Beiträge von Sebastian Kraatz

    Und vor allem muss die Warnung bei allen in der Region ankommen ohne das der zu warnende eine Bringschuld hat wie z.B. eine App zu installieren. Man denke nur an alte Menschen, Kinder, Urlauber, Ausländer etc.

    Letztes Jahr stand ich in Polen in Breslau auf dem Marktplatz und erhielt eine SMS, dass sich ein Gewitter ankündigt. Ich habe keine Warnungen eingestellt und mich nicht angemeldet, trotzdem hat es funktioniert, sogar auf englisch, was ich verstanden habe. Bei den üblichen Warnapps habe ich die Schwellen hoch gesetzt, so dass ich auch nur eine Warnung erhalte, wenn es mehr als ein Nieselregen oder ein laues Lüftchen wird - funktioniert.


    Wir wurden in S-H gestern zum zweiten mal abgefragt, was man an Helfern und Material liefern/ leisten kann, ohne dass es danach eine konkrete Verwendung gibt, ein Verband aus NRW hat heute früh um fünf Uhr eine Alarmierung zur Ablösung einer seit mehreren Tagen arbeitenden Einheit bekommen. Insgesamt, da ist man mit dem Meckern ja immer schnell, scheint es auch nach einer Woche noch stellenweise sehr unkoordiniert zuzugehen, was ich schade finde. Beim Elbehochwasser vor einigen Monden haben wir auch vier Tage gegrillt, bevor wir wieder nach Hause fahren konnten, ich dachte, dass die 20 Jahre dazwischen sinnvoller genutzt worden sind.

    Zitat

    Landrat Dr. Kai Zwicker freute sich, dass das neue System so reibungslos funktioniert und erklärte: "Der Corhelper wird immer parallel zum Rettungsdienst alarmiert. Es kann daher vorkommen, dass der Rettungsdienst bereits vor dem ‚Corhelper‘ eintrifft. Dieses nehmen wir bewusst in Kauf, um bei Bedarf einen zusätzlichen Helfer vor Ort zu haben. Lieber einmal umsonst alarmiert, als gar nicht!" Der "Corhelper" sei eine tolle Unterstützung für den ohnehin schon sehr guten Rettungsdienst im Kreis Borken"

    Kreis Borken

    Zitat

    Mithilfe der Aufzeichnungen des Rettungsdienstes aus vergangenen Jahren hat Schleider einen lernfähigen Algorithmus “trainiert“, um so die Rettungskräfte optimal verteilen zu können. Darüber hinaus hat er zusätzliche Informationen wie Feiertage, Ferien oder Wetterverhältnisse integriert, so dass das Modell Belastungsspitzen in Zukunft kurzfristig vorhersagen kann.

    https://innovationorigins.com/…ungsdienst-zu-verbessern/

    Seit dem Beginn des Herzstillstands, dem laut späteren Erkenntnissen eine seltene Infarkt-Ursache zugrunde liegt, sind mittlerweile bereits eineinhalb Stunden vergangen. Dennoch trifft das ein, was selbst die Ärzte nicht zu hoffen gewagt hatten: Die Patientin erholt sich vollständig. Bei ihrer Entlassung gibt sie in einem Handy-Video lächelnd zu Protokoll: «Mir geht es richtig gut.»


    NZZ.de

    Wenn die Akteure ähnlich bleiben, der Wasserkopf nicht aufgebauscht wird, dann ist es eine gute Entwicklung. Und einen Austausch der Akteure habe ich bislang noch nicht wahrgenommen. Das BBK ist ein wichtiger Bestandteil des Bevölkerungsschutzes und rückt vielleicht jetzt noch etwas mehr in den Focus.

    Rechtschreibfehler hat bei uns jeder Text auf dem Melder, aber wenn es um Unfug geht, steht ganz weit oben die zusätzliche Information „keine Ahnung was er hat“, gefolgt von „Sinkiopiert“ bis zu „Schmerz Rücken groß“. Immerhin erheitert es bisweilen.


    Wir sollten nur nicht zu weit vom Thema, sonst muss ich mich noch selbst in rot rügen.

    ich möchte gerne von dir mal einen Alarm auf dem Melder haben. :love:


    Kriege die Krise mit den „Zustand nach“ Stichworten.

    Magst du lieber „Person in Notlage“ oder mein eigentlich liebstes Eingestehen von keine Ahnung „Unklarer Notfall/ Ersuchen durch Dritte“? Wobei ich im Hinblick auf meine oben zu lesende Aussage lieber den Text lese als ständig geratene Diagnosen, die eben auch nicht stimmen, aber eine falsche Erwartung triggern. Ich meine in Köln war es früher mal nur nach Internistisch 1/2, Chirurgisch 1/2 usw. aufgegliedert, wie es heute ist, weiß ich nicht.


    Trotzdem stellt die Leitstelle heute immer wieder eine Problemstelle dar, weil jeder Vorschlag und jede Nachfrage gerne als Angriff gewertet wird. Niemand im Rettungsdienst wird sich wohl gegen wie auch immer geartete Qualitätssteigerungen der Leitstellen wehren, sondern das natürlich sehr begrüßen. Leider ist es auch nicht überall Standard, dass Disponenten regelmäßig in der Notfallrettung tätig sind und auch spezielle Fortbildungen sind nicht in jedem Landesgesetz hinterlegt. Es gibt also noch ein bisschen Arbeit.

    Der Alkohol vernebelt eher die richtigen Dispositionsgrundsätze.

    Dann möchte ich als dem fahrenden Volk zugehöriger Kollege mal fragen, wozu es überhaupt die Kategorisierung in Stichworte gibt? Vernebelt das nicht schon die neutrale Herangehensweise im Einsatz? Schickt einen das nicht ab und an auf die völlig falsche Fährte? In den überwiegenden Einsätzen ist mein persönlicher Wunsch (und das seit vielen Jahren), gar keine geratene Diagnose bzw. Stichwort zu bekommen, sondern nur die Adresse und Informationen zu bekannten Gefahren an der Einsatzstelle, sofern vorhanden. Warum ich da bin, finde ich schon heraus.

    Als Laie was Leitstellenarbeit angeht (und auch von einer Laienleitstelle disponiert) kann ich mir vorstellen, dass bei standardisierter Abfrage sogar ein Vorteil sein kann, keine große medizinische Vorahnung zu haben - dann fließt weniger eigene Idee mit in den eben deshalb standardisierten Prozess. Aber ich bin eben auch Laie...

    Zukünftig soll die Zeit zwischen dem Notruf und dem Eintreffen an der Einsatzstelle nicht länger als 15 Minuten betragen, was derzeit von First Respondern bereits in 90 – 95% der Einsätze, bei Rettungsdienst-Einsätzen in 78% sowie bei Bränden und Verkehrsunfällen in Zweidrittel der Einsätze eingehalten wird.


    https://www.skverlag.de/rettun…ttungsdienst-geplant.html


    Manchmal dauern Entwicklungen wohl etwas länger.

    Ein sehr geschätzter Ausbilder, der mich vor vielen Jahren in meinem Anerkennungsjahr zum RettAss begleitet hat, sagte einmal, dass es in jedem Gehirn einen roten Knopf gibt. Und wenn ich den erwische, dann nehmen die Dinge unaufhaltsam ihren Lauf. Die Hirnforschung stimmt damit überein. Wir verfügen als Menschen des 21. Jahrhunderts noch immer über die evolutiven Überbleibsel Amygdala, limbisches System und Fight or flight-Reaktion. Wenn der Faustkeil in mir durchkommt, versagt die Zivilisation.

    Und rein vorsichtshalber sollten wir uns in der weiteren Diskussion darauf besinnen und hier weder verurteilend gegen Mitdiskutant:innen, noch unsachlich werden. Selbstverständlich ist das sehr emotional, wir haben hier aber alle ausreichend Abstand, vor dem Posten nochmal kurz inne zu halten ;)

    Vorerst glaube ich nicht, dass wir da einen eigenen Thread zu brauchen, aber die ersten Stichworte, die mir dazu eingefallen sind, waren autogenes Training, progressive Entspannung, Sport als Ausgleich oder die gezielten Sitzungen mit psychologisch geschultem Personal. Hier kann und sollte man keine allgemeinen Empfehlungen geben, denn wo eine Kollegin mit den Augen rollt (ggf. sogar schon jetzt, während des Lesens), ist es für die andere Person doch genau die richtige Option. So individuell Stress ist, so individuell ist der Umgang und der Abbau damit. Aber wenn wir ehrlich sind, nutzen die wenigsten Kolleg:innen irgendwelche (man könnte schon sagen jegliche) Angebote. Und von ganz alleine baut sich Stress eben nur in kleinem Rahmen ab. Wer hat denn bei 50 oder mehr Mitarbeiter:innen einen Blick dafür, dass ich kurz davor stehe, dass mir die Sicherungen durchbrennen? So selten wie ich zwei Dienste mit der selben Person fahre, funktioniert das System „Mitarbeiter:innen achten aufeinander, das reicht“ ganz bestimmt nicht. Zumal es auch Kolleg:innen gibt, denen ihre Teampartner:innen doch erstmal relativ egal sind.


    Auf Anhieb fallen mir genau zwei Arbeitgeber ein, die aktiv Angebote zur Stressreduzierung an die Mitarbeiter:innen machen, das ist einerseits löblich, andererseits erstens viel zu wenig und zweitens passt das angebotene Modell dann eben nicht auf jeden einzelnen Mitarbeitenden genau. Deshalb ist das unbedingt auf- und auszubauen. Sonst - da wiederhole ich mich - baut man den Stress wieder so ab, wie man sich das selbst vielleicht unbewusst antrainiert hat: Eben meist auf ungesunde Art und Weise.