Beiträge von condorp4


    Aber ja, Ra-Wi, bezüglich der Innenraumgestaltung und den Sitzplätze mit Gurten muss ich dir echt zustimmen. Das wird ja nicht umsonst in der DIN EN 1789 bzw DIN 75076 gefordert...

    Ganz ehrlich, ich weis nicht, ob ich das Konzept dieses Fahrzeuges gut finden soll, oder nicht, aber einiges was hier geschrieben wurde, entspricht nicht den Bildern und den Veröffentlichungen zum Fahrzeug.


    Nur so nebenbei: Ich sehe auf den Photos im Hintergrund Sitze (bzw. an den Kopfenden der Tragen, an denen übrigens alle Geräte für den Transport entweder an die Seitenschienen oder an die Infusionshalterungen montiert werden können) mit Gurtschlössern.....

    Aus der verlinkten Meldung:

    Das klingt halt schon ein wenig nach (sicher gut gemeintem) Aktionismus.

    Vermutlich hat es einen Grund, warum gute Konzepte in der Regel länger brauchen als ein paar Wochen.

    Die Anforderungen dafür, was man für eine Intensivverlegung braucht, sind ja hinlänglich bekannt, z.B. durch die ITW, aber auch z.B. durch die Intensivtransporteinheit der BW für die MEDEVAC-Flieger, sprich hier musste nicht viel "erfunden" werden.

    Es musste in diesem nur eine Konzept geschaffen werden, wie dies unter dem Aspekt des Infektionsschutzes in einen Bus integriert werden können, und das hat vermutlich deshalb sehr schnell funktioniert, weil EVOBus erstens eine Fahrzeug zur Verfügung gestellt hat und die Ausbau-Arbeiten übernommen hat, wobei ich vermute, dass EVOBus als Hersteller des Buses deutlich effektiver und schneller arbeiten kann, als die typischen medizinischen Fahrzeugausbauer.

    „Ohne viel Aufwand konnte ein Hacker auf Server mehrerer Kreisverbände des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zugreifen.
    Dabei konnte er sensible Patientendaten einsehen und hätte sogar in Krankentransporte eingreifen können.
    Der Hacker reagierte besonnen und meldete seine Entdeckung einem der Kreisverbände. Die Daten betreffen mehr als 30 000 Personen.“


    https://www.sueddeutsche.de/di…U3ia1C5xaTSkupM6io_u0bT1Y


    Eine offizielle, gesetzliche Legitimation würde das Umdenken allerdings durchaus unterstützen. Dass ein Arbeitgeber bei der aktuellen „Pseudolegalität“ nicht sagt: „macht mal“, ist bis zu einem gewissen Punkt durchaus auch verständlich.


    Es gibt kaum eine Berufsgruppe, die so massiv und öffentlichkeitswirksam auf spezifische Gesetze für sich pocht, wie das nicht-ärztliche Rettungsfachpersonal.....
    Egal, wie ein Gesetz im genauen Wortlaut wird, wird sich nichts daran ändern, dass (insbesondere invasive) medizinische Massnahmen weiterhin rechtlich als Körperverletzung gelten werden und damit juristisch gesehen einer guten Begründung bedürfen. Das Risiko für den Einzelnen bleibt damit weiter bestehen, und damit die Problematik, dass im nicht-ärztlichen Bereich des RD die Verantwortung gerne nicht übernommen und abgeschoben wird.
    Das Motto „Wasch mir den Pelz, aber mach´ mich nicht nass“, ist im nicht-ärztlichen RD vom kleinsten RH über den NFS bis hin zu den Führungskadern weit verbreitet und tief verwurzelt. Dies aber aufzulösen wäre ein produktives Betätigungsfeld für einen Berufsverband, aber natürlich ist es leichter, nach dem Gesetzgeber zu rufen, als sich an der eigenen Nase zu fassen.

    Normalerweise schätze ich Deine Beiträge sehr. Aber hier wirfst Du eigentlich nur mit destruktiven Pauschalurteilen um dich. Dass viele KollegInnen und Kollegen jeden Patienten hospitalisieren, ist im Wesentlichen der suppressiven Standespolitik der Ärzteschaft aus den letzten Jahrzehnten insbesondere im Anschluss an das RettAssG geschuldet. Darüber hinaus sind diejenigen, die erweiterte Kompetenzen fordern, eine ganz andere Gruppierung als die Krankenwagenfahrer, auf die Du anspielst. Das sollte man trennen.


    Sorry, dass hier auch mal meine Emotionen mit mir durchgehen, aber ich bin, wie Du sicher weisst, niemand, der dem RFP erweiterte Massnahmen nicht nur nicht zugesteht, sondern sie sogar fordert. Was mich aber in den letzten Jahren zunehmend an dieser Diskussion stört (um nicht zu sagen "ankotzt"), ist, dass erweiterte Massnahmen vom RFP für sich eingefordert werden, aber gleichzeitig immer nach irgendeiner Regelung gesucht wird, die Verantwortung auf andere Abzuwälzen.
    Was mir hier einfach fehlt, ist eine klares Statement, dass das, was in anderen Bereichen des Lebens (und auch in der Medizin) üblich ist, nämlich das derjenige, der eine bestimmten Handlung durchführt, auch derjenige ist, der grundsätzlich auch die Verantwortung für die diese Handlung trägt. Aber genau diese Aussage fehlt mir seit Jahren. Natürlich ist es für mich leicht, das zu fordern, da ich es als Arzt gewohnt bin, dass ich für mein handeln verantwortlich Bei und auch quasi keine Möglichkeit habe, diese an jemand anderen abzuschieben.

    Das Problem ist doch, das alle im Beispiel genannten Protagonisten im Zweifel die Haftung nicht bei sich sehen wollen und daher dann das Pflegepersonal "lieber mal" den RTW holt, der Disponent "lieber mal" den RTW schickt, und der Rettungsdienst "lieber mal" mitnimmt.


    Wer hier Änderungen herbeiführen will, muss die Frage der Haftung klären...


    Wirklich?
    Oder sollten die Leute sich einfach mal auf das konzentrieren, was im Zentrum des medizinischen Handelns steht? Das ist der Patient und sein Zustand. Entweder er ist akut vital bedroht, dann muss er ins KH, wenn nicht, dann nicht. Dafür gibt’s dann die Hausärzte.


    Alle behaupten, Auf dem Fachpersonal sein zu wollen, und wollen gerne erweiterte Maßnahmen durchführen, aber die Verantwortung fürs eigene Handeln will man nicht tragen.... Ich schlage, böse wie ich nunmal manchmal bin, dafür den Begriff „Morbus nichtärztliche Präklinik“ vor. Mal schauen, wo sich das im DSM -5 unterbringen lässt.


    (Auch wenn das jetzt böse ist, aber ich kann das MiMiMi im Bereich der Präklinik nicht mehr hören, vor allem wenn ich die dauernd gestellten Forderungen höre und dann sehe, was die gleichen Leute täglich so abliefern.