Was mir als Außenstehender dazu einfällt: Man könnte den HvO auch als Ausbildungsmöglichkeit sehen. D.h. auch wenn man ihn vor Ort nicht braucht, kann man ihn einbinden und ihm etwas beibringen, bzw. Erfahrung bekommen lassen. Denn diese Möglichkeit hat man im EA wohl sonst ja nicht besonders oft. Und am Ende wünschen wir uns sowohl als Gesellschaft (KatSchutz), als auch als RD vor Ort (HvO) ja EA-Personal, dass nicht nur auf dem Papier, sondern auch tatsächlich und idealerweise sogar noch unter Stress etwas kann. Klar, das ist ein mehraufwand für die RD-besatzung vor Ort, aber man kann Dinge ja auch mal positiv framen...
Beiträge von VK-Retter
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Heißt man muss es nur groß genug aufziehen, damit es den Staat dann doch nicht mehr interessiert?

Vermutlich auch ein Konzept, aber zwischen beauftragt und genehmigt gibt es ja auch noch eine Spannbreite. So selten ist (war) es nicht, dass insbesondere private Träger zwar genehmigte Fahrzeuge des Rettungsdienstes/Krankentransportes hatten und grundsätzlich auch Transporte durchführen durften, aber eben nicht Teil des Rettungsdienstes, d.h. alarmierbare rettungsmittel waren. Man war also darauf angewiesen zufällig als erster am Unfallort anzukommen, oder dass irgendwer nicht die 112, sondern die individuelle Nummer der eigenen Leitstelle anrief. Ob es das noch gibt - keine Ahnung...
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Natürlich nicht, und das möchte ich mir auch ungern in den Mund legen lassen - immerhin bin ich selbst bei mehreren Apps als Ersthelfer registriert und überzeugt von deren Sinnhaftigkeit.
Gleichzeitig ist hoffentlich unstrittig, dass im öffentlichen Verkehrsraum die Wahrscheinlichkeit deutlich höher ist als zum Beispiel im privaten Wohnumfeld, dass innerhalb kürzester Zeit ein Zufallshelfer eintrifft.
Meinst du? Mich würden Daten interessieren, falls es sowas gibt, denn ich persönlich hätte aus dem Bauch heraus das Gegenteil angenommen. Im öffentlichen Raum sind alle unterwegs und alle haben etwas "wichtiges" zu tun. Da können oder wollen es sich viele nicht leisten zu helfen. Wir haben in der Stadt nach Feierabend tatsächlich bessere Helferquoten (via App), was dafür sprechen würde. Aber, erstmal nur ein Bauchgefühl..
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Man mag Demosanis ja gegenüber kritisch eingestellt sein,Das war sicher keine Glanzleistung und auch klar rechtswidrig, aber eine relevante Rechtststaatsunterminierungskompetenz würde ich dieser Gruppe nicht zusprechen. Da fallen mir ganz andere Kaliber ein.Wie schon angemerkt hat das nichts mit den Demo-Sanis zu tun, sondern mit dem mutmaßlichen Verstoß gegen die entsprechenden Gesetze. Abseits vom evtl ebenfalls vorliegenden Diebstahl.
Mir sind mehrere Fälle bekannt, die rigoros verfolgt wurden. Alle ohne Demo-Sanis, sondern private Krankentransportunternehmen, etc

Ist ein bisschen wie Steuerhinterziehung, da versteht der Staat kein Spaß (vllt weil es am Ende ja auch hier um Geld geht?)
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Nein, weil sie Rettungsdienst betreiben. Das wäre in NRW auch als unorganisierte One-man-show genehmigungspflichtig (allerdings nicht genehmigungsfähig). Egal, ob jemand zu Schaden kommt. Das soll ja durch die Genehmigungspflicht präventiv verhindert werden.
Und das ist der springende Punkt. Es geht hier um Rechtsstaatlichkeit und darum, dass dieser Rechtsstaat nicht unterminiert wird. Daher ist der Rechtsstaat hier auch empfindlich und hat aus sich heruas ein Interesse so etwas zu verfolgen, auch wenn es im Einzelfall vllt. nicht so schlimm wirkt.
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Du meinst, weil sie als Organisation auftreten?
Aber selbst dann: ist der Aufwand der hier betrieben wird nicht etwas extrem?
RDG Berlin
Teil1, Paragraph 1
(1) Dieses Gesetz regelt den Rettungsdienst im Land Berlin. Der Rettungsdienst umfaßt die Notfallrettung, den Notfalltransport und den Krankentransport.
(2) regelt wer nicht von (1) betroffen ist. Dazu zählt der genannte Fall eben nicht.
Ergo fallen die Demo Sanis unter das Gesetz, d.h. der Genehmigungspflicht und auch den anderen im Gesetz genannten Auflagen, wie Personentransportschein, etc.
Bin mir sicher die Juristen hier können das noch viel schöner ausführen, aber an sich ist es ja nur logisch. Und übrigens in NRW nicht anders.
Und warum soll man da bitte ein Auge zudrücken? Finde Blindheit auf einem der beiden Augen des Gesetzes (oder auch beiden) extrem schwierig und ganz bestimmt nicht begrüßenswert.
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Naja, der Blick über den großen Teich zeigt ja, wie schnell man als Bürger bei der Ausübung seiner demokratischen Grundrechte im Visier der Exekutive landen kann. Zudem muss man auch nicht Steine schmeißen oder im schwarzen Block stehen, um doch mal unabsichtlich Pfefferspray abzubekommen. Und da freut man sich vielleicht dann doch, wenn man nicht ewig auf einen RTW warten muss. Und letztendlich muss man natürlich auch sehen, dass es in einigen Bundesländern nicht mehr weit bis zu einer AfD-Regierung ist. Da landest du dann ggf. auch als vermeidlich unbescholtener Bürger im Visier der Exekutive, wenn du grün als Farbe magst oder die falsche Person liebst.
Ist halt vergleichbar mit einem Sanitätsdienst auf einer Großveranstaltung. Ist der für dich auch systemisch nicht notwendig?
Da gebe ich dir Recht. Und ich habe auch überhaupt nichts gegen einen Sanitätsdienst zur Demo analog zu anderen Großveranstaltungen. Nur sollte der in meiner Wertvorstellung wirklich neutral sein. Und - auch wenn es vllt anders kommen wird (die Hoffnung stirbt zuletzt) - aktuell leben wir halt NICHT in einem Unrechtsstaat.
Und mir geht es ja even nicht um die Funktion, sondern um die Argumentation des Bedarfs/Warums.
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Hier im Thread und im von Jörg verlinkten Thread finden sich entsprechende Ausführungen bereits.

Jetzt dreht es sich im Kreis...
..denn ich beziehe mich auf das was die Demo Sanis schreiben. Das ist dann aber auch nicht richtig?!
Und du bleibst schön unkonkret, damit du jederzeit "nein das ist auch nicht die richtige Antwort/ Begründung" sagen kannst?
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Doch, bisher ist mein Eindruck, dass du das nachplapperst, was jemand sich ausgedacht hat. Jedenfalls diejenigen im Forum, welche Kontakt zu Demo Sanis hatten oder Demo Sanis waren scheinen ein anderes Bild zu zeichnen.
Aha.. dann erhellte mich gerne... misteriöse Andeutungen an der Grenze zum Vorwurf sind zwar toll, aber Inhalt finde ich noch viel besser

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Gibt ja nun diverse Gründe, die da zum Tragen kommen. Z.B. Akutversorgung während einer (eskalierten) Demo (z.B. nach Pfeffersprayeinsatz), der Wunsch nicht im System erfasst zu werden (zumindest nicht im Zusammenhang der Demo), das Problem in einem Kessel festzustecken und nicht versorgt werden zu können, etc..
Joa. Da habe ich ehrlich gesagt wenig Mitgefühl. Wenn ich zu einer Demo gehe, dann beinhaltet das ein gewisses Grundrisiko (so wie Auto fahren).
Und auch in einer normalen Demo kann man im Normalfall schauen wie/wo man sich bewegt. Dh plötzlich und unerwartet im Schwarzen Block zu stehen (und dann auch noch eingekesselt zu werden) ist jetzt nicht so normal.
Als unbescholtener Bürger bei Ausübung seiner freiheitlich-demokratischen Grubdrechte (Demonstration/Meinungsäußerung) sollte man jetzt eigentlich keine Sorgen haben im System erfasst zu werden. Zumal die Sorge recht hanebüchen ist, dass z.B. über die Erfassung der Personendaten beim RD diese dann auch an die POL gelangt. Ich mag nicht ausschließen, dass das in Einzelfällen passiert, aber das wäre in meinen Augen ein Rechtsverstoß. Zumal die POL eigene effektive Wege hat um an diese Informationen zu kommen.
Und wenn man doch irgendwo zwischen Adrenalinlust, Kategorie C und Steineschmeißer zu finden ist - was soll ich sagen - Berufsrisiko.
Daher, sollen sie gerne machen (die Demo Sanis), aber für systemisch notwendig halte ich sie nicht.
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Diese Erklärung ist mir etwas zu einfach und vielleicht sogar etwas verzerrt. Auch die Ultras vertrauen staatlicher Gewalt nicht, sind aber eher auf der anderen Seite des politischen Spektrums anzusiedeln.
Ich muss mich da Jörg anschließen. Zumal meine Aussage völlig apolitisch ist.
Warum die Rechtsextremen/Querdenker und andere Spinner aus dem Spektrum keine eigenen Sanis haben (wollen) kann ich dir jetzt ebensowenig sagen/erklären, wie warum die Linksextremen/Antifa/wasauchimmer da ein Bedürfnis zu haben scheinen.
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sagt wer?
Die Demo Sanis - das ist ja deren Legitimations/Existenzbegründung, dass man dem normalen RD nicht vertrauen kann und die böse sind und mit dem Staat paktieren und man deshalb was eigenes brauche. Ich hab mir das nicht ausgedacht..
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Aber es wäre halt nicht annähernd so cool gewesen.
Außerdem ist ja der Rettungsdienst (offensichtlich) der Feind.
Warum man dann ins Krankenhaus fährt und nicht in den selbst angelegten Untergrund-Sanitäts-Field-Hospital-Stützpunkt ist mir zwar nicht ganz klar (weil das müsste ja auch der Feind sein) - aber ich bin halt auch nur so ein Systemling...

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Ich glaube auch, dass es in den meisten Fällen auch einfach nicht erforderlich ist. Missbrauch von Sonder - und Wegerechten halte ich eher für eine Ausnahme. Und bei "Ausreißern" (wie in diesem Beispiele) kann man ja mal nachfragen
Woher bekomme ich günstig eine Blaulichtattrappe und Feuerwehraufkleber? 😅😅
Ach ja und ich müsste mein Auto kurzfristig auf rot umlakieren lassen.. also falls da jemand jemanden kennt..
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Das spricht nicht unbedingt für eine besonders sorgfältige Vorgehensweise. Bequem ist es freilich.

Und billiger
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Wie sieht es bei dem Vorgang denn juristisch tatsächlich aus. Ich meine, der beschuldigte Fahrer hätte ja durchaus die Möglichkeit eines Widerspruchs gehabt und hätte mit der Nummer vor Gericht ziehen können. Abgesehen von diesem kuriosen Parkverstoß eines Rettungswagens im Einsatz erinnere ich mich an wenig, was es hier ins Forum geschafft hat, ist ja aber ein interessantes Thema. Wie sehen Gerichte sowas tatsächlich?
Hat er ja auch. Innerhalb der Behörde nicht erfolgreich und jetzt geht es vor Gericht.. 🤷♂️
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In einem anderen Artikel stand, dass es eine Baustelle war und dort auch Bauarbeiter waren. Wir haben das hier innerhalb unserer Wehr auch diskutiert, bin ganz unterschiedlichen Ansichten. Unser Ausbilder für Blaulichtfahrten ist selber Polizist und hält mit den vorhandenen Informationen eine solche Gewchwindigkeitsübertretung für zu viel.
Allerdings habe ich das Gefühl, dass da zwischen Feuerwehr und Stadt (der ja Dienstherr ist) nicht das beste Verhältnis besteht. Sonst würde man das eher erstmal auf dem kleinen Dienstweg klären und darauf hinweisen, dass man es mit der Übertretung des Geschwindigkeit nicht übertreiben sollte.
Leider gibt es (auch bei uns) diese Kameraden, die sich von jeder Kritik sofort freisprechen, weil sie das ja alles "in ihrer Freizeit, Nachts, bei Regen und ohne Rücksicht auf die Familie" machen.
Das das zu viel Geschwindigkeit für nen LKW in einer Baustelle ist, steht glaube ich außer Frage (übrigens auch hier in der SoSi-Fortbildung ohne Bezug auf den Fall so die Lehrmeinung). Trotzdem scheint ja dieser Unstand per se und die rechtliche Konsequenz eine andere zu sein. Dh DAS Bußgeldverfahren so nicht zulässig. Dafür ein anderes fraglicherweise schon.
Denke dazwischen muss man differenzieren.
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Der Hubschrauber kann doch da nichts dafür

Autokorrektur kann doof sein

Sowas von. Aber ich habe es nicht anders verdient mit so einem Kommentar 😅
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Ich habe zufällig den Piloten mit einem Beitrag auf Instagramm gesehen in einem Reel. Der Autofahrer wollte unbedingt vorbei, ist dann leicht gegen den Piloten gefahren und bei dem Versuch, Ihn zur Rede zu stellen, hat er das Auto gewendet und hat sich von der Einsatzstelle entfernt.
Hat die Polizei wenigstens auf das fliegende Fahrzeug geschossen? (Nein... das ist nicht enrstgemeint...!)
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Ich bin ja unterm Strich immer noch ganz froh, mit meiner Familie in Deutschland zu leben. Warm, satt, trocken und tatsächlich auch insgesamt in einem Gefühl der Sicherheit.
Puh. Ich finde das eine total herausfordernde Aussage. Versteh mich nicht falsch, ich würde auch nicht woanders leben wollen - auf der Sachebene bin ich da absolut bei dir. Und ich hab mich auf Reisen in Afrika und Asien auch schon mal echt unsicher gefühlt. Das waren aber eher kurze Situationen. Dh ich weiß gar nicht wie es sich anfühlt sich unsicher zu fühlen. So wie es vermutlich der Großteil der Ukrainer kennt (oder Bewohner anderer Kriegs- und Kriesengebiete). Daher habe ich aber irgendwie auch gar nicht das Gefühl richtig zu wissen, was es heißt sich (dauerhaft) sicher zu fühlen. Eben weil es bei uns (für die meisten) andauernde Selbstverständlichkeit ist.
Wobei mir die Entwicklung der letzten Jahre mit Klima, globaler Sicherheit, unterrichtete Migration und fehlende Integration, Veränderungen der Wirtschaftslage und nicht zuletzt Russland schon ein Stück Sicherheit genommen haben. Zumindest wenn ich das auf die Zukunft projiziere und an meine Kinder denke.
Aber auch da geht es uns vermutlich besser als 99% der Weltbevölkerung.. Und du bezogst dich ja eher auf die Gefahr in Deutschland gemessert oder erschossen zu werden

Wobei ich da, je nachdem wo ich mich bewege, auch Veränderungen fühle. Zum Glück nicht überall, aber leider insgesamt schon. Und dooferweise unterstützt die Statistik dieses Gefühl.. sicher nicht mit London, Teilen der USA oder Mexiko zu vergleichen... aber in die falsche Richtung. Und Sicherheitsgefühl ist ja leider (zum Glück?) immer auf individueller Ebene zu finden. Daher... früher war alles besser.. Zumindest gefühlt 😉😅