Die vielmals angesprochene Verzahnung des RD mit dem KatS habe ich schon oft gehört, selbst aber in nahezu 30 Jahren kaum erlebt. Hauptamtliches Rettungsdienstpersonal hat hier kein Bock auf Ehrenamt. Die ehrenamtlichen Einheiten (KatS-Züge, SEG) des Sanitäts- und Betreuungsdienstes sind quasi fast tot. Papiertiger (Zahlen "schönreden"), schlechte Ausrüstung, kaum gute Helfer, nahezu keine Einsätze. Da haben es die freiwilligen Feuerwehren deutlich einfacher. Vielleicht sollte man auch den Sanitäts- und Betreuungsdienst des KatS auf den Prüfstand stellen, was dieser denn wirklich leisten soll? Und die Lücke, die dabei entsteht, sollte der Rettungsdienst als Hausaufgabe verstehen (Spitzen- und Sonderbedarf). Hier laufen hunderte NotSan und RettSan des RD durch den Kreis, die nicht organisiert sind, wenn es zum Großschadensfall, zur Katastrophe oder schlimmeres kommt. Da liegen eine Menge Personalressourcen brach.
Das kommt darauf an, wie man das lebt. Von selbst verzahnt sich da auch nichts.
Verständlich.
Natürlich hat der Katastrophenschutz praktisch keine Einsätze. Aber wird das Personal denn in Krankentransport und Notfallrettung eingebunden? Ehrenamtliche RettSan als entsprechende Funktionen, ehrenamtliche Sankräfte als Praktikanten?
Wenn man das nicht macht, ist natürlich auch der Ausbildungsumfang des RettSan egal. Der Punkt ist ja gerade, das man ehrenamtliches Personal, das originär für den KatS (oder MANV) gebraucht wird, regelmäßig im Rettungsdienst einsetzen kann, damit (a) die Qualifikation im Ernstfall vorhanden ist - wer nach dem Rettungsdienstpraktikum in der RettSan-Ausbildung bis zum ersten Großeinsatz fünf oder zehn Jahre später nicht mehr im Einsatz war, kann auch nichts mehr - und (b) die Motivation erhalten bleibt. Wenn man das nicht macht, kann man sich das Ausbilden von RettSan auch sparen. Es ist weitgehend egal, ob jemand als Sanitäter/Einsatzsanitäter/Sanitätshelfer keine Erfahrung hat, weil er nie real zum Einsatz kommt, oder ob er als Rettungssanitäter keine Erfahrung hat.
Bei uns wird diese Verzahnung gelebt, das liegt aber auch sicher viel an der Struktur des Rettungsdienstes. Wenn der RD und KatS nicht in einer Hand liegt (wie bei den HiOrgs) sondern z.B. bei Kommune ist eine Verzahnung deutlich schwieriger.
In meinem Städtchen mit 13k Einwohnern (inkl. Ortsteile) sind die Wachen des RD (je 1 NEF/RTW/KTW) und der HiOrg im selben Gebäude. Es bestehen einige Überschneidungen, u.a. sind 2 von 4 Leitungskräften hauptamtlich beim RD, einer als PAL. Die Gruppe die in den Einsatz geht (HvO, SEG) besteht aus 24 Helfern die einen ELW, MTW, ein Sonderfahrzeug Bereitschaften sowie ein HvO Fahrzeug besetzen. Dafür stehen 6 NotSan (5 HA im RD), 1 RA, 2 GuKrpfl & 1 Arzthelferin Notaufnahme (alle drei RS, HA im KH), 8 RS (3 HA im RD, 1 FSJ im RD, 1 HA FFW) und 6 SanH zur Verfügung. Natürlich gibt es hier Überschneidungen mit anderen KRITIS Berufen, aber bei den NotSan sind 4 dabei, die in der Jugendgruppe angefangen haben, dann FSJ und dann Ausbildung gemacht haben. Dadurch gibt es hier eine enge Verzahnung. Nicht jeder kennt jeden, aber viele kennen einander. Außerdem gibt es immer wieder FSJler, junge Auszubildende die sich dann von den anderen Begeistern lassen und in das Ehrenamt gehen.
Darüber hinaus gibt es noch für Blutspende, Tafelladen etc. ca. 50 weitere Helfer. 70% mit min. SanH Qualifiaktion, viele auch noch alte RA und Pflegekräfte. Viele davon sind aber aus der Routine raus, fahren daher nicht mehr in den Einsatz. Aber im Katastrophen Fall sind Sie einbindbar und können durch die anderen angeleitet werden. Dadurch das man sich kennt, weiß man auch ob der andere früher Anästhesiepfleger oder Polier auf dem Bau war und kann die Kompetenzen zielgerichtet einsetzen.