Ausübung seiner freiheitlich-demokratischen Grubdrechte (Demonstration/Meinungsäußerung) sollte man jetzt eigentlich keine Sorgen haben im System erfasst zu werden. Zumal die Sorge recht hanebüchen ist, dass z.B. über die Erfassung der Personendaten beim RD diese dann auch an die POL gelangt. Ich mag nicht ausschließen, dass das in Einzelfällen passiert, aber das wäre in meinen Augen ein Rechtsverstoß. Zumal die POL eigene effektive Wege hat um an diese Informationen zu kommen.

    Und wenn man doch irgendwo zwischen Adrenalinlust, Kategorie C und Steineschmeißer zu finden ist - was soll ich sagen - Berufsrisiko.

    Daher, sollen sie gerne machen (die Demo Sanis), aber für systemisch notwendig halte ich sie nicht.

    Naja, der Blick über den großen Teich zeigt ja, wie schnell man als Bürger bei der Ausübung seiner demokratischen Grundrechte im Visier der Exekutive landen kann. Zudem muss man auch nicht Steine schmeißen oder im schwarzen Block stehen, um doch mal unabsichtlich Pfefferspray abzubekommen. Und da freut man sich vielleicht dann doch, wenn man nicht ewig auf einen RTW warten muss. Und letztendlich muss man natürlich auch sehen, dass es in einigen Bundesländern nicht mehr weit bis zu einer AfD-Regierung ist. Da landest du dann ggf. auch als vermeidlich unbescholtener Bürger im Visier der Exekutive, wenn du grün als Farbe magst oder die falsche Person liebst.


    Ist halt vergleichbar mit einem Sanitätsdienst auf einer Großveranstaltung. Ist der für dich auch systemisch nicht notwendig?

  • Naja, der Blick über den großen Teich zeigt ja, wie schnell man als Bürger bei der Ausübung seiner demokratischen Grundrechte im Visier der Exekutive landen kann. Zudem muss man auch nicht Steine schmeißen oder im schwarzen Block stehen, um doch mal unabsichtlich Pfefferspray abzubekommen. Und da freut man sich vielleicht dann doch, wenn man nicht ewig auf einen RTW warten muss. Und letztendlich muss man natürlich auch sehen, dass es in einigen Bundesländern nicht mehr weit bis zu einer AfD-Regierung ist. Da landest du dann ggf. auch als vermeidlich unbescholtener Bürger im Visier der Exekutive, wenn du grün als Farbe magst oder die falsche Person liebst.


    Ist halt vergleichbar mit einem Sanitätsdienst auf einer Großveranstaltung. Ist der für dich auch systemisch nicht notwendig?

    Da gebe ich dir Recht. Und ich habe auch überhaupt nichts gegen einen Sanitätsdienst zur Demo analog zu anderen Großveranstaltungen. Nur sollte der in meiner Wertvorstellung wirklich neutral sein. Und - auch wenn es vllt anders kommen wird (die Hoffnung stirbt zuletzt) - aktuell leben wir halt NICHT in einem Unrechtsstaat.

    Und mir geht es ja even nicht um die Funktion, sondern um die Argumentation des Bedarfs/Warums.

  • Als jemand, der da tatsächlich eine Zeitlang aktiv war, noch ein paar Anmerkungen.


    Es gibt kein einheitliches System

    - von "wir geben uns nicht zu erkennen und gehören eigentlich zum schwarzen Block" bis hin zu "wir sind Organisiert, treffen uns regelmäßig und sind selbstverständlich für alle da" ist da alles vertreten, pauschale Aussagen sind völliger Quatsch.


    Es gibt auf Demos eine Versorgungslücke

    - Wer regelmäßig auf Demos gegen Rechts unterwegs ist oder war, merkt sehr schnell, dass es gar nicht so einfach ist, sich aus dem dicken Getümmel immer rauszuhalten, da es zum Teil extrem dynamisch ist. Bei dem einem Mal gibt es einen Vorstoß aus dem schwarzen Block, auf den die Polizei reagiert, beim nächsten Mal reagiert die Polizei extrem und es ist nicht nachvollziehbar, warum. Man wird auf fast jeder Demo Zeuge von Polizeigewalt (im Sinne von subjektiv nicht nachvollziehbar).

    - kein öffentlich bestellter Sanitätsdienst oder der Rettungsdienst versorgt Patienten im dicken Getümmel. So ein Kessel wird auch schon mal ein paar Stunden aufrecht gehalten.

    - Nur weil man verletzt ist, heißt das noch lange nicht, dass die Polizei einen raus lässt, um den Rettungsdienst aufzusuchen.

    - Gerade die Teilnehmer:innen aus dem schwarzen Block lehnen häufig staatliche Institutionen ab (auch den Rettungsdienst)

    - Rettungsfachpersonal ist nicht immer neutral. Eigene Meinungen, z.B. die Ablehnung der Demonstrierenden werden auch gegenüber Patienten vertreten.


    Daher eine unfassbar heterogene Szene.


    Unsere Kandidaten scheinen sehr gut organisiert zu sein und das System abzulehnen.

    Daraus einen Schluss für andere Demo Sanis zu ziehen ist nicht möglich.

  • Interessant wäre hier zu wissen ob dieser Transport angerechnet wird mit bspw. der Kasse. Wenn der Transport unentgeltlich geschehen ist wäre das was anderes.

    Selbstverständlich wurde der Transport nicht abgerechnet. Zum einen Wie und zum anderen Warum? Ja man hätte sich viel Ärger ersparen können. Wusste schlicht weg niemand.

    Außerdem ist ja der Rettungsdienst (offensichtlich) der Feind.

    Warum man dann ins Krankenhaus fährt und nicht in den selbst angelegten Untergrund-Sanitäts-Field-Hospital-Stützpunkt ist mir zwar nicht ganz klar (weil das müsste ja auch der Feind sein) - aber ich bin halt auch nur so ein Systemling... :man_shrugging_light_skin_tone:

    Als jemand, der bei der Organisation aktiv war, kann ich gerne mal über ein paar Sachen aufklären.

    Der Rettungsdienst ist hier ganz sicherlich kein Feind. Ich kann zwar nur über unsere Organisation sprechen, aber bei uns wird grundsätzlich sofern nötig mit dem Rettungsdienst zusammen gearbeitet. Sanitätsdienste auf Demonstrationen haben bei uns auch nur ein relativ kleinen Teil unserer Arbeit ausgemacht. Und nein, hier wurde sich nicht die komplette Ausrüstung bei der Berliner Feuerwehr zusammen geklaut, was jedoch richtig ist, dass durchaus aus gesonderte Einsatztechnik der Behörde im Einsatz war. (Helme, Rucksäcke, etc.) wie zum Beispiel auch ein ausgesonderter Rettungswagen der Feuerwehr Köln. Meiner Erfahrung her ist es auch von diversen anderen Sanitätsdiensten nicht ungewöhnlich.


    Bei uns gab es auch keine Heilpraktiker mit Globuli etc., sondern eine umfangreiche Rettungsdienstliche Ausbildung (in der Regel ab RH) ist vorausgesetzt.

  • Selbstverständlich wurde der Transport nicht abgerechnet. Zum einen Wie und zum anderen Warum? Ja man hätte sich viel Ärger ersparen können. Wusste schlicht weg niemand.

    Das ist wenig glaubhaft, würde aber - falls es zutrifft - Bände über die "umfangreiche Rettungsdienstliche Ausbildung" sprechen.

  • ...

    Zum einen Wie und zum anderen Warum? Ja man hätte sich viel Ärger ersparen können. Wusste schlicht weg niemand.

    ...

    Mittels Transportschein bei der Krankenkasse? Oder Privat? Zwei Möglichkeiten.


    Sollte es eine freiwillige und unentgeltliche Leistung gewesen sein verstehe ich zumindest nicht ganz den recht deutlichen Aufwand der Behörden deswegen.

  • Mittels Transportschein bei der Krankenkasse? Oder Privat? Zwei Möglichkeiten.


    Sollte es eine freiwillige und unentgeltliche Leistung gewesen sein verstehe ich zumindest nicht ganz den recht deutlichen Aufwand der Behörden deswegen.

    Das Problem ist nicht die Durchführung als solche, denn natürlich dürfen Privatpersonen andere Privatpersonen ins Krankenhaus fahren.

    Sondern dass der Anschein erweckt wurde, es würde sich um den Rettungsdienst handeln.

  • Das Problem ist nicht die Durchführung als solche, denn natürlich dürfen Privatpersonen andere Privatpersonen ins Krankenhaus fahren.

    Wenn man das in NRW mit einem Krankenkraftwagen macht und sich vorher / währenddessen mit einer umfangreichen rettungsdienstlichen Ausbildung um die andere Privatperson kümmert, ist das genehmigungspflichtig. Ich gehe mal davon aus, dass das in anderen Bundesländern ähnlich sein dürfte.

    Lügen ist keine Kunst. Kunst ist, anderen die Wahrheit in einem neuen Licht zu zeigen.

  • Du meinst, weil sie als Organisation auftreten?

    Aber selbst dann: ist der Aufwand der hier betrieben wird nicht etwas extrem?

    RDG Berlin

    Teil1, Paragraph 1

    (1) Dieses Gesetz regelt den Rettungsdienst im Land Berlin. Der Rettungsdienst umfaßt die Notfallrettung, den Notfalltransport und den Krankentransport.

    (2) regelt wer nicht von (1) betroffen ist. Dazu zählt der genannte Fall eben nicht.

    Ergo fallen die Demo Sanis unter das Gesetz, d.h. der Genehmigungspflicht und auch den anderen im Gesetz genannten Auflagen, wie Personentransportschein, etc.

    Bin mir sicher die Juristen hier können das noch viel schöner ausführen, aber an sich ist es ja nur logisch. Und übrigens in NRW nicht anders.

    Und warum soll man da bitte ein Auge zudrücken? Finde Blindheit auf einem der beiden Augen des Gesetzes (oder auch beiden) extrem schwierig und ganz bestimmt nicht begrüßenswert.

  • Ich will kein Auge zudrücken. Ich frage, da keine Ahnung, ob diese Aufwand so normal ist, wenn es keinen wirklichen Schaden und auch keinen eigentlichen bösen Willen gegeben hat. Der Patient selbst scheint ja auch nichts negative zu berichten.

    Wenn so etwas geahndet gehört, dann soll man das tun.