Beiträge von Eddy

    Da beißt sich die Katze allerdings in den Schwanz. Früher war es für unsere Ehrenamtlichen überhaupt kein Problem, als Praktikant*in RTW-Schichten zu besetzen. Heute ist das aus den von dir genannten Gründen kaum noch umsetzbar.

    Schichten sind halt besser planbar und wenn der Praktikant flexibel ist, geht das schon. Aber zu einer Wache zu gehen und zu sagen „ich kann nur an diesen zwei Tagen, muss da aber 2 Schichten bekommen“ kann man heute völlig vergessen.


    Oder du machst den Lückenfüller bei Ausfall. Das ist dann ungefähr so, als ob die als Kassenpatient zum Facharzt willst.

    Was mir als Außenstehender dazu einfällt: Man könnte den HvO auch als Ausbildungsmöglichkeit sehen. D.h. auch wenn man ihn vor Ort nicht braucht, kann man ihn einbinden und ihm etwas beibringen, bzw. Erfahrung bekommen lassen. Denn diese Möglichkeit hat man im EA wohl sonst ja nicht besonders oft. Und am Ende wünschen wir uns sowohl als Gesellschaft (KatSchutz), als auch als RD vor Ort (HvO) ja EA-Personal, dass nicht nur auf dem Papier, sondern auch tatsächlich und idealerweise sogar noch unter Stress etwas kann. Klar, das ist ein mehraufwand für die RD-besatzung vor Ort, aber man kann Dinge ja auch mal positiv framen...

    Inzwischen gibt es echt wenige Schichten, bei denen keine Azubis oder Praktikanten auf den RTW sind. Da bleibt wenig Raum für weitere Anleitung.


    Da halte ich echte Praktikantenschichten für die HvO für das bessere System.

    Ich sehe es auch so, dass die HvO dann eingesetzt werden sollen, wenn sie einen Mehrwert für die Patientenversorgung darstellt. Das kann dann neben dem VU oder der REA aber tatsächlich auch mal die Tragehilfe aus dem 4. Stock bei einem kritischen Einsatz sein, weil gerade zeitnah niemand anderes verfügbar ist und der Patient ansonsten verzögert transportiert werden kann.


    Allerdings sehe ich es auch als einen gewissen Schutz der doch oft jungen Helfer, sie z. B. nicht zu alarmieren, wenn der primär zuständige RTW disponiert wird und quasi zeitgleich eintrifft.
    Diesen Schutz als gegeben anzunehmen, weil der Helfer bei Überlastung ja selber entscheiden kann, nicht anzufahren, halte ich für naiv. Das klappt auf keinen Fall. Auch ist jedes RM mit SoSi eine gewisse Gefahr im Straßenverkehr.


    Gleichzeitig gehört auch eindeutig definiert, dass die HvO immer der Entscheidung des ersten RD-RM unterliegen. Wenn das erste RM sagt, wir brauchen euch nicht, muss der HvO aus dem Einsatz gehen. Ohne Wenn und Aber. Ein landeseinheitlicher Anforderungskatalog an die Fachkompetenz wäre auch toll und nicht nach Ausbildung, sondern nach Skills.


    Meine Hoffnung ist tatsächlich, dass das ein „reinigendes Gewitter“ sein könnte. Allerdings hängt wie immer sehr viel an dem Vorgehen der EA-Führungskräfte des Platzhirsch in BW ab. Und das ist manchmal halt wirklich unberechenbar.

    Man muss schon klar sagen, dass die HvO-Systeme viele Ortsgliederungen der HiOrg in den letzten Jahrzehnten vor dem Aussterben bewahrt haben. Als das flächendeckend in BW angefangen hat, haben viele ja händeringend Nachwuchs gesucht, dabei konnten die Bereitschaften wenig attraktive Betätigungsfelder bieten. Der Katastrophenschutz wurde massiv zurückgefahren und man ging irgendwie auch davon aus, dass man den mehr oder weniger gar nicht mehr braucht. Und nur mit Teekochen und Würstchen ausgeben bei Brandeinsätzen der Feuerwehr konnte man halt Nachwuchs nicht motivieren. Zumal das Material oft auch deutlich älter war, als der gesuchte Nachwuchs.


    Da war das Thema HvO ein echter Gamechanger, bot er doch echte Einsätze mit viel Action und dazu noch Anerkennung vor Ort. Ich würde wetten, das hat etliche Ortsgruppen vor der Auflösung gerettet. Und finanzielle Mittel lassen sich damit auch gut einwerben.


    Selbstverständlich sind die in der Öffentlichkeit sichtbaren Einsätze wie z.B. Verkehrsunfälle, über die man danach ja auch socialmediawirksam berichten kann, hier hilfreich.


    Leider hat man vor lauter Euphorie vergessen, den Rahmen entsprechend sinnvoll zu setzen. Und dass dies nicht im primären Fokus der Organisationen steht, ist doch auch nicht verwunderlich.


    Wenn man manches Handeln von Rettungsdienst oder auch den Feuerwehren sieht, ist es ja auch nicht immer so, dass es nur nach Sinn und Verstand geht. Da versucht man auch öfter mal, seine Position zu wahren. So ehrlich sollten wir bei der Betrachtung schon sein.


    Dass die HiOrg nun für ihre Dienste kämpfen, überrascht da nicht. Mal schauen, wer den längeren Atem hat.

    Es ist halt die Einschätzung der entsprechenden Leitungskräfte der Ehrenamtlichen in BW, dass Einsätze auf Landes- und Bundesstraßen eine höhere Gefährdung darstellen und man nicht bei allen HvO sicherstellen kann, dass das ohne Personenschaden abgeht. Ich glaube, da wird auch gar nicht differenziert, ob mit oder ohne Einsatzfahrzeug.


    Die HvO sind halt sehr heterogen, von Ersthelfer, über RS, NotSan bis um Notarzt kann dir da alles begegnen. Auch können das einer alleine, oder auch 5 Helfer sein, die zu Fuß, mit einem oder auch 3 KdoW oder sogar mit einem RTW kommen.


    Diesen Wildwuchs hätte man viel früher, am Besten in den Anfangszeiten, begrenzen müssen, indem man klare Regeln aufstellt. Das ganze jetzt einzufangen kann nur mit erheblichem Ärger vonstatten gehen.

    Eine schon immer heftig diskutierte Frage zur Sicherheit von HvO ist die Alarmierung zu Verkehrsunfällen außerorts. In unserem RDB werden die HvO zu allen VU alarmiert, im Nachbarbereich ist das für DRK-HvO stark reglementiert.


    Gemäß den neuen einheitlich HvO-Stichworten dürften diese in BW jetzt gar nicht mehr zu VU alarmiert werden. Dass scheint auf wenig Gegenliebe zu stoßen.

    Wie viele Landesschule hat denn das DRK BW? Da müsste es doch einen riesigen Bedarf für NotSan-Ausbildungsplätzen geben. Das DRK hat doch bestimmt einen Leistungsanteil von 50% im RD im Ländle, das sind doch bestimmt 100 Azubis oder mehr pro Jahr.

    Ich glaube, es hat BW sehr gut getan, dass im Zuge der zahlreichen Verhalteerweiterungen inzwischen fast überall viel mehr die verschiedenen HiOrg Fahrzeuge besetzen und nicht nur der Quasi-Monopolist DRK tätig ist. Tatsächlich belebt hier die Konkurrenz das Geschäft. Das Personal hat nämlich inzwischen echte Alternativen, wenn es mit der Arbeit in der jeweiligen Organisation unzufrieden ist, auch lokal den AG zu wechseln. Und da muss man sich als Organisation jetzt halt etwas strecken, wenn man Personal haben will.


    Bei uns haben die NotSan sehr weitgehende Möglichkeiten, wir haben inzwischen z. B. auch BTM auf den RTW und die NotSan die notwendigen Freigaben dafür. Wenn man als erstes an der Einsatzstelle eintrifft und der Meinung ist, dass man das ohne das parallel alarmierte NEF gut handeln kann, dann wird das auch abbestellt. Wenn die nicht gerade schon vor der Tür stehen, dann drehen die auch wirklich ab.


    Und ich habe auch noch nicht erlebt, dass sich dafür dann jemand rechtfertigen musste, solange er das halt auch wirklich im Griff hatte.


    Die NotSan wurden alle für die BTM-Gabe nachgeschult.


    Natürlich gibt es bei den BW-SOP den ein oder anderen Punkt, wo man gerne etwas flexibler wäre. Aber im Gegensatz zu vor 10 Jahren haben wir inzwischen einen wirklich anderen Rettungsdienst.


    Was ich mir jetzt noch wünschen würde, wären HiOrg-unabhängige Leitstellen, deutliche Verbesserungen in der Lenkung der Patienten zum KV-Fahrdienst sowie Vorgaben, in welcher Zeit die Notaufnahmen die Patienten übernehmen müssen.


    Aber ich als „Wachenopa“ sehe es tatsächlich positiv.

    Man könnte ja mal damit anfangen die Verdachtsdiagnose der Leitstelle mit der Arbeitsdiagnose der RTW-Besatzung zu vergleichen. Diese Daten hat man ja beide und damit könnte vielleicht die Qualität der Leitstellen verbessert werden. Macht man aber komischerweise auch nicht, was auch nur den Schluss zulassen kann, dass daran kein Interesse besteht.

    Die Forderung jede medizinische Leistung nur dann anbieten zu dürfen, wenn sie flächendeckend in ganz Deutschland erbracht werden kann, ist doch völlig unrealistisch. Es wird immer Leistungen geben, die nur an den großen Zentren verfügbar sind. Warum sollte sich da ein MIC von einem Kinder-Verbrennungsbett unterscheiden.


    Das MIC aus Heidelberg fährt auch recht weit ins Umland und oft genug kommen sie auch zu spät. Das ist halt auch ein Stück Idealismus der Beteiligten. Und vielleicht fühlt man sich auch dem ersten deutschen NEF HD10 gedanklich verbunden.

    Vielen Dank. Aber genau das habe ich befürchtet. Diesen Bedarf gibt es aufgrund der Strukturen der Feuerwehren hier nicht (Fachgruppen Führung & Kommunikation, Verpflegung, Logistik, usw.). Auch ist es schwierig den Städten und Gemeinden hier Vorgaben zu machen, da diese als zuständige Gefahrenabwehrbehörde die Kosten für die HiOrg-Einheiten im Einsatzfall tragen müssten.

    Das was du beschreibst, ist genau das, was die Hilfsorganisationen unter anderem bemängeln. Solange alles in einem gewissen Rahmen ist, will die Feuerwehr / Gemeinde das selber machen und den HiOrg dafür auch bei Möglichkeit nichts bezahlen müssen. Dann aber, wenn die eigenen Ressourcen nicht mehr reichen, dann sollen die HiOrg bitte liefern und dann auch mit gut trainierten und ausgestatteten Einheiten, die auch nur die tatsächlich in diesem Moment entstandenen Kosten erstattet bekommen.


    So läuft das aber halt nicht und das werden die Behörden die nächsten Jahre bitter erfahren. Die K-Einheiten sind vielerorts personell und auch materiell abgewirtschaftet und hier wird man investieren müssen. Finanziell als auch in Wertschätzung der Führungskräfte und Mannschaft gegenüber.


    Eddy