Beiträge von Joke

    Also mit kleinen Abstrichen und ein bisschen Augenmaß passt das schon, zumal man vielleicht auch Punkte wie CRM oder Airway-Management mit den Kursen als abgedeckt ansehen kann.


    Genau dieser Teil macht mich skeptisch. Ich glaube nicht das der ITLS Part einem zukünftigen Notarzt alles beibringt was nachher von ihm verlangt wird (exemplarisch nenne ich mal die Thoraxdrainage).
    Noch dazu ist die Zielgruppe des ITLS-Kurses notfallmedizinisch vorbelastetes Personal. Mann kann in Notarztkursen eben nicht voraussetzten das jeder im Umgang mit Schaufeltrage und Vakuummatratze geübt ist.
    Also lass ich entweder etwas unter den Tisch fallen oder komme mit meinem Zeitansatz nicht hin.


    Und zu guter letzt: gerade das Thema Airwaymanagement ist nicht allein durch einen ACLS Kurs zufriedenstellend abdeckbar. Aber eigentlich ist es das gar nicht...


    CAVE: ich möchte explizit nicht die Qualität einzelner Kurse in Frage stellen.

    Ich habe vor einigen Jahren an einem Notarztkurs teilgenommen in welchen ein AHA-Zertifikat inkludiert war. Es gab im Vorfeld keine Literatur für die TN. Mir wurde auf Nachfrage erklärt das die Inhalte auch durch die Theorie während des Kurses erlangt werden könne. Jeder TN wurde im Laufe des Rea-Trainings einmalig als Teamleader eingesetzt. Ein Abschlusstest fand statt.
    Ich habe selbst nie als Provider an einem AHA-Kurs teilgenommen. Wenn ich das erlebte allerdings mit meinen ITLS- oder AMLS-Kursen vergleiche so war es in meiner Welt doch eine pro forma Geschichte die mit dem Lerneffekt eines eigenständigen Kurses nicht mithalten kann.
    Ich persönlich kann mir nicht vorstellen das AHA, ITLS, CRM und Curriculum „Fachkundenachweis Rettungsdienst“ in 80h ausreichend effektiv vermittelt werden können.

    Eine Gesellschaft die dem Zweck dient die rettungsdienstliche Wissenschaft nicht allein Ärzten zu überlassen?


    Dennoch muss natürlich explizit betont werden das alle Tätigen ganz dolle akademisiert und überhaupt ganz toll international im RD tätig sind. Und niemals jmd. aus dem gemeinen „Fahrpöbel“ einen Platz im Vorstand finden wird. Man will ja auf Augenhöhe sein.


    Kann man machen...

    Na ja, bei einer durchschnittlichen Eintreffzeit von 10 bis 11 min ist man in Berlin jetzt nicht so schlecht, wenn man dem Jahresbericht 2017 glauben darf. Da ist man in manchen Bunesländern doch weiter weg. Die Zeit läuft in Berlin ab Annahme des Notrufs.
    So Nummern wie 8 min ab Alarmierung (NRW) sind da auch nicht so viel besser.


    Wenn man für die Hälfte der Einsätze 4min59 zum Erreichen des Notfallortes braucht kann man den Rest in 15min01 abdecken. Das macht in Berlin eine tolle durchschnittliche Eintreffzeit; in Baden-Württemberg macht man sich damit zum Gespött.


    Und nebenbei bemerkt: die durchschnittliche Eintreffzeit in Baden-Württemberg war 2016, wenn man dem Jahresbericht glauben darf, rund sieben Minuten für einen RTW und rund acht Minuten für den Notarzt.

    Behinderungen durch Gaffer, blockierte Rettungsgassen, Beschimpfungen: Einsatzkräfte von Feuerwehren und Polizei klagen wiederholt über Probleme und Beschimpfungen bei der Rettung. Und auch auf der beschaulichen Nordseeinsel Langeoog tritt dieses Phänomen offenbar immer häufiger auf. Rettungssanitäter und Ärzte berichten dem NDR über Beschimpfungen und Behinderungen auf der Ostfriesischen Insel. Oft habe dies mit dieselbetriebenen Einsatzfahrzeugen zu tun. (...)


    ndr.de

    19-Jährige täuschte eine Ohnmacht vor und machte sich über die Retter lustig


    Eine 19-jährige Frau hat in der Nacht auf Donnerstag mehrere Rettungskräfte getäuscht. Der Notfallsanitäter Carsten Gutbrod berichtete dem TAGBLATT, das DRK sei um 4.30 Uhr von der Leistelle alarmiert worden: An der Bushaltestelle Sindelfinger Straße müsse eine Frau reanimiert werden.


    klick mich

    Seit jeher habe ich den Eindruck das die Sichtweise vieler diesbezüglich ist: wer einmal für seine Ausbildung zahlt ist auch bereit in seine Fort- und Weiterbildung zu investieren.


    Auch ich nehme mich davon nicht aus, mittlerweile habe ich aber auch ausreichend Zeit und Geld aufgebracht um es besser zu wissen. Zum einen profitiere ich karrieretechnisch nur von wenigen Lehrgängen; ein Aspekt der mir inzwischen auch wichtig ist. Zum anderen sind die Inhalte meiner zwei Buchstabenkurse- was ich überaus begrüße- nunmehr fester Bestandteil der NotSanAusbildung. Somit ist mein persönlicher Bedarf an hochpreisigen Fortbildungen (fast) gedeckt. Problem dabei ist für mich als Teilnehmer aber vor allem außerhalb von Aufnäherkursen die Qualität zu erkennen. Der Preis ist es nicht! (Dennoch kann ein guter Lehrgang einiges an Kosten generieren)


    Sehr, sehr gute Fortbildungen habe ich tatsächlich als Pflichtveranstaltungen bei meinem Arbeitgeber erleben dürfen. Sicherlich gab es auch bei uns die Zeiten in welchen nach dem Dienst 1,5h Frontalvortrag durch einen Arzt gehalten wurde; selbstverständlich erhielt dieser als Dank die obligatorische Flasche Wein...
    Der erste Schritt war dann vor einigen Jahren das ganze als dreitägige Tagesveranstaltung zu gestalten, mit Einteilung über den Dienstplan. Der nächste Schritt war externe und vor allem hochwertige (und damit auch hochpreisige) Dienstleister mit der Fortbildung zu beauftragen. Von Rettungsdienstschulen bis Tüpass war da einiges geboten. War auch nett. Aber tatsächlich waren die zielführendsten Fortbildung jene die unser LehrRettAss/ Praxisanleiter selbst auf die Beine gestellt hat. Somit ist mein Fazit zu den Pflichtfortbildungen: Mit Engagement der Verantwortlichen sind qualitativ sehr hochwertige Veranstaltungen zu bewerkstelligen. Und damit hätte sich dieses unsägliche private finanzieren von Fort- und Weiterbildungen (von persönlichem Interesse einmal abgesehen) endlich erledigt.

    Ich wage sogar mal in den Raum zu werfen:
    Wenn ich mir das Niveau der Ergänzungsprüfungen in Baden-Württemberg so anhöre, dann bin ich persönlich skeptisch ob ein Auszubildender mit mittlerem Bildungsabschluss weiß worauf er sich einlässt. Das schon wirklich knackig.

    Zwei Fahrdienstleiter haben einen Fehler (mit schwerwiegenden Konsequenzen) begannen und wurden dafür strafrechtlich belangt. Ebenso wie ein Beamter der Bahn welcher den Fahrplan erstellt hat. Zudem gibt es seit diesem Unglück keine "Luftkreuzungen" mehr in den Fahrplänen der deutschen Bahn.
    Oder anders ausgedrückte: ich verstehe Deine Aussage nicht red_cap

    Tut mir leid, das verstehe ich noch immer nicht. Entweder ich rechne sie in die Hilfsfristen mit ein oder nicht. Alles andere macht doch keinen Sinn.


    Warum sollten zusätzliche Wachen/ Rettungsmittel bereitgestellt werden wenn die Hilsfristen (mit HvO o.ä.) erreicht sind? Oder umgekehrt First Responder zur Hilfsfristerreichung heranziehen wenn Standorte ohne diese berechnet werden?


    Vorsicht, es schadet nicht wenn Du meine Beiträge vorurteilsfrei liest. Ich bin kein Verfechter von selbstfahrenden Notärzten, wesewegen ich hier auch nicht im Sinne einer Kosteneinsparung argumentieren will.


    Tust Du aber; und das bereits in Deinem daraufhin folgenden Satz.


    Um meine Meinung abschließend zusammenzufassen: An historischen gewachsenen Strukturen festzuhalten ist nicht unbedingt zeitgemäß, ob dies in Eppingen zutrifft weiß ich nicht zu beurteilen; für Neu-Ulm jedoch wage ich dies zu bejahen.


    Sich aber bei einem (aufgrund nicht erfüllter Hilfsfristen) neu eröffneten Notarztstandort auf solch eine Lösung einzulassen halte ich für groben Unfug.