Beiträge von Rettungshund

    Natürlich, im funktionierenden System sollte der Zustand regelmäßig entsprechend krank / verletzt sein, sonst hat die Abfrage nicht funktioniert. Die meisten Rettungsdienstgesetze sehen den RTW (und das NEF) für Notfallpatienten vor.


    Und selbst wenn wir uns da noch verbessern können, wird es wohl weiter viele Situationen geben, die eben nicht bei der Abfrage genau beurteilt werden können (Sprachbarriere, Anrufer nicht direkt vor Ort, vieles sieht dramatischer aus als es dann ist > man denke beispielsweise an die stark blutende Kopfverletzung, die dann eine relativ harmlose KoPlaWu ist, u.v.m.).

    Ja, das ist sicher nur eine Stellschraube, aber die Aussage, dass die Abfrage sonst nicht funktioniert hat, finde ich auch etwas zu kurz gedacht, Sorry!

    Ihr und auch ich vor kurzem, habt die derzeitigen Fähigkeiten meiner Kollegen ja angesprochen. Es wird noch ewig dauern, bis alle Ergänzungsgeprüften sich in Rente verabschieden.


    Vielleicht interpretiere ich Diene Aussage ja falsch, aber ich finde diese tatsächlich sehr überheblich: es gibt genügend "ergänzungsgeprüfte" NotSan, deren Wissen und Können weit über dem Niveau eines "dreijährigen" NotSan liegt und umgekehrt.

    Warum wir dieses Kräftemessen (das andere Wort mit dem Vergleich eines tierischen Körperteiles wollte ich nicht sagen) nötig haben, verstehe ich bis heute nicht.

    Voll berufliche Notärzte , hört sich halt schon ein bisschen nach Pippi Langstrumpf an, zumindest in der Menge die man derzeit bräuchte.

    Ich verstehe das ehrlich gesagt nicht so ganz, was an den 100%-nur-Notarztdienst-Menschen besser sein soll.

    Sicherlich sind meine Erfahrungen alles andere als repräsentativ, aber ich halte die mir bekannten Notärzte, die regelmäßig in der Klinik sind, dort im Austausch mit anderen Ärzten stehen und somit auch ganz automatisch "kontrolliert" werden, für deutlich kompetenter, als diejenigen, die als reine Notärzte durch das Land ziehen, weniger kollegialen Austausch haben und ggf damit auch weniger neuen Wissensinput haben (wie immer Ausnahmen auf beiden Seiten!).

    Ja, wobei der Teil aus Absatz 2 in den allermeisten Fällen erfüllt sein sollte, spätestens im 2. Lehrjahr.


    Und zu bedenken gebe ich auch, dass der Azubi nichts davon hat, wenn im Extremfall und kein RS gefunden wird, die ganze Schicht ausfällt, der Azubi zu Hause bleibt und somit auch keine 8/12/wie viel auch immer Stunden bekommt....

    Die Checkliste 38 nehme ich immer dann her, sofern es mir aufgrund der ”Lage” vor Ort notwendig erscheint. Nach meiner Wahrnehmung wird aber leider auch - vermutlich aus Bequemlichkeit - durch viele Kolleg*innen durchaus drauf verzichtet. Leider nach dem Motto: ”einpacken und Problem verlagern als viel dokumentieren zu müssen”. Man kann dann ja noch immer über die behaupteten Bagatelleinsätze jammern.....


    Wie oft im Monat nimmst Du die Checkliste 38 her?

    Wir drehen uns m.E. schon damit im Kreis, dass jeder wohl eine andere Vorstellung von indizierten Einsätzen hat.

    Zweitens ist es gar nicht soooo einfach, in der Leitstelle immer die richtige Wahl zu treffen - geht einem "draußen" ja genauso, dass man daneben liegt.

    Der Apotherker kennt sich in aller Regel deutlich besser mit unerwünschten Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Medikamenten aus. Genau das hat er im Studium gelernt. Um ein vielfaches ausführlicher als im Medizinstudium. Der gute Apotheker verhindert regelmäßig, dass ärztliche Rezepte beim Patienten Chaos anrichten.


    Ja, aber das trifft umgekehrt genauso zu! Der Arzt kennt sich in aller Regel deutlich besser mit Symptomen, Krankheiten und deren Behandlung aus. Genau das hat er im Studium gelernt.

    Bei uns wird die SEG mit der FFW und dem RD alarmiert. Im Regelfall rückt bei uns das erste Fahrzeug (ELW 1/1/2) der SEG 4 Minuten nach Alarm ab. Das zweite Fahrzeug (kleiner GW-SAN 0/3/3) nach ca. 10 Minuten. Somit ist üblicherweise 15 Minuten nach Alarm die SEG da um den RTW auszulösen. Unsere SEG hat immer sehr erfahrene RS, teilweise aus dem Regelrettungdienst, dabei und oft sind auch NotSan mit draußen. Letzten Sommer war ein größerer VU gemeldet, da ist die SEG mit 3 NotSan, 5 RS und einem SanH innerhalb 7 Minuten mit 4 Fahrzeugen (ELW, GW-SAN, MTW, HvO Fahrzeug) abgerückt.

    Respekt!

    Aber sicher nicht auf die meisten SEG bzw. flächendeckend anwendbar...

    Gar nicht. Es kommt die örtliche SEG und diese übernimmt die Absicherung. Sobald es wieder Patienten gibt, wird der Rettungsdienst erneut angefordert.


    Da kann man jetzt auch wieder streiten, ob das sinnvoll ist.

    In aller Regel sind doch die meisten Brandeinsätze mit Beteiligung von Atemschutz nach spätestens 30 Minuten vorbei, d.h. bis die SEG etc. einsatzklar ist, lohnt es sich fast nicht mehr.


    Geht der Einsatz länger, macht eine Absicherung außerhalb der Regelvorhaltung dann schon wieder Sinn.

    Wir sichern doch die Jungs (und Mädels) bei einem Atemschutzeinsatz auch ab, oder?


    Und der geneigte Leser hat vermutlich gelesen, dass es um ein Ereignis bei hohen Temperaturen mit extrem viel Arbeit und nicht um 2 qm Betriebsstoffe nach Mini-VU ging.


    Sonst kriegen wir das mit dem Abschätzen, Bauchgefühl und Verhältnismäßigkeit der Mittel doch auch hin...

    Warum machen die RTW das mit? Was sagt der Betriebsrat? Ich melde der Leitstelle, wenn ich noch 10 min brauche. Wenn der Leitstelle das reicht, dann ist das ok. Ich gewöhne mir da immer mehr an, dass Problem des Systems nicht zu meinem Problem zu machen.

    Klar, putzen und fertig dokumentieren wird man trotzdem, wenn auch im Schnellgang.

    Aber selbst wenn ich sage, dass ich noch 10 Minuten brauche und trotzdem der nächste RTW bin, hilft das halt auch nichts!