Beiträge von Sebastian Kraatz

    (…)

    Eine detailliertere (Einzelfall-)Bewertung der geblitzten Sonderrechtsfahrt führt keine Stadt/Kreis durch.

    Mir ist mindestens eine Gemeinde bekannt, die regelmäßig exakt jedes Blitzerfoto von Einsatzfahrzeugen einzeln bewertet und ggf. kommentiert oder Gesprächsangebote unterbreitet. In einem Kreis, in dem ich tätig war, wurde jedes Foto zugestellt und mit einer Stellungnahme der fahrzeugführenden Person zurück erwartet. Ausgesprochene Bußgelder sind mir nicht bekannt, völlig ausschließen möchte ich das aber nicht.

    Und weil die Diskussion eh schon läuft: eine sechsspurige Bundesstraße mit autobahnähnlichem Charakter, die aus Umweltschutzgründen auf 50 km/h beschränkt ist, zum Teil innerhalb einer geschlossenen Ortschaft verläuft, aber zwischen 23 Uhr und 5 Uhr nahezu leer ist, ist eben ein anderer Punkt, als die Straße durchs Wohngebiet mit 50 km/h Beschränkung und ebenfalls innerhalb einer geschlossenen Ortschaft. Aber auf dem Papier doch sehr ähnliche Gegebenheiten. Auf einer Straße würde ich nachts streckenweise durchaus das doppelte der erlaubten Geschwindigkeit fahren, woanders vielleicht nicht einmal 5 km/h schneller fahren. Aber den gerne genommenen Freibrief sehe ich durchaus kritisch, auch mit Blick auf den Bereich im Forum mit der Auflistung unserer größten Erfolge bei der Wertminderung von Kraftfahrzeugen und gleichzeitigem Ankurbeln der Neuwagenproduktion im Nutzfahrzeugsegment.

    Jetzt bin ich noch aufgeregter.


    Aber auch ganz im ernst: der Rettungsdienst braucht eine starke Stimme und Vertretung. Und wie bei jedem anderen Verein auch, muss man, wenn es einem nicht passt, eben versuchen, seinen Teil beizutragen und eine Änderung herbeiführen. Und ich habe das gestern zwar aus einem eher spontanen Bauchgefühl heraus gemacht, aber ich werde sicher mal gucken, was mir der Club zu bieten hat und wo ich dem DBRD was anbieten kann.

    Im Gesetz oder Erlass kenne ich nur RS100 (d.h. mit 100 Notfalleinsätzen nach der Prüfung) in SH und NDS.

    Wo gibt es denn noch eine staatliche Regelung?

    Aber das bezieht sich nicht auf die ursprüngliche Dauer der Ausbildung, sondern wird eben nach absolvierter Ausbildung in der Praxis im wahrsten Sinne erfahren. Und mir ist klar, dass du das weißt, aber vielleicht ist das nicht in allen anderen Bundesländern bekannt.

    Ist das denn überhaupt angedacht (also außerhalb dieses Forums)? Gibt es denn beim DBRD oder dem Bund tatsächlich Überlegungen dazu?

    Mein Kenntnisstand ist die maximale Erweiterung um 80 Stunden zum sog. RS plus. Aber das wird in einigen Bundesländern schon ausgebildet, andere haben noch kein Curriculum dafür. Also wieder minimal chaotisch und nicht bundeseinheitlich. Eine Erweiterung auf zwei Jahre halte ich derzeit für ausgeschlossen und unsinnig.

    Gibt es denn die eine Analgesie für diesen einen Patienten? Ich halte es nicht grundsätzlich für falsch, einen Notarzt zur Analgesie zu schicken, wenn wir gemeinsam vor Ort eine Lösung finden, die keinen Arzt erfordert, kann er sich frei melden. Oder - viel schlimmer - ich fordere mir einen Notarzt nach, weil ich abschätzen kann, dass es Komplikationen geben könnte. Nur weil ich mir in meinen Maßnahmen sicher bin, kann doch für eine Eventualität, bevor der Stolz einen Schaden beim Patienten verursacht, ein Arzt dazu kommen. Und nur, um das vielleicht ganz deutlich zu sagen, klar kann ich ohne Arzt Schmerzen wegmachen, aber jemand mit mehr Erfahrung kann allen Beteiligten trotzdem mehr Sicherheit geben.

    Bald sind wir in der Diskussion an dem Punkt, wo wir schon vor Jahren waren. Wer sich für geeignet hält, sucht sich ne Schule aus, sucht danach nach einem Arbeitgeber und schon ist das Personalproblem für immer gelöst. Danach reduzieren wir nach und nach die Freigaben, schrumpfen die Leitlinien zusammen und fahren alle kranken Menschen schnell mit Blaulicht ins Krankenhaus. Klingt super.

    Hallo Andre, nicht wundern, dass du nicht mehr viele Antworten auf deine ursprünglichen Fragen bekommst, denn das ist alles bestens beantwortet. Dennoch kannst du hier gerne weiter alles schreiben und fragen, was dir zum Umstieg in den Kopf kommt, dann hast du alles an einem Platz als privates öffentliches Nachschlagewerk.


    Einzig würde ich noch anmerken, wenn du erst den RH machst, um perspektivisch weiter zum RS zu gehen, musst du dich nochmal aufraffen und wieder ein bisschen den neuen Alltag umplanen. Bis auf NRW, wo du in vier Wochen inkl. Praktikum zum Rettungshelfer werden kannst, ist der Grundkurs praktisch gleich, da gibt es nicht so viele Gründe, nicht direkt RS zu werden. Wenn du sicher bist, im RD zu bleiben (vielleicht schon nach einem Praktikum), dann mach direkt den RS. Und während des Praktikums wirst du unterschiedliche Meinungen hören, wie beliebt der Arbeitsalltag so sein kann - da musst du für dich filtern, was davon Frustration ist und was realistische Probleme und Sorgen sind. Meckern ist Volkssport und trotzdem bleiben die Leute im Rettungsdienst.

    Reinoldus Rettungsdienst meldet Insolvenz an


    Zitat


    Der 15. Januar wäre eigentlich Zahltag gewesen für die Belegschaft des privaten Rettungsdienstes in Unna. Doch anstelle von Geld bekamen die Beschäftigten eine Information der Geschäftsleitung: Gesellschafter Peter Schroeter und Geschäftsführerin Nicole Grünewald kündigen an, einen Insolvenzantrag zu stellen. Tatsächlich bestätigte das zuständige Amtsgericht in Dortmund am Nachmittag den Eingang.

    Quelle: Hellweger Anzeiger

    Das ist genau der richtige Weg, um den Bürgerinnen und Bürgern Ängste und Sorgen einzupflanzen. Die sehr gute SHZ könnte auch mal eine Umfrage machen, ob der Bürger möchte, dass er von der Sonneninsel Fehmarn in ein geeignetes, aber 80 km entferntes Klinikum gefahren wird. Oder ob der Bürger gerne 30 Minuten auf einen Notarzt warten möchte, weil das nächste NEF gerade beschäftigt ist. Einfach isoliert sind solche Fragestellungen unsinnig.

    Woher soll der Verwaltungsmitarbeitende diese „tiefen Einblicke“ auch haben? Und falls derselbe Sachbearbeiter auch noch andere (zum Beispiel ausländische) Berufsabschlüsse auf Gleichwertigkeit prüft, sollte er dann auch tiefe Einblicke in all diese Berufe haben? Mir ist auch nicht klar, ob da in jedem Einzelfall (!) ein „offenes Gespräch“ (mit wem eigentlich) zielführend wäre. Vielmehr komme ich zu dem Schluss, dass bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen oder Ausbildungsteilen Einzelfallentscheidungen aus den genannten Gründen gerade nicht sinnvoll erscheinen, sondern vielmehr klare und einheitliche Kriterien nötig sind, die für jeden transparent sind und die der Verwaltungsmensch ganz ohne Insiderkenntnisse und persönliche Grspräche prüfen, bewerten und darüber entscheiden kann, bevor er sie tackert, locht und abheftet.

    Nur als kurze Anmeldung, da ich regelmäßig mit Gesundheitsamt und Bezirksregierung bzgl. unterschiedlicher Anerkennungen zu tun habe: an den jeweiligen Stellen, mit denen ich darüber spreche, was wem wann warum wie anerkannt werden könnte oder auch nicht wird mit spürbarer Expertise, zielführenden Nachfragen und auf sicherer gesetzlicher Grundlage gehandelt. Das muss nicht überall und immer so sein, aber ich bin immer wieder positiv überrascht, was neben tackern, lochen und freitagsehergehen an Fachkunde und auch gegenseitigem Interesse vorhanden ist.


    Ein ganz kleiner Teil könnte auch sein, wie man in den Wald bölkt…

    Aus gegebenem Anlass schiebe ich den Hinweis nochmal hoch. Seit vier Tagen gibt es wieder vermehrt Probleme mit vom System generierten und nicht verschickten Mails zur Registrierung/Aktivierung.


    Meldet euch bei mir, dann schiebe ich das manuell an, dauert keine zwei Minuten.