Beiträge von Hilope

    Fakt ist jedoch, dass der Rettungsdienst Geld kostet und Bereitstellungseinsätze nicht mehr als Fehlfahrten abgerechnet werden sollten, nur weil es keine Patienten gab, jedoch ein Sicherstellungsauftrag (Dienstleistung auf Weisung des Einsatzleiters; Alarm- und Ausrückeordnung) wahrgenommen wurde. Wenn gewünscht, so kann ich mal versuchen hier mehr Licht ins Dunkle der genauen Abrechnung (vor allem in dessen Erfolg) zu bringen. Dauert aber ggf. etwas.

    Wir wissen ja, was sollte und was ist, sind meistens leider zwei Paar Schuhe. Wenn es nicht zu viel Mühe macht, gerne ein paar mehr Infos, ich höre dieses Vorgehen tatsächlich zum ersten Mal.


    Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sind im Jahr 2019 mehr als 4.500 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz verunglückt (Zahlen für die Berufsfeuerwehren liegen mir gerade nicht vor).

    Der Vergleich zur BF wäre tatsächlich interessant, ob es hier deutliche Unterschiede gibt oder nicht.


    Ich finde es daher legitim, dass ein RTW in den Bereitstellungseinsatz geht und im Rahmen der AAO (Alarm- und Ausrückeordnung) bei bestimmten Stichworten / Atemstufen sofort mit alarmiert werden (bei vermuteter oder gesicherter Menschenrettung sogar 2x RTW und 1x NEF). Mich wundert es daher auch immer, dass der Bereitstellungseinsatz bei der Feuerwehr so häufig in die Kritik kommt, während die Bereitstellungseinsätze bei Polizeieinsätzen (SEK) nie kritisiert werden (die oft an 3 oder 4 Punkten mehrere RTW und NEF gleichzeitig haben wollen).

    Ich glaube, dass die wenigsten das Risiko und die Sinnhaftigkeit einer Absicherung in Frage stellen. Problematisch ist eine längere Dauer, was bei den meisten SEK-Einsätzen nicht der Fall ist. Wenn so ein Einsatz ein oder zwei Stunden dauert, ist das sicher problemlos möglich und bevor man einen 150-Kilo-Mann durchs Haus schleppen muss, schaut man doch lieber anderen beim Arbeiten zu (oder stellt sich irgendwie prominent hin, damit man am nächsten Tag wichtig in der Zeitung erscheint...).


    Da solche Ereignisse jedoch vorhersehbar sind, finde ich eine geplante Ablösung mit entsprechender Vorhaltung der Fahrzeuge des Regel-Betriebes sinnvoll.

    Gibt es keine Patienten, so wird nach dem Verursacherprinzip abgerechnet (z. B. die Gebäudeversicherung). Läuft seit Jahren problemlos. Grund für dieses Handeln sind einige enorm hohe Rechnungen (u.a. wegen Lohnausfallkosten) durch SEG-Einheiten an die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden der kommunalen Feuerwehren.

    Höre ich so zum ersten Mal. Wird gezahlt, nur damit die Feuerwehr sich mit einem RTW sicherer fühlt? (Ich kann das Bedürfnis eines Bereitstellungs-RTW verstehen und finde das absolut okay, letztlich ist er aber nur sehr selten notwendig.)

    Und wie viel wird abgerechnet? Einmalig die Pauschale oder pro Stunde? Wenn pro Stunde, wie teuer ist dann so ein RTW?

    Für starke Schmerzen bleibt nur das Ketamin S in Kombination mit Midazolam. Allerdings erst nach frustranem Behandlungsversuch mit Paracetamol.

    Ich bin mir nicht sicher, ob man dem polytraumatisiertem Motorradfahrer diesen Ablauf mit dem Wissen, dass das erste nicht helfen wird, wirklich zumuten möchte. Das ist doch Unfug.

    Ein Polytrauma mit starken Schmerzen stellt zu keinem Zeitpunkt eine Indikation für PCM dar. Soweit mir bekannt, ist in den meisten SOP PCM für das einfache Extremitätentrauma vorgesehen. Ich weiß um den Hintergrund deiner Aussage, das Beispiel ist aber schlecht gewählt.


    Bei demenzieller Erkrankung würde ich es auch nicht einsetzen. Ein Großteil der Altenheimfraktion fällt also auch weg.

    Das würde ich nicht unbedingt so sagen. Die Altenheimfraktion und dementen Menschen profitieren in erster Linie von "normwertigen Verhältnissen", sprich Kreislauf, Temperatur, Labor usw. Bevor ich 10 Minuten versuche, einen abgerauschten Blutdruck wieder in den Griff zu bekommen, greife ich seit Längerem auch zur Narkoseeinleitung ergänzend auf Ketamin zurück. Mir ist sowohl direkt postoperativ wie auch im kurzfristigen Verlauf nicht bekannt, dass die Patienten dadurch in erhöhtem Maße dementielle Schübe entwickelt hätten.

    Das mit dem Lehrbuch ist nicht ganz falsch, gründet aber auch ein wenig darauf, dass die Schulen (zumindest in NRW) diese als Prüfungsgrundlage nehmen müssen. Jeder Azubi lernt die also während seiner Ausbildung kennen und anwenden und wird hierauf geprüft. Und da braucht es dann eben vielleicht ein paar mehr Infos.

    Ich vermisse in der Auflistung die Messung des Blutdruckes sowie die korrekte Verwendung des Pulsoxymeters und EKGs.


    Vielleicht wäre tatsächlich eine konstruktive Kritik an die Verfasser notwendig, in der die Unterschiede einer Ausbildung und einer SOP dargelegt werden. Eine so detaillierte Auflistung bis in das kleinste Detail macht eine fehlerfreie Anwendung quasi unmöglich und schränkt die Handlungsfähigkeit des Personals erheblich ein, da nur in begründeten Ausnahmefällen abgewichen werden darf.

    Für die Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstellen würde ich das so unterschreiben, ja.

    Es geht mir darum, dass Entscheidungen oder Maßnahmen, die getroffen werden, direkten Einfluss auf andere, aber nicht auf sich selbst haben. Wenn ein Fluglotse schlechte Entscheidungen trifft, dann leiden andere darunter. Er selbst wird vielleicht psychisch darunter zu leiden haben, aber nur in den seltensten Fällen wird eine falsche Maßnahme ihn verletzen oder gar töten. In der Medizin wird der Behandler ebenso wenig von falschen Maßnahmen in Mitleidenschaft gezogen. Ein Pilot wird aber immer dasselbe erleben wie seine Passagiere auch. Da ist der intrinsische Druck, korrekt zu handeln, einfach größer.

    Interessant finde ich die Aussage eines Bekannten, der Kampfjetpilot gewesen ist. Er meinte, dass man in diesem Bereich auf Kommunikation und strikten Regeln beharrt, läge daran, dass es hier „stets um das eigene Leben“ gehen würde. Anders ist es in der Medizin.

    Deswegen stört mich dieser ewige Vergleich der Tätigen in der Medizin mit den Piloten. Ein Vergleich mit Fluglotsen wäre vielleicht etwas passender.


    Ich sehe als eines der Hauptprobleme, warum sich ein Wandel nur sehr zäh gestaltet darin, dass das "Schadensereignis" in der Medizin nur sehr unscheinbar, mehr oder weniger hinter verschlossenen Türen und fast immer als "Einzelfall" abläuft. Die Gesamtsumme der Geschädigten mag die der in der Flugbranche um ein Vielfaches übersteigen, ein seltener Flugzeugabsturz mit Toten und Verletzten im dreistelligen Bereich interessiert und schockiert einfach mehr, als wenn irgendwo in einem RTW oder Krankenhaus ein Patient durch z.B. eine falsche Dosis einen Schaden nimmt. Unabhängig davon, dass jeder "Fall" schweres menschliches Leid zur Folge hat. Von daher hält sich der öffentliche Druck, etwas zwingend ändern zu müssen, weiterhin in Grenzen, auch, wenn es immer mal wieder Ansätze dazu gibt.

    Aus Sicht des Verkäufers ist es durchaus sinnvoll, verhindert es doch, dass der Kauf der Lebensmittel unterbleibt, um sie dann (nach Ablauf des MHD) kostenlos zu erhalten.

    Diese Vermutung lässt sich in der Realität nicht belegen. Mir ist nicht bekannt, dass es bei Händler in Frankreich, wo es unter Strafandrohung ausdrücklich verboten ist, brauchbare Lebensmittel wegzuwerfen, zu beeindruckenden Umsatzrückgängen kam.


    Wie Frankreich gegen den achtlosen Umgang mit Essen kämpft

    Könnte sein, aber wie wird das vernünftig begründet?

    Das ist vermutlich ähnlich sinnvoll, wie dass in Deutschland abgelaufene oder optisch wenig ansehnliche Lebensmittel lieber weggeworfen und gegen Mülldiebe verteidigt werden, als sie Menschen zukommen zu lassen, die sie noch verbrauchen möchten. Notfalls auch mit richterlicher Unterstützung.

    Ich war gestern mit einem BHP 50 in Erftstadt, 18h vor Ort ohne irgendwas zu machen. Heute erneuter Alarm mit dem PTZ 10, auf der Anfahrt abbestellt.


    Wir waren mit unserer angeforderten Einheit von Donnerstag bis Samstag in Ahrweiler.


    Wie ist denn aktuell die medizinische Lage vor Ort? Dass die ersten Tage angespannt war, kann ich nachvollziehen mit akut Verletzten und Krankenhaus-Evakuierung. Ansonsten sehe ich viele FB- und Whatsapp-Status-Bilder von Bekannten, die vor Kolonnen von RTW/ KTW posieren, aber so richtig was zu tun scheint da nicht zu sein.


    Ich wurde auch schon nachgefragt ein MTF40 zu besetzen, was letzte Woche arbeitstechnisch nicht ging und auch diese Woche nur mit Ach und Krach Mitte Juli und Ferienzeit möglich wäre. Ich habe irgendwie keine Lust, zwei oder drei Tage frei rauszuhandeln nur um dann unnötig in der Gegend rumzustehen. Den Bedarf an technischer Hilfe sehe ich sehr wohl, aber medizinisch dürfte doch der größte Teil "erledigt" sein?

    In anderen Branchen ist es auch gang und gäbe, dass man seine Ausbildung mitbringt... entweder man bewirbt sich auf einen Ausbildungsplatz, oder man bewirbt sich auf einen Arbeitsplatz und bringt eine abgeschlossene Ausbildung/Qualifizierung mit...

    Oder warum bezahlt das Arbeitsamt beispielsweise Führerscheine, wenn das doch immer die Arbeitgeber bezahlen? :/

    Natürlich ist das so. Aber, wenn auf dem Markt kein Personal vorhanden ist, muss ich das eben selbst in die Hand nehmen und Leute neu anlernen. Wenn das Arbeitsamt Führerscheine bezahlt, hat der Arbeitgeber doch Glück gehabt, dass die Allgemeinheit mal wieder bezahlen darf, dass irgendwelche Firmen Personal einstellen.

    Hilope ich glaube inzwischen, du willst mich nicht verstehen...

    Das Problem bei uns ist NICHT, dass wir zu wenig Personal haben und deswegen Fahrzeuge ausfallen. Das Problem ist, dass das Verhältnis RS zu NFS sehr stark zu den NFS verschoben ist. NFS zu finden ist überhaupt kein Problem, aber es gibt weit und breit keine RS, die RS bleiben wollen.

    Ich verstehe es ehrlich gesagt auch nicht. Dass es keine RS gibt, die bleiben wollen, heißt für mich, dass es aber welche gibt. So lange genug nachkommen, die die Abgänge ersetzen, mag das wegen der hohen Fluktuation nicht für die Qualität förderlich, aber quantitativ sollten die Stellen besetzbar sein. Wie Jörg schon nachfragte: Wo kommen denn die RS der Mitbewerber her?


    Dass sich das Verhältnis zu den NFS verschoben hat, lässt sich doch nur dadurch erklären, dass man verstärkt NFS eingestellt hat? Eine Weiterqualifizierung vom RS ist ja nicht möglich.


    Allerdings ist es sehr wohl so, dass auch RettSan Mangelware sind. RTWs, KTWs und Mischfahrzeuge bleiben durchaus stehen weil RettSan fehlen.

    Das höre ich hier jetzt so zum ersten mal, vielleicht gibt es da regional doch größere Unterschiede. Hier besetzt man regelmäßig "aus der Not heraus" einen KTW, weil RTW nicht mit NFS zu besetzen sind. Die RS sind sicher nicht die erfahrenen 40-Jährigen, sondern 20-Jährige, aber durch FSJ, Überbrückungszeit aufs Studium, keine Ahnung, was man nach der Schule tun soll usw. kommen ständig welche nach. Die RS-Kurse der HiOrg in der Gegend sind, soweit aktuell Corona bedingt möglich, auch immer gut gefüllt.


    Arbeitgeber in Städten stellen inzwischen zT ungelernte Kräfte ein, und qualifizieren diese zum RettSan, inkl. C1 Führerschein. Die Not ist groß.

    Ich habe mal gehört, dass das in anderen Branchen gang und gäbe ist, seinen Nachwuchs selbst auszubilden...

    Und da kommen wir auch schon zum Problem. Es braucht die RS im System, und zwar viele. Nicht nur die paar Leute, die den RD als Zwischenstation in ihrem Leben sehen, sondern es braucht Leute, die viele Jahre als RS arbeiten wollen. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Wer macht denn heute noch den RS, um dann RS zu bleiben? Viel zu wenige, unter anderem weil es eben keine Perspektive gibt.

    Das kann ich nicht nachvollziehen, weder argumentativ noch, was sich in meiner Realität zeigt. Hier gibt es genug RS, zumindest so viele, dass wegen ihnen kein Fahrzeug ausfällt. Der RS ist nach wie vor eine sehr niedrigschwellige Qualifikation, die aktuell dazu berechtigt, in den meisten Bundesländern sowohl RTW als auch KTW ausreichend zu besetzen. Das kenne ich so sonst aus keinem anderen Ausbildungsberuf. Dazu haben die Organisationen noch immer das FSJ oder den BFD als Rekrutierungsmaschine. Auch das findet man außerhalb des sozialen Bereichs nirgends. Wenn man auf diese Weise kein Personal zusammen bekommt, scheinen die Gründe woanders zu liegen.


    Es müssen die RS auch nicht Jahrzehnte in dem "Beruf" arbeiten. Solange das Ausbildungsniveau so niedrig ist, ist es m.E. vollkommen ausreichend, wenn man den RS als Durchläufer für andere Berufe nutzt und die meisten nach zwei oder drei Jahren wieder aus dem RD aussteigen oder eben sich für die richtige Ausbildung zum NFS entscheiden. Ich wüsste auch nicht, wie und warum man für einen angelernten Hilfsberuf eine Perspektive schaffen soll.

    Aber was hat der RS auf dem KTW für eine Perspektive? Der RS ist eine Sackgasse.

    Was soll denn ein Kurs von wenigen Wochen, die jeder Zivi oder FSJler mal schnell nebenher mitmacht, für eine Perspektive haben? Er qualifiziert in einem professionellen Rettungsdienst mit einem richtig ausgebildeten NFS mit immer mehr Kompetenzen gerade so, an diesem System teilzunehmen. Das sollte jedem klar sein. Wem persönlich eine dreimonatige Qualifizierung als "Berufsausbildung" genügt, Hauptsache er kann möglichst schnell Geld verdienen und dabei auch noch coole Blaulicht-Autos fahren, der braucht sich nach 10 Jahren aber bitte nicht beschweren, dass es nicht mehr weiter geht. Das sollte einem spätestens nach ein oder zwei Jahren bewusst sein. Und hier haben die meisten die Gelegenheit, eine richtige Ausbildung zu absolvieren.

    Wir haben in unserer Firma aber ca. 80 ausgebildete Rettungssanitäter. Von diesen könnten locker sofort 50 den Notfallsanitäter machen. Fachlich drauf haben sie's!

    Das bestreite ich aufs Schärfste. Kommt zu mir in die Prüfung, und ich garantiere dir, spätestens bei Frage 5 seid ihr durchgefallen. Und ich frage nur auf NFS-Niveau ab.


    Aber sie haben keine Chance. Zum einen weil viele "nur" einen Hauptschulabschluss haben und deshalb die Eingangsvoraussetzung nicht erfüllen.

    Ja sorry, das tut mir irgendwie überhaupt nicht leid. Wenn die Mittlere Reife Voraussetzung ist, dann muss man diese an einer Abendschule eben nachholen. Wer sich nebenher zum NFS qualifizieren kann, der wird doch noch die 10. Klasse nachholen können?


    Und natürlich ist es eine Kostenfrage. Wer jetzt 2000 Netto als Rettungssanitäter verdient und daovn eine Familie ernähren muss geht nicht drei Jahre für 900 Euro in die Schule um Sachen zu lernen, die er zu 50% schon kann und weiß und zu 50% nicht braucht.

    Ja sorry, das tut mir jetzt schon wieder ziemlich wenig leid. Wen einem der vielen RS jetzt einfällt, dass er gerne Arzt wäre, aber für 6 Jahre nicht seinen Job an den Nagel hängen kann, der kann das auch so nebenher in Modulen nachholen?

    Deine 50%-Aussage zeigt, warum man eben nicht einfach so NFS werden sollte, weil du von der Ausbildung offensichtlich keinen blassen Schimmer hast.


    Was hilft mir ein Notfallsanitäter, der ein EKG befunden kann, aber nie richtig gelernt hat, eins zu kleben?

    Du bist also der Ansicht, in der NFS-Ausbildung bekommt man nicht beigebracht, ein EKG richtig zu kleben? Aber in der RS-Ausbildung, wo das Thema wie viel Raum einnimmt???

    Geht's noch?

    Beim Medizinstudium ist das ja noch viel schlimmer. Das geht ganze SECHS Jahre plus noch einmal FÜNF oder SECHS Jahre bis zum Facharzt.


    Da ich das meiste ja schon von meiner Rettungssanitäterausbildung her kannte, habe ich das aber deutlich verkürzt, so dass ich nach 3 Modulen Arzt-Ausbildung für Rettungssanitäter von jeweils einem Monat, was ich aber schon für sehr grenzwertig lange hielt, einer Medikamentenprüfung und 3 Monaten PJ die Approbation beantragte. Da ich aber daraufhin nur einen Brief zurück bekam, welcher lediglich ein großes "HAHA" enthielt, habe ich direkt den Notarztschein beantragt. Schließlich bin ich zuvor 8 (ACHT!!!) Jahre als Rettungssanitäter unterwegs gewesen. Das wurde aber bisher noch gar nicht beantwortet... Deswegen habe ich mir sowohl eine Approbationsurkunde und einen Notarztschein von einem Freund kopiert, den Namen durchgestrichen und Homer Simpson darüber geschrieben.



    Tobi_RR Und noch eine ernstgemeinte Antwort: Meinst du ernsthaft, man hat den leidigen RettAss mit Überleitung vom RS abgeschafft, ein seriöses und anerkanntes Berufsbild geschaffen, dass man dann wieder eine Schmalspur einführt, damit Leute, die keine Lust aufs Lernen haben, mal schnell zum Berufsabschluss kommen?

    Mal abwarten. Laut Zeitungsbericht wurden in 14 bis 15 Monaten rund 900 Einsätze absolviert, davon ca. 300 Interhospitaltransporte und hiervon wiederum etwa 100 wegen Corona. Bei weniger als einem Sekundär-Transport am Tag (dafür ist er installiert worden) und nur knapp 2 corona-bedingten Einsätzen in einer Woche, halte ich die Vorhaltung dieses Hubschraubers für weiterhin für sehr zweifelhaft.


    Zukünftig wird man neben den Inzidenzzahlen auch berücksichtigen müssen, wie schwer Patienten am Virus erkranken. Wenn die Impfungen tatsächlich größtenteils vor schweren Verläufen schützen sollten, dann wird auch das Gesundheitssystem nicht mehr so in Beschlag genommen werden wie im letzten Herbst und Winter.

    Ich sehe die Vorteile, wenn man zunächst die Rechnung (bei Krankheit) selber bezahlen muss und sich dann um eine Rückerstattung kümmern muss. Seither weiss ich, dass ich frage, was gemacht werden soll (z.B. der Norotest ist abartig teuer). Interessant ist, dass auch die „normale Bevölkerung“ dadurch kritisch geworden ist.

    Wenn man jetzt schon sieht, was für Kämpfe Patienten für die Bezahlung oder Zuschüsse für medizinische Hilfsmittel mit den Kassen austragen müssen, wobei es meistens um einige hundert Euro geht, kann ich mir gut vorstellen, was hier los ist, wenn Patienten vier- oder fünfstellige Beträge vorstrecken sollen, die dann irgendwann mal (vielleicht) erstattet werden. Entweder hat man eine Versicherung, zu der man übrigens per gesetzlichem Zwang verpflichtet ist, dann hat die auch zu zahlen, oder man stellt auf komplett privat um.


    Und die Erfahrung zeigt, dass gerade die „Sozialschwachen“ und chronisch Erkrankten (über die sog. IV) deswegen beraten werden und entsprechend über die Versicherungen doch abgedeckt werden.

    Schön, dass wenigstens die Versicherungsindustrie noch ein Geschäft dabei machen kann.


    Da lobe ich mir bei allen Unzulänglichkeiten und dem teilweise Ausnutzen des Systems doch unser solidarisches Gesundheitssystem.