Beiträge von Monschi

    Je nach Region haben die Privatsender den Leitstellen auch eine "Sprecheinrichtung" zur Verfügung gestellt. Das ganze unter Verschluss und mit Versiegelung, da damit das Programm unterbrochen wird und die Leitstelle eine Durchsage machen kann. So wurde es mir zumindest erklärt.

    Dem ist so. Wie bei uns eingesetzt und auch regelmäßig getestet. Ist aber eben der regionale Lokalsender und wie bei allem gil3 auch hier : ab wann willst du was warnen? Zumal auch dann ein Disponent von seinem Platz weg muss, die Durchsage vorbereiten muss, dass System aktivieren muss und entsprechend vorlesen muss. Und das nicht selten in einer Situation wo eh alles Leitungen glühen.

    Das dürften die "Volunteer Ministers" von Scientology gewesen sein. Drecksbande. Habe sie selbst beim Amoklauf von Winnenden erlebt. Nutzen das Leid und die emotionale Vulnerabilität von Betroffenen aus, um Menschen in ihre Sekte zu locken. Die waren damals v.a. in Baden-Württemberg sehr aktiv.

    Die Masche ist schon sehr alt. Bei den Marathons hier in der Gegend gab es mal eine Zeit lang eine kostenlose Massage nach der Zielankunft... Bei der man dann vorsichtig gefragt wurde ob die mentale Stärke für diesen Lauf vielleicht ja von einer mystischen Kraft stammen könnte... Die Ordnungsämter wurden erfreulicherweise recht schnell tätig.

    Ich bin grade ratlos. Der Verbrauch an Material in einem ITLS Kurs (den ich alle zwei Jahre besuche) oder PHTLS Kurs (den ich lange unterrichtet habe) ist viel geringer. Ich hab keine Lust dazu die einzelnen Gegenstände aufzuzählen, dazu fülle ich grade beruflich zu viele Listen aus. ;)=O

    Ok, dann mal so:


    Für einen EKG - Kurs brauche ich Puppen und Isimulates. Fertig.


    Für einen Trauma - Kurs brauche ich Puppen, Verbrauchsmaterial, Kunstblut, Schaufeltragen, Vakuummatratzen, Spine boards, Tourniquets,...


    Das klingt jetzt natürlich sehr provokant, was ich aber wirklich nicht damit meine! Du weißt, dass ich solche Kurse skeptisch sehe, in der Vergangenheit hast du mit aber versucht meine Skepsis zu relativieren. Ich scheine nur auch hier eine vollkommen falsche Vorstellung von diesem Kurs zu haben und versuche hier meine Skepsis mit Objektivität zu begegnen, daher die Frage.

    Jetzt formiert sich überall die „Guerilla-Hilfe“, soll heißen, diverse Privatpersonen rufen über social media zu Sachspenden auf, packen ihre Kleintransporter und Familienkombis voll mit vermeintlichen Hilfsgütern wie Wolldecken, Kuscheltieren und frischen Käsebrötchen und brechen damit eigeninitiativ ins Kriegsgebiet Krisengebiet auf. Das ist vermutlich gut gemeint, aber im Gesamtkontext sicher wenig hilfreich.

    Wenn das Feuerwehren und Hilfsorganisationen (also die „Profis“) machen, finde ich das eher problematisch. Da wäre es schon sinnvoll, die (inzwischen ja etablierten) Strukturen und Anforderungswege einzuhalten. Oder?

    Ohne jetzt Werbung machen zu wollen, aber bei der Firma Haribo in Grafschaft ist ein Lager entstanden, welches auch von offizieller Seite benannt wird. Das Ding ist neu gebaut und riesig.

    Hier können Hilfsgüter abgegeben werden. Gesammelt werden Klamotten, Nahrung in Konserven, Hygiene - Artikel, Tiernahrung und wohl auch Werkzeug.

    Es ist ein bisschen schwierig das alles zu beschreiben. Ich habe derzeit Urlaub, habe meine Hilfe zwar angeboten, aber bis dato gab es noch keine Gelegenheit. In sofern kann ich zwar nicht die Eindrücke als Helfer wiedergeben.
    Durch Zufall - ich hatte privat etwas in der Ecke zu erledigen - war ich plötzlich mitten im Geschehen. Es hat den ganzen Tag geregnet und auf dem Hinweg zu meinem Termin war eine Straße überflutet. Denkt man sich jetzt noch nicht wirklich was bei, Feuerwehr ist da, Keller laufen voll,... Unwetter halt. Junior saß auf dem Beifahrersitz. Aber wenn dann der ersten Umleitung sieben weitere folgen sollen, du Wasser an Orten hast wo eigentlich kein Wasser ist weit und breit und du nicht mehr sagen kannst ob die Gullideckel schon fehlen: ab dann wird es dir mulmig. Die Strecke hin dauert normalerwiese 25 Min., jetzt schon über eine Stunde.
    Ein NEF kommt dir entgegen, fährt in eine Stichstraße - wir treffen es noch dreimal wieder, es sucht sich einen Weg, alle Straßen überflutet, kein Durchkommen. Später erfahre ich: die örtliche Rettungswache ist schlicht abgesoffen, die Fahrzeughalle einen Meter unter Wasser. Der nächste Bach ist eigentlich 70m weg.
    Der Rückweg wird zum Abenteuer. Alle Straßen sind quasi nicht passierbar. Einerseits weil sie überflutet sind, andererseits, weil die SUV ihre Autos nicht dreckig machen wollen und im Weg stehen. Dabei kämen die durch. Ich erwische mit Glück die letzte Straße raus irgendwie, sie führt in eine vollkommen falsche Richtung, aber erst mal weg. Im Kopf gehe ich durch was Plan B ist oder Plan C. In den Nachrichten erfahre ich 30 Minuten später, dass die Straße jetzt auch zu ist und in einem der Ortsteile liegt die nun evakuiert werden sollen.
    Ich schaffe es nach Hause, muss nicht bei Freunden (Plan B) oder den Eltern (Plan C) unter kommen. Dort aktiviere ich ein bisschen den Flurfunk. Meine Ehrenamtseinheit ist raus, keiner weiß wohin und für wie lange. Der Strom ist weitreichend im Einsatzgebiet ausgefallen, genauso wie Handynetz und Telefon. Die Umspannwerke liegen im Wasser. Alle Feuerwehren der einzelnen Kommunen des Kreises werden in Vollalarm gesetzt, 50 Helfer mit Fahrzeugen entsendet quasi jede Wehr ins Schadensgebiet. Der Rest räumt zu Hause auf. Auch wenn ich im Speckgürtel wohne höre ich regelmäßig Martinshorn, die Helfer wechseln regelmäßig durch.

    Die Große Sorge in NRW ist die Steinbachtalsperre. Gegen 18 Uhr schon hieß es, dass die Dammkrone überflutet ist und das Wasser weiter drückt. Seit heute Mittag vermeldet die Presse, dass der Damm Risse hat. Es werden 9.000 Leute evakuiert werden müssen. Die Bilder der Ortschaften sind surreal zu sehen. Ich kenne die Orte natürlich, aber einen Bachverlauf kennen auch nicht mal alle Einheimische wirklich.
    Heute musste ich wieder ins "Krisengebiet", der Familie dort kurz helfen. Stellt euch vor ihr habt ein (mehr oder weniger) normales Treiben in einer Ortschaft, aber es sieht aus wie in einem Zombie-Endzeitstrefen. Mitten auf der Hauptumgehungsstraße stehen Autos. Leer. Abgestellt wie sie gerade standen, teilweise mit Warnblinker, teilweise ohne. Schlamm, Holz, Unrat. In jedem dritten Haus steht Sperrmüll vor der Türe, aus jedem zweiten Haus kommen Schläuche und fördern Wasser. Mittendrin ein FW-Fahrzeug der BF Essen.
    Am Vormittag kam mir die Einsatzeinheit Malteser / DRK Ibbenbüren entgegen in klassischer Konvoifahrt. Die Feuerwehren wechseln ihre oben beschriebenen 50 Mann eigenständig durch. In Erftstadt, so meldet das Radio, wird das Krankenhaus evakuiert. Angeblich mit Helis, da das Haus nicht mehr angefahren werden kann von Rettungsmitteln. Das KH Euskirchen steht ebenfalls unter Wasser und ja ja auch keinen Strom mehr. Was da Phase ist weiß ich tatsächlich nicht. In Swisttal gibt es Probleme mit der Kommunikation der BOS. Die Leitstelle erreicht die Stäbe wohl nur sehr schlecht und auch die erreichen ihre Abschnitte / Einheiten nur sehr verzögert, wieauchimmer. Die Rathäuser kommunizieren mit dem Kreisen wohl über Satellitentelefon.
    Helis hörst du den ganzen Tag. Wer das ist, was die so tun, wohin die fliegen... keine Ahnung. Aber es werden wohl immer noch Leute per Heli aus den Häusern gerettet. Die herkömmlichen Boote haben zu schwache Außenborder, die der Strömung nicht Entgegen halten können. Große Boote gibt es hier aber auch nicht wirklich viele. Wofür auch? Es gibt hier nur den Rhein. Eigentlich.
    Ich persönlich fühle mich echt doof. Morgen geht es in den Urlaub. Fieser Zwiespalt irgendwie. So, spontan mal meine unsortierten Gedanken. Hoffe man kann es lesen und verstehen.

    Was mMn den RS an manchen Standorten auch knapp macht ist das alte Problem, was auch der RettAss seinerzeit hatte : der potentielle Arbeitgeber war und ist schlicht nicht bereit diesen zu zahlen. Der RS soll fertig ausgebildet und mit C1-Führerschein auf den Hof laufen...

    Das ist halt auch etwas blauäugig

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    Was ich eher schade finde ist, das der NotSan in Teilzeit leider nicht überall angeboten wird. Entweder die Schulen bieten es nicht an oder die Firmen sagen die wollen so etwas nicht.

    Ich halte ihn in Teilzeit eigentlich auch nur für eine Feuerwehr für durchführbar. Ansonsten bietet er wenige Vorteile

    Ich freue mich, dass mein Rettungsdienst Vertragspartner der Pflegeschule und der Universität ist. Pflegekräfte und Medizinstierende absolvieren ein Wahlpraktikum im RD.

    So etwas haben wir (noch) nicht, aber wir haben seit einigen Monaten (wieder) recht offen postuliert, dass auch für Pflegepersonal bei uns eine Hospitation im RD möglich ist. Das läuft noch was schleppend, aber die Resonanz aus den Ambulanzen bspw. ist bahnbrechend positiv!
    Wer hier eher etwas mauert ist das Krankenhaus mit Formalitäten und natürlich auch der Frage wie und ob diese Zeit als Arbeitszeit gewertet wird...

    Du wirst lachen, aber genau das würde ich mal gut finden, auch für meinen Bereich der Hebammenarbeit.

    Einfach um auch über den Tellerrand zu schauen.

    Ich rede nicht von 3 Monaten sondern mal 1 Woche z.B. als 3. auf dem RTW mitfahren.

    Komm vorbei, bekommen wir hin.

    Wenn du dann deinen Mädels beibringst, dass auch Jungs in den Kreißsaal dürfen? :-)

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    Es geht darum, auch für Rettungssanitäter eine Zukunftsperspektive zu eröffnen.
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    Der einzige Satz, dem ich zustimmen könnte, wüsste ich nicht, dass wir ihn aus vollkommen anderen Blickwinkeln betrachten.

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    Fakt ist, dass der Rettungsdienst ein Nachwuchsproblem hat.

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    Hat er das? An mangelnden Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz zum NotSan liegt es sehr sicher nicht. Wir können Körbe damit füllen und das obwohl wir nicht mal öffentlich ausschreiben.

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    Nicht jeder hat die Zeit, das Geld oder die Lust sich drei Jahre in die Schule zu setzen.
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    Wie schon erwähnt wurde ist die Ausbildung vergütet. Und für den Rest gilt: Dann kann man halt leider kein NotSan werden. Oder um mit deinem Beispiel zu arbeiten: Wer Zimmermann werden möchte muss halt auch eine Ausbildung machen.

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    Es ist nicht unbedingt notwendig zu wissen, wie und wo ein Medikament genau wirkt. Man muss Indikation, Dosierung, Wirkung, Nebenwirkung kennen und kein halbes Medizinstudium aus der Berufsausbildung machen.
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    Für jemanden der für sich in Anspruch nehmen möchte potentiell toxische und somit tödliche Substanzen in Menschen einbringen zu wollen, was zudem immerhin auch grundsätzlich erst einem eine gefährliche Körperverletzung ist, also ein Grundrecht, welches hier ausgehebelt wird erwarte ich das - verdammt nochmal - auch!

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    Ein Pflegepraktikum hat mit dem Rettungsdienst nichts zu tun, die Zeit hierfür kann man mit sinnvolleren Inhalten (Praxis!) füllen.
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    Dann mach doch mal eins. Du wirst dich wundern!

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    Monschi schrieb ja: NFS-Schule: 1960 Stunden Theorie - Notfallrettungssanitäter 1160 Stunden Theorie. Macht eine Differenz von nur 800 Stunden = 20 Schulwochen. Dabei sind auch wieder viele Fallbeispiele, die durch eine berufsbegleitende Ausbildung in der Praxis überflüssig sind.

    Da hast du mich leider falsch verstanden. Denn die 20 Wochen (immerhin fast ein halbes Jahr) macht ein NotSan zusätzlich zu der selben Zeit die er im praktischen Dienst auf einem RTW (und dort fast ausschließlich!) eingesetzt wird.

    Du möchtest eine Ausbildung verkürzen und argumentierst mit einem Mehr an praktischer Erfahrung, die aber eben nicht vorliegt!

    Abschließend: in deinem Vorstellungsthread redest du davon für die Fort- und Weiterbildung für über 300 Leute zuständig zu sein. Abgesehen davon, dass ich dir das schlicht nicht glaube, halte ich eine solche Einstellung zu Fort- und Weiterbildungen für abstrus und auch gefährlich.

    Nochmal, weil ich mit ein bisschen verwundert die Augen reibe:


    NotSan:

    1920 Std. Theorie, ebenso viel in praktischen Anteilen auf der Wache und... Ich müsse es nachgucken, aber etwa 12 Wochen Krankenhaus dürften es sein.


    Dein / Euer Modell :

    520 RS + 640 weitere Stunden macht 1160h Theorie

    Und zwei Jahre Berufserfahrung als Fahrer RTW (oder ist hier auch ein Einsatz auf dem KTW anrechenbar)


    Ich bleibe also in Theorie und Praxis deutlich unter dem NotSan, bekomme danach aber trotzdem die Urkunde?


    Ich möchte mich @M1ke anschließen: ist das Satire?

    Grundsätzlich finde ich es begrüßenswert, dass es eine Gesellschaft gibt welche mehr wissenschaftliche Erkenntnisse generieren will und Forschung fördern möchte im Bereich der Präklinik.
    Was mich jedoch auf Distanz hält zu diesem Verein ist, dass ich als Nicht-Akademiker nur eine passive Rolle zugedacht bekomme. Ich darf zwar gut und gerne Geld in Form von Beiträgen einzahlen, danach habe ich aber nicht mehr zu sagen und kann auch nicht in entsprechenden Gremien mich einbringen, mich zur Wahl aufstellen lassen oder gar selber wählen. Besonders letzter Punkt irritiert mich sehr, schwingt in ihm doch (unterschwellig?) die Botschaft mit, dass Nicht-Akademiker zu dumm sind für eine aktive Mitarbeit.
    Es gibt viele Vereine in der Medizin, die ja alle zumeist mit "DG" also "Deutsche Gesellschaft..." anfangen und die Ärzten vorbehalten sind. Damit habe ich kein Problem, denn abgesehen von Lobbyarbeit (die diese Vereine ja auch machen) haben diese Vereine ja klar zum Ziel ihren entsprechenden medizinischen Bereich zu fördern und zu entwickeln.
    Bei der DGRE (man lehnt sich also bewusst den allgemeinen Gepflogenheiten an, indem man das "DG" ebenfalls nutzt) ist dies aber eben anders. Lobbyarbeit kann es ja eigentlich keine geben, oder wen will man davon überzeugen Forschung zu betreiben? Und auch der Sammelbegriff "Forschung" wird ja bewusst weit gefasst. Es gibt verschiedene, selbst gewählte "Sektoren", zugegeben, aber trotzdem gibt es ja keinen Kernbereich, kein präzises Ziel.
    In sofern bleibt mir der Benefit grundsätzlich, aber auch für mich im Speziellen unklar. So unklar, dass eine Mitgliedschaft für mich wenig Sinn bringt.
    Im übrigen sind mWn Ärzte Akademiker. An Akademikern mangelt es in unserem Berufsbild also nicht gerade.

    Vielleicht magst mal kurz erklären was "One-Minute-Wonder" sind. Kennt vielleicht nicht jeder. ;-)

    Zu deiner Frage: Bei uns wurden auf den Fluren und im Aufenthaltsraum Poster u.ä. mit Algorithmen, Erläuterungen und generellem RD-Bezug abgehangen zwecks "besseren Abschaltens und somit höherer Sozialhygiene".