Beiträge von Maverick83

    Alle mir bekannten ILS en weigern sich hartnäckig, die neuen NA Indikationskataloge von Bundesärtzekammer und dem IM BaWü, zur Kenntnis zu nehmen

    Deshalb fliegen RTH immer noch zur Analgesie, Hyperventilationen und symptomfreien Hypertensionen

    In der ILS Bodensee-Oberschwaben gab es letztes Jahr eine große Anpassung der AAO.

    Im Bereich der ILS Bodensee-Oberschwaben wurde die AAO in einem zweijährigen Projekt an die aktuellen Kompetenzen der NotSan angepasst und letztes Jahr umgesetzt. Hier wird seit Jahren strukturiert abgefragt und sehr umfangreiche Mapping betrieben. Durch die Umstellung wurde die Anzahl der NEF Einsätze um 18% reduziert.

    Eine strukturierte Abfrage ist nicht das Heilmittel - sonder die Kontinuierliche Weiterentwicklung und den Willen dem richtigen Patienten das passende Rettungsmittel zu schicken.

    Die vielmals angesprochene Verzahnung des RD mit dem KatS habe ich schon oft gehört, selbst aber in nahezu 30 Jahren kaum erlebt. Hauptamtliches Rettungsdienstpersonal hat hier kein Bock auf Ehrenamt. Die ehrenamtlichen Einheiten (KatS-Züge, SEG) des Sanitäts- und Betreuungsdienstes sind quasi fast tot. Papiertiger (Zahlen "schönreden"), schlechte Ausrüstung, kaum gute Helfer, nahezu keine Einsätze. Da haben es die freiwilligen Feuerwehren deutlich einfacher. Vielleicht sollte man auch den Sanitäts- und Betreuungsdienst des KatS auf den Prüfstand stellen, was dieser denn wirklich leisten soll? Und die Lücke, die dabei entsteht, sollte der Rettungsdienst als Hausaufgabe verstehen (Spitzen- und Sonderbedarf). Hier laufen hunderte NotSan und RettSan des RD durch den Kreis, die nicht organisiert sind, wenn es zum Großschadensfall, zur Katastrophe oder schlimmeres kommt. Da liegen eine Menge Personalressourcen brach.


    Das kommt darauf an, wie man das lebt. Von selbst verzahnt sich da auch nichts.

    Verständlich.

    Natürlich hat der Katastrophenschutz praktisch keine Einsätze. Aber wird das Personal denn in Krankentransport und Notfallrettung eingebunden? Ehrenamtliche RettSan als entsprechende Funktionen, ehrenamtliche Sankräfte als Praktikanten?


    Wenn man das nicht macht, ist natürlich auch der Ausbildungsumfang des RettSan egal. Der Punkt ist ja gerade, das man ehrenamtliches Personal, das originär für den KatS (oder MANV) gebraucht wird, regelmäßig im Rettungsdienst einsetzen kann, damit (a) die Qualifikation im Ernstfall vorhanden ist - wer nach dem Rettungsdienstpraktikum in der RettSan-Ausbildung bis zum ersten Großeinsatz fünf oder zehn Jahre später nicht mehr im Einsatz war, kann auch nichts mehr - und (b) die Motivation erhalten bleibt. Wenn man das nicht macht, kann man sich das Ausbilden von RettSan auch sparen. Es ist weitgehend egal, ob jemand als Sanitäter/Einsatzsanitäter/Sanitätshelfer keine Erfahrung hat, weil er nie real zum Einsatz kommt, oder ob er als Rettungssanitäter keine Erfahrung hat.


    Bei uns wird diese Verzahnung gelebt, das liegt aber auch sicher viel an der Struktur des Rettungsdienstes. Wenn der RD und KatS nicht in einer Hand liegt (wie bei den HiOrgs) sondern z.B. bei Kommune ist eine Verzahnung deutlich schwieriger.


    In meinem Städtchen mit 13k Einwohnern (inkl. Ortsteile) sind die Wachen des RD (je 1 NEF/RTW/KTW) und der HiOrg im selben Gebäude. Es bestehen einige Überschneidungen, u.a. sind 2 von 4 Leitungskräften hauptamtlich beim RD, einer als PAL. Die Gruppe die in den Einsatz geht (HvO, SEG) besteht aus 24 Helfern die einen ELW, MTW, ein Sonderfahrzeug Bereitschaften sowie ein HvO Fahrzeug besetzen. Dafür stehen 6 NotSan (5 HA im RD), 1 RA, 2 GuKrpfl & 1 Arzthelferin Notaufnahme (alle drei RS, HA im KH), 8 RS (3 HA im RD, 1 FSJ im RD, 1 HA FFW) und 6 SanH zur Verfügung. Natürlich gibt es hier Überschneidungen mit anderen KRITIS Berufen, aber bei den NotSan sind 4 dabei, die in der Jugendgruppe angefangen haben, dann FSJ und dann Ausbildung gemacht haben. Dadurch gibt es hier eine enge Verzahnung. Nicht jeder kennt jeden, aber viele kennen einander. Außerdem gibt es immer wieder FSJler, junge Auszubildende die sich dann von den anderen Begeistern lassen und in das Ehrenamt gehen.


    Darüber hinaus gibt es noch für Blutspende, Tafelladen etc. ca. 50 weitere Helfer. 70% mit min. SanH Qualifiaktion, viele auch noch alte RA und Pflegekräfte. Viele davon sind aber aus der Routine raus, fahren daher nicht mehr in den Einsatz. Aber im Katastrophen Fall sind Sie einbindbar und können durch die anderen angeleitet werden. Dadurch das man sich kennt, weiß man auch ob der andere früher Anästhesiepfleger oder Polier auf dem Bau war und kann die Kompetenzen zielgerichtet einsetzen.



    Ich finde bei allem, dass die RS Ausbildung weiter erhalten bleiben sollte. Gerade die aktuellen Themen der Zeit zeigen ja, dass es gar nicht so unwahrscheinliche Szenarien gibt, in welchen die Rettungsdienste sehr schnell an ihre Grenzen kommen. Dann werden für die medizinische Versorgungen Leute gebraucht werden, die sonst was anderes machen. Bisher gab es hier eine gute Durchlässigkeit von RS aus dem RD in den KatS und SEGen etc.. Es gibt sogar Forschungsprojekte aus Aachen, die telemedizinische Möglichkeiten für solche Fälle mit RS zu testen: https://telesan.de/


    Nicht falsch verstehen, ich habe nichts dagegen das RS für RTW/NKTW besser/länger ausgebildet werden. Allerdings würde ich hier ein modularen Weg wählen.

    In Österreich gibt es zB den NotSan mit unterschiedlichen Ausbildungsstufen (max 960h Ausbildung | Arzneimittellehre 40h (NKA), Venenzugang und Infusion 50h (NKV) und Beatmung/Intubation 110 h (NKI)). Das wäre doch ein guter Weg, ergänzt um Trauma/Reanimation/Internistisch Buchstabenkurse (75h), Gruppenführer (40h) und Fahreinweisung/Führerschein C1 (40h) und Einweisung in die Aufgabengebiete RTW/NKTW & Telemedizinanwendung (20h) hätte man ja eigentlich schon (fast) alles was man braucht. Mit den von mir genannten Stundenansätzen hätte man eine modulare Zusatzausbildung von 375 Stunden. In Summe also 895 Ausbildungsstunden, davon 815 "schulisch" (also ohne RW und RTW Praktikum). Ein Krankenpflegehelfer in Deutschland hat schulisch ca. 700h Ausbildungsstunden.

    Über ein knappe Zusammenfassung wäre ich in Zukunft dankbar.

    Copilot hat mir das folgende ausgespückt, daher teile ich das gerne mit den anderen:



    📰 1. Pressemitteilung zum Prüfbericht (vdek, Hessen)

    • Kernaussage: Der Prüfbericht zeigt strukturelle Defizite im hessischen Rettungsdienst.
    • Probleme:
      • Fehlende Transparenz bei der Bedarfsplanung.
      • Unzureichende Steuerung durch die Träger.
      • Mangelhafte Datenlage zur Qualitätssicherung.
    • Forderung: Eine grundlegende Reform des Rettungsdienstgesetzes (HRDG) ist notwendig.


    📢 2. Gemeinsame Forderungen der Krankenkassen

    📄 PDF-Link (Link scheint unvollständig – bitte prüfen)

    • Inhalt (laut Kontext):
      • Einheitliche und transparente Bedarfsplanung.
      • Stärkere Rolle der Kostenträger bei der Qualitätssicherung.
      • Digitalisierung und bessere Datenverfügbarkeit.
      • Einführung eines landesweiten Qualitätsmanagements.


    📋 3. Prüfbericht nach § 5 Abs. 3 HRDG

    📄 PDF-Link

    • Umfangreiche Analyse des hessischen Rettungsdienstes.
    • Ergebnisse:
      • Große Unterschiede in der Versorgungsqualität zwischen Regionen.
      • Fehlende Standards bei der Notrufannahme und Disposition.
      • Unklare Zuständigkeiten zwischen Trägern und Leitstellen.
    • Empfehlung: Gesetzliche Neuregelung mit klaren Zuständigkeiten und Qualitätsvorgaben.

    Hallo Peany,

    in NRW gibt es Vorgaben wie die 30 Stunden FobI zu leisten sind. Im Thread Neuer Fortbildungserlass für NRW findest du den aktuellen Erlass. In der Anlage sind auch die Anzahl der Stunden hinterlegt.


    Grundsätzlich ist zu wissen, dass man 10 Stunden e-Learning machen darf. Davon 7,5 Stunden klassisch "asynchron" - sprich Lektionen wie sie bei Smedex o.ä. angeboten werden und 2,5 Stunden "synchron" also "live".


    Wichtig zu wissen ist, dass du nur Fortbildungen einreichen kannst, die vorher durch den Träger des RD anerkannt wurden oder von Rettungsdienstschulen oder bestimmte Krankenhäuser.


    Eine Tätigkeit als Pflegekraft ist nach meinem Kentnisstand nicht als Fortbildungsstunden anrechenbar.

    Viele Grüße und herzlich Willkommen hier
    Mave

    Ich kann mir trotzdem nicht vorstellen, dass das "systemimmanent" ist. Andernorts und auch in anderen Bereichen ist das nicht üblich. Von daher schön, wenn das momentan vielleicht so ist, als gegeben würde ich das nicht sehen.

    Man muss faktisches auch nicht annehmen und nur auf normatives bauen. Allerdings hat das faktische normative Kraft ;-)

    Ja, wird heute aber auch nicht mehr so schnell passieren. Denn dann kommt die Frage: Wer übernimmt diese? Immer mehr HiOrg geben gerade Einheiten ab., Diese werden dann z.T. nicht mehr besetzt, da keiner diese übernehmen will. Und ich müsste mal in der FiBu nachfragen, aber ich denke für 8.000€/p.a. wird heute kein Verband mehr pleite gehen.

    Die Folgeprobleme sind aber immens, aus meiner Sicht. Keine Autos, keine Identifikation mit der Aufgabe. Abwanderung der Mitglieder, Verband geht im aktiven Bereich unter.
    Es gab vor 5-8 Jahren in NRW bereits die Diskussion auf Landesebene die 2fach Besetzung der Einsatzeinheiten NRW (66 Personalstellen) auf 1,5 oder gar 1fach zu reduzieren um diesem Trend etwas entgegenzuwirken.

    Wenn ich mich nicht Täusche hat das DRK in Gelsenkirchen erst vor kurzum die 2. Einsatzeinheit abgegeben. Mein Stand hier ist, dass es keinen Nachfolger für die Besetzung gibt.
    Weiter wichtig zu wissen ist, dass in NRW im Haushalt für 2025 die K-Dotationen eingefroren wurden, also in Kaufkraft gemeßen wieder gekürzt wurden. Außerdem wurden die Anforderungen bzw. die Prüfung davon in den letzten Jahren deutlich strenger.
    Eine Reduktion der Besetzungen ist nach meinem Kentnisstand nicht geplant.

    Die spannende Frage ist nun, ob Taxifahrer* lernen, wie man mobilitätseingeschränkte / pflegebedürftige / erkrankte Personen richtig sichert?


    Zitat


    Dabei war der immerhin 133 Kilogramm schwere Patient aus seinem Sitz im Fahrzeug nach vorn gestürzt, weil er nicht ordnungsgemäß angeschnallt war.

    https://www.nordkurier.de/regi…rhaelt-geldstrafe-3020031


    Es handelt sich um einen sitzenden Transport. Jeder Taxifahrer (und auch LKW Fahrer) lernt wie man sich anzuschnallen und Transportgut zu sichern ist. Ich kann mir hier den klassiker auch im KTP vorstellen: Patient wird nicht mit dem Fahrzeuggurt gesichert, denn er ist ja auf dem Stuhl schon angeschnallt. Und das dies nicht richtig ist, darf ich bei einer ordnungsgemäßen Einweisung in das Fahrzeug voraussetzen.

    Solche unagekündigten Übungen sind übrigens bei der Feuerwehr gar nicht so selten, wenn es darum geht, bspw. die Anfahrtzeiten eines zweiten Rettungsweges (Drehleiter) zu prüfen. Das hat hier bspw. auch dazu geführt, dass eine Gemeinde eine zweite Drehleiter anschaffen musste. Auch ich habe schon einige Übungen, auch unangekündigte Übungen, bei der Feuerwehr absolviert (Einsatzplanprüfung). Dort habe ich nie ein entsprechendes ablehnendes Verhalten wie hier - schwerpunktmässig wohl von HiOrg Helfern - erlebt.

    Eine These von mir dazu: Wenn die Feuerwehr zu spät kommt oder zu lange braucht, muss eine Gemeinde/Kommune eine zweite Drehleiter kaufen - Kostenfrage klar geregelt. Wenn eine KatS-Einheit zu langsam ausrückt, passiert was? Also wer muss das Problem dann wie lösen? Ich kenne den Weg nicht und kann verstehen, dass man hier erstmal "Angst" hat, dass man den schwarzen Peter als HiOrg bekommt. Daher scheint mir das Verhalten nachvollziehbar.

    War ja nur ein Beispiel. Ein kleiner Privater (ich rede da nicht von Konzernen wie Falck, ich kenne nur die Kleinunternehmen in BW) kann es sich aber im Gegensatz zu einer großen Organisation nicht leisten, über längere Zeit unter Wert zu arbeiten.


    Ein kleiner Privater kann vermutlich, sollte das Personal gleich bezahlt werden, nicht mit den Preisen von großen Organisationen mithalten. Das liet schon einfach an den deutlich geringeren Overheadkosten und Skaleneffekten.

    Ich habe keine Ahnung und verdächtige niemanden. Aber ich meine mich erinnern zu können hier gelesen zu haben, dass manche Organisationen mit Hilfe von Ehrenamt oder Quersubventionierung Preise aufrufen können, die sich ein Privatunternehmer nicht leisten kann. Der ist dann halt irgendwann Pleite.

    Wenn man so schaut, sind am Ende durch Ausschreibungen fast immer Hilfsorganisationen durch private Unternehem "verdrängt" worden. Daher waren die priavten auch pro Ausschreibung. Das dies nun anders ist, ist überraschend - dürfte aber nicht mit dem Ehrenamt zusammenhängen (vor allem nicht in Leipzig). Allerdings wurde schon öfters vermutet, dass Firmen aus Skandinavien in den Ausschreibungen den Fuß in die Tür zu bekommen als Invest sehen und daher Deckungsbeiträge haben die negativ sind. Und andere stellen bei großen Sandiensten die Ärzte an und lassen diese nicht mehr Privatabrechnen, und mit diesem Geld können Sie günstiger sein als Organisationen mit Ehrenamt.

    Su siehst, das ist alles ganz schön komplex :-D