Beiträge von thh

    Ist mit Konsum eigentlich Besitz gemeint?

    Vermutlich.

    Dachte immer Konsum an sich sei nicht strafbar, bzw werde zumindest nicht verfolgt.. oder ist das so eine Urbane Legende?

    Nein, das ist richtig, Konsum ist straflos. Es ist allerdings nicht ganz einfach, besitzlos zu konsumieren; relevanter ist, dass der bloße Nachweis des Konsums (in Blut, Urin, Haaren, ...) aus diesem Grund nicht auch den Besitz nachweist, weil ein besitzloser Konsum denkbar ist.


    Ansonsten gibt es nicht viel, was man mit Btm straflos machen darf; § 29 Abs. 1 BtMG als die zentrale Strafnorm enthält eine beeindruckende Palette von Begehungsweisen (die weiteren Absätze u.v.a. die folgenden Vorschriften in §§ 29a, 30, 30a BtMG sind v.a. Qualifikationen mit erhöhter Strafdrohung für qualifizierte Begehungsweisen).

    Das beantragen der Urkunde wird mit einem einschlägigen Eintrag im erweiterten Führungszeugnis sicher schwer.

    Schon, aber wo sollte ein solcher Eintrag herkommen? Das erweiterte Führungszeugnis unterscheidet sich nur dadurch, dass bestimmte im Bundeszentralregister eingetragene Sexualstraftaten, die normalerweise nicht (mehr) in eine Führungszeugnis aufgenommen würden, ins erweiterte Führungszeugnis eingetragen werden (§ 32 Abs. 5 BZRG). Einen Zusammenhang zum Konsum von Betäubungsmitteln sehe ich da nicht.

    Der potentiellen AG kann jedoch nur ein normales Führungszeugnis verlangen. Auf diesem sind keine Verurteilung unter 90 Tagessätze oder 3 Monate Freiheitsstrafe aufgeführt.

    Bis zu 90 Tagessätzen/3 Monaten einschließlich, und: das gilt nur, wenn im Register keine weitere Strafe eingetragen ist (§ 32 Abs. 2 Nr. 5 BZRG).

    IVor vielen Jahren wollte das zuständige Gesundheitsamt ein Führungszeugnis für Behörden vor der Prüfung zum Rettungssanitäter (Modul M4 damals) haben. Hat dafür gesorgt, dass einige Personen aus meinem Kurs wegen "Jugendsünden" nicht zur Prüfung zugelassen wurden und Rettungshelfer blieben.

    Das müssen dann sehr besondere Jugendsünden sein. Das Führungszeugnis für Behörden unterscheidet sich vom "normalen" Führungszeugnis dadurch, dass auch Maßnahmen der Besserung und Sicherung - also bspw. die strafrechtliche (!) Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus bei Freispruch wegen Schuldunfähigkeit - und behördliche Verbote, bspw. des Waffenbesitzes sowie Verfahrenseinstellungen wegen Schuldunfähigkeit aufgenommen werden. (Und Straftaten mit Gewerbezusammenhang, aber nur, wenn das Führungszeugnis im Zusammenhang mit einer Gewerbeuntersagung angefordertb wird.)


    (Es kann natürlich auch sein, dass schlicht das Führungszeugnis an sich das Problem war.)

    Der Sohn eines Bekannten hat mit mittlere Reife die Ausbildung zum Fachinformatiker gemacht und aufgrund einschlägiger mehrjähriger Berufserfahrung den Zugang zu einem Bachelorstudiengang in Informatik erworben. Jetzt möchte er einen Master draufsetzen. Das ist in fast allen Berufen mittlerweile möglich.

    Möglich ja - die Frage ist ja mehr, ob es auch sinnvoll ist, d.h. ob eine Tätigkeit in einem entsprechenden Bereich angestrebt wird. (Ein Studium ist ja kein Selbstzweck.)

    Vielleicht hilft dir das weiter, es geht hier um einen Unterricht zum Thema "Patientenübergabe"


    DHF Seite 10.pdf

    Die Frage dürfte sein, ob da die Vorgaben nachvollziehbar operationalisiert sind.


    "Rettungsfachpersonal: Orientiert sich innerhalb ihres Berufsfeldes an gesetzlichen Vorgaben, ethischer Aspekte und gesellschaftlichen Konsens, sowie an Standing Orders und Algorithmen."


    Abgesehen davon, dass der Text grammatikalisch noch Potential hat: Ist damit wirklich gemeint, dass das RFP sich an gesetzlichen Vorgaben nur "orientiert", sie also nicht zwingend beachtet, sondern als modifizierbaren Vorschlag ansieht?

    Also ich habe con einem Kollegen mal gehört, dass es finanziell tatsächlich nicht unatraktiv ist ein Heim (vollständig) zu betreuen. Da kann man einmal im Quartal alle Karten durchziehen, egal ob der Patient tatsächlich gesehen wurde oder nicht (ist das dann Betrug??)

    Ja.

    Die freie Arztwahl gibt es im Krankenhaus ja auch nicht. Man kann das Krankenhaus wählen, aber nicht den Arzt.

    Doch, kann man schon, als Wahlleistung; muss man dann ggf. gesondert bezahlen, wenn nicht durch die PKV oder eine Zusatzversicherung abgedeckt.

    Das Prinzip würde ja bestehen bleiben.

    Dennoch sollte erst einmal ein Angebot etabliert werden - zumal nach einem Einzug in eine Pflegeinrichtung nicht alle Hausärzte (aufgrund der räumlichen Entfernung) die Versorgung weiterführen möchten.

    Das Prinzip eines solchen "Heimarztes" ist ja durchaus nicht unverbreitet und mir schon in den 90ern begegnet. Klar, primär in den größeren und besseren Einrichtungen.

    Bei aller berechtigter Kritik an den KV-Vertretern, die den Mund mal wieder zu voll genommen haben, der überwiegende Teil der Arztpraxen leisten auch in nicht Pandemie-Zeiten ziemlich viel. Sich jetzt despektierlich darüber zu äußern, dass man nach einer 50 oder 60 Stunden Woche, auch noch zusätzlich den Samstag zur Verfügung stellt, halte ich für nicht angebracht.

    Nun ja, wer im März die Schließung der Impfzentren fordert, weil "Impfungen zu unseren Kernkompetenzen gehören" und man das alleine und viel besser hinbekomme, der sollte dann auch liefern können. (Und nein, das war nicht die KV, das war der Hausärzteverband, der "mit rund 30.000 Mitgliedern [...] größte Berufsverband niedergelassener Ärztinnen und Ärzte in Deutschland".)

    Was auch Sinn macht, da tw. Helfer "Fortbildungen" halten, bei denen diese ihre Erfahrungen aus dem San-Kurs vor 40 Jahren vortragen. Persönliches Highlight meinerseits ist hierbei, dass die Definition eines Schocks als Erläuterung für ein Trauma herhalten musste.

    Sinnvollerweise sollten auch die Fortbildungen von entsprechend qualifizierten Ausbildern gehalten werden ... oder man bildet eben nur jedes zweite Mal fort und trifft sich dazwischen zum Klönen. Allemal sinnvoller als Fortbildungen zweifelhaften Inhalts durch Personal zweifelhafter Qualifikation.

    Also laut Andreas Gassen, dem Chef der KBV, ist die 116117 ein voller Erfolg, und die Anrufer mehrheitlich sehr zufrieden mit dem Service...

    Nun ja, laut Andreas Gassen sollte man sich auch vor „Alarmismus“ in der Coronakrise hüten (10/2020) und 6-7 Wochen nach einem "Freedom Day" alle Restriktionen fallen lassen (09/2021). Insofern ...

    Schön für ihn, dass sich herausgestellt hat, dass der vorgeworfene Faustschlag nicht stattgefunden hat.

    Das steht da nicht - dem Bericht nach hat die Auswertung einzelner Bilder berechtigte Zweifel (!) begründet, dass der Schlag im Gesicht getroffen habe. Das ist eine Formulierung, die vermutlich nicht von einem Journalisten stammt, und ist nicht dasselbe wie "die Auswertung zeigt, dass das Schlag nur das Kopfteil getroffen hat".

    Ich finde diese Forderung absolut korrekt. Auch wenn meine Leitstelle nicht wirklich effektiv arbeitet (arbeiten kann) und ich persönlich auch wenig Lust hätte noch mehr Pillepalle am Telefon abfragen zu müssen, muss ich trotzdem anerkennen, dass eine Integration des ärztlichen Notdienstes in die integrierten Leitstellen, unter Nutzung (weniger) einheitlicher Notrufnummern, durchaus Sinn ergeben würde.

    Die 116 117 wurde in BW bisher in (fast?) allen Fällen durch die Integrierten Leitstellen abgefragt; das fand ich ziemlich praktisch. Die KV hat nunmehr aber ein eigenes Callcenter aufgesetzt; zum Jahresende müsste die Migration überall abgeschlossen sein. *schulterzuck*

    Ich als Feuerwehrmensch komme immer ganz durcheinander, wenn ich Fahrzeugführer als Fahrer erklärt bekomme. Bei der Feuerwehr sitzt der Fahrzeugführer immer vorne rechts. Er ist der Einheitsführer, der Führer des Fahrzeuges quasi. Das verstehen hier sogar die HiOrgs. Ach so, beim Rest stimme ich übrigens zu.

    Das Gesetz (StVG, StVO) spricht vom Fahrer als Fahrzeugführer (oder im Falle der StVO nach einem schweren Fall von Genderitis von "den Fahrzeugführenden"). Abgesehen davon, das man Rechtsfragen sinnvollerwerise in der Diktion des Gesetzes beantwortet, ist das m.E. auch zutreffender, denn wenn jemand das Fahrzeug führt, dann der Fahrer; dafür hat er ja auch einen - Achtung! - Führerschein. :) - Der Einheitsführer hingegen führt die entsprechende Einheit, also Gruppe, Staffel oder Trupp, nicht (nur) das Fahrzeug. Insofern ist der Sprachgebrauch der Feuerwehr abweichend.

    Daher entscheidet der Transportführer und die Leitstelle hier aus meiner Sicht nichts - sie sind auch nicht diejenigen die nachher vor Gericht stehen. Sondern sie geben Sondersignal frei - sprich erst mit ihrer Einwilligung kann es überhaupt genutzt werden.

    Nicht wirklich; es bedarf - nach deutschem Recht - keiner "Freigabe" für die Inanspruchnahme von Sonderrechten oder Wegerecht (oder das Einschalten von Blaulicht und/oder Einsatzhorn), und eine solche "Freigabe" genügt auch nicht. Entscheidend ist vielmehr, ob die Voraussetzungen vorliegen. Das entscheidet und verantwortet im Grundsatz der Fahrer, aber auf Basis der Einschätzung durch die Leitstelle (auf der Anfahrt) oder des Transportverantwortlichen (mit Patient).


    Um das einfach zu fassen: Die Leitstelle oder der medizinisch Verantwortliche auf dem Fahrzeug entscheiden, wie eilig die Fahrt ist. Der Fahrer entscheidet dann, wie er das umsetzt.

    13. Ludwigsburger Tag der Notfallmedizin 13.11.2021 (Präsenz + online)

    Wann? Samstag, 13.11.2020, 09.00-14.00 Uhr

    Wo? Hörsaal Klinikum LB (max. 50 Personen) + online


    Eine Anmeldung ist für den Zugang erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos.


    --> Ankündigung (Anmeldung, nähere Informationen)


    Themen:

    • Höhenrettung, Erfahrungen aus dem Ahrtal
      (Wegmann, Stuttgart)
    • Verteilungskonzept Covid-Patienten in der Pandemie
      (Naser, Ludwigsburg)
    • Reanimationsregister – Idee, Nutzen, Ergebnisse
      (Fischer, Göppingen)
    • Ärztliche Leichenschau an der Schnittstelle zur Kriminalpolizei
      (Kast, Kriminalpolizei BB)
    • Blutprodukte präklinisch – Konzept auf dem RTH
      (Englisch, Ludwigsburg / DRF)

    "allgemein anerkannter fachlicher Standard" passt aber deutlich besser als Facharztstandard und ist auch etwas anderes.

    Nicht wirklich, weil dieser allgemein anerkannte fachliche Standard in der Medizin regelmäßig der eines Facharztes der jeweiligen Disziplin ist. Den "Facharztstandard" kann eben nicht nur ein Facharzt (der jeweiligen Disziplin) erbringen; aber dessen Niveau wird regelmäßig erwartet.


    Den grundsätzlichen Unterschied zwischen einem internistischen Notfall auf einer chirurgischen Station, einem Notfall im durch einen Assistenzarzt geleisteten Bereitschaftsdienst, einem Notfall in einer vertragsärztlichen Praxis (gerne beim Facharzt für Dermatologie, Augenheilkunde o.ä.) und einem Notfall im Rettungsdienst, sei es bei Anwesenheit eines Notarztes oder nicht, sehe ich nicht. In jedem Fall ist eine Behandlung auf dem Standard eines Facharztes (nicht: durch einen Facharzt) geschuldet. Wenn diese durch den anwesenden Arzt (oder die andere - unter bestimmten Umständen - zur Ausübung der Heilkunde befugte Person) nicht geleistet werden kann, muss Abhilfe geschaffen werden. In der Klinik geschieht das im Zweifel durch das Hinzurufen eines (Fach-)Arztes (der "richtigen") Fachrichtung, im Rettungsdienst vermutlich häufiger durch das Verbringen des Patienten in eine Klinik. Das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Vergleichbarkeit der Situationen.

    Es GIBT eben keinen Facharztstandard für das was wir präklinisch machen. Alleine schon weil die Verhältnisse ganz andere sind als in einer Klinik oder Praxis. Dazu noch die begrenzte Zeit die wir einen Patienten betreuen.

    Die Frage, welcher Standard - nämlich im Zweifel der eines Facharztes der jeweiligen Disziplin - prä- oder außerklinisch zu erreichen ist, hat doch nichts mit den Verhältnissen und der begrenzten Betreuungszeit zu tun. Möglicherweise muss bei "fachfremder" Behandlung die Frage nach den Anforderungen zweigleisig gestellt werden. Wenn der Patient auf der chirurgischen Station ein akutes Koronarsyndrom entwickelt, dann ist die eine Frage die nach der fachlich richtigen Behandlung desselben (also welchen allgemein anerkannten fachlichen Standard auf dem Niveau eines Facharztes für Innere Medizin diese Behandlung erreichen muss) und ggf. die andere Frage, wie der Facharzt für Chirurgie, der den Patienten betreut, damit umzugehen hat. Manches wird er selbst leisten müssen, ansonsten ist die Anforderung an ihn vor allem, den fachfremden Notfall zu erkennen, in der Dringlichkeit richtig einzuordnen und die richtige Weiterversorgung zu veranlassen. Auch dann, wenn er den Patienten nur eine sehr begrenzte Zeit betreut (nämlich zwischen seiner Verständigung durch das Pflegepersonal und seiner Entscheidung, das internistische Notfallteam zu verständigen).

    Und einen "allgemein anerkannten fachlichen Standard" kann sowohl ein Notarzt als auch ein NFS realisieren.

    Ja, den Facharztstandard kann auch ein Nicht-Facharzt erbringen. :-) Für einen NFS kann das ggf. sportlich sein, aber ausgeschlossen ist das nicht.

    Knackpunkt bleibt juristisch das Heilpraktikergesetz, was DAS Problem für heilkundliche Maßnahmen durch NFS darstellt.
    Und rein praktisch- man darf eben nicht vergessen, dass beim Arzt 6 Jahre Studium mit jeder Menge Hintergrundwissen steht plus die 2 Jahre klinsche Erfahrung für den Notarztschein.
    DAS muss man im Verhältnis auseinandersortieren, ob das 1. für den Notarzt reicht und 2. wie weit man für definierte Krankheitsbilder und mit gezielter Ausbildung einen NFS im Verhältnis zum Notarzt dazu ausbilden kann.

    Im Bereich des § 2a NotSanG spielt das Heilpraktikergesetz ja nun gerade keine Rolle; das ist doch gerade der Punkt. :-)


    Und dass es für einen Assistenarzt leichter ist, den Facharztstandard zu erreichen als für einen NotSan, war m.E. auch gerade der Punkt.


    Wohlgemerkt: Solange NotSan und Notärzte ohne Facharzt im Rettungsdienst tätig sein dürfen, wird von ihnen nicht unbedingt erwartet, eine Versorgung auf dem Niveau eines Facharztes (zudem aller denkbaren Disziplinen) zu leisten. Dieser Versorgungsstandard ist aber anzustreben, und das bedeutet auch, dass - wenn man ihn selbst nicht sicher erreichen kann - ggf. höher qualifiziertes Personal zum Patienten oder der Patient zu höher qualifiziertem Personal verbracht werden muss. (Und in diesem Zusammenhang gehört dann eben die Frage, ob und wann der NotSan - nachdem er selbst die Heilkudne ausgeübt hat - einen Notarzt hinzuziehen oder den Patienten zu einem Arzt verbringen muss.)


    YMMV, natürlich.

    Praktisch unbedingt zu beachten ist die ernorme Bedeutung eines ärztlichen Sachverständigengutachtens im Zivilprozess nach einem Schadensfall. Das Gericht wird dem Sachverständigen mit höchster Wahrscheinlichkeit folgen, und der SV wird nicht-ärztliches Handeln wahrscheinlich nochmals kritischer betrachten.

    Das ist im Strafrecht nicht anders, da ist nur die Beweislage günstiger, weil es im Hinblick auf den Nachweis der Kausalität eines Behandlungsfehlers für die eingetretene(n) Folge(n) - Schmerzen, bleibende körperliche Einschränkungen, Tod usw. - keine Beweislastumkehr gibt, sondern die Staatsanwaltschaft den Vollbeweis auch der Kausalität führen muss. Da (und deshalb) scheitern medizinstrafrechtliche Verfahren in der Regel.