Beiträge von Michael Neupert

    Ist die Frage, warum alle schriftlichen Prüfungen Multiple Choice sind, wenn die Uni am Ende gar nicht so sehr Wissensvermittlung betreiben will.

    Ich habe nicht gesagt, dass man "nicht so sehr Wissensvermittlung betreiben" will. Darauf beschränkt sich aber das Ausbildungsziel nicht. Wissen ist die Voraussetzung von Verständnis.


    MC ist übrigens nicht automatisch das Abprüfen ausschließlich von Wissen. Man kann auch Verständnis in einem MC-Verfahren prüfen.

    Die Frage ist halt: wie oft ist es präklinisch wirklich notwendig? wie oft hilft es dem Patienten in der Präklinik tatsächlich und würde nicht auch erst im KH reichen? Wieviel Fachwissen können und wollen wir uns in der aktuellen Situation im Gesundheitswesen leisten?

    Das sind sicher richtige Fragen. Der Punkt ist halt: So wird die Diskussion derzeit ja nicht geführt. Stattdessen kommt das etwas platte Argument "drei Jahre NotSan-Ausbildung sind besser als das bisschen in der Arztausbildung". Das unterschätzt nicht nur, was tatsächlich gelehrt wird, sondern m. E. auch den Effekt, der sich am Ende einer akademischen Ausbildung einstellt: Man hat ein sehr viel tieferes Verständnis von der Materie und ein Strukturwissen, welches einem erlaubt, Ableitungen für unbekannte Situationen zu ziehen. An der Uni geht es letzten Endes am wenigsten um Wissensvermittlung, auch wenn das in den ersten Semestern vielleicht so aussieht.

    Und egal wie diese Entscheidung ausfiele, derjenige kann dennoch immer noch auf die Solidarität der Gemeinschaft bauen.

    Das war zum Beispiel einer der Punkte, an dem ich bei der Diskussion ins Grüben geriet: Unser gesamtes heutiges Datenschutzrecht beruht auf der Überlegung, dass eine staatliche Datenerhebung, deren Grenzen der Betroffene nicht abschätzen kann, zu einem unausgesprochenen Anpassungsdruck führt. Wenn ein staatliches Register existiert, in dem nachgehalten wird, ob ich mich für oder gegen die Organspende entschieden habe, kann das zu der Befürchtung führen, dass im Fall meiner Bedürftigkeit in dieses Register geschaut wird und dass meine dort eingetragene Entscheidung schlimmstenfalls meine Therapie bestimmt. Das muss nicht einmal bewusst geschehen.

    Das längere Schweigen in diesem Faden ist einerseits ein paar Planungen und andererseits einer ziemlich hohen Arbeitsbelastung geschuldet. Wir können jetzt aber zum nächsten Schritt schreiten!


    Denkbare Termine im Raum Mannheim / Heidelberg sind der 07. und der 21.09.2019. Uns schwebt eine Veranstaltung über einen halben bis Dreivierteltag vor. Da es - auch - um offenen Austausch gehen soll, behalten wir uns je nach Interesse vor, die Teilnehmerzahl etwas einzuschränken, aber wir schauen erst einmal, welches Interesse besteht.


    Honorar für die Referenten fällt nicht an, wir werden allerdings Reisekosten auf die Teilnehmer umlegen. Selbiges gilt für die Kosten für Schulungsraum und ggf. Verpflegung, falls wir letztere "zentral" organisieren. Über entsprechende Angebote freuen wir uns.


    Wer teilnehmen möchte, nennt bitte in diesem Thread seinen Wunschtermin plus die Angabe, ob der jeweils andere auch möglich wäre.

    Die von uns konzeptionierte und gehaltene Fortbildung zu
    den 30 Stunden zu zählen, erscheint mir geradezu absurd.


    Das finde ich nicht absurd, weil man sich als Dozent normalerweise erheblich mehr in die Materie vertieft als die Teilnehmer und weil man als Dozent durch Fragen der Teilnehmer typoischerweise auch immer noch dazulernt. So aus meinem Bereich: Wenn ich eine Stunde vortrage, habe ich in der Regel das fünf- bis zehnfache an Vorbereitungszeit, alles in allem.


    Die Antwort auf Dein Problem ergibt sich aber aus dem § 9 Abs. 4 ziemlich klar, finde ich. Die Fortbildung muss sich ausdrücklich auf die "jeweils aktuellen
    medizinischen und technischen Anforderungen " erstrecken. Es darf also nicht jedes Jahr aufs Neue HLW wiederholt werden. Wer "aktuelle" Anforderungen unterrichten soll, muss diese notwendigerweise kennen. Dafür gibt es bestimmt verschiedene Möglichkeiten, aber eine davon dürfte sein, selbst mal eine Fortbildung zu besuchen.

    Ich hab kein Problem mit der punitiven Verfolgung. Aber klar ist doch, dass dann Information gestaltet wird.


    Nicht, wenn man vernünftig beraten ist, ehrlich gesagt. Denn was passiert hier?


    • Es entsteht ein erheblicher Imageschaden für das Krankenhaus.
    • Der Verdacht von Urkundenfälschung und Falschaussage, ggf. Prozessbetrugs (bzw. all das in Anstiftung und / oder als Versuch) wird geweckt.
    • Beides erhöht das Risiko für weitere Interventionen von Staatsanwaltschaft und / oder Aufsichtsbehörde.
    • Das Risiko harter Konsequenzen für die Hauptbeschuldigten steigt unter dem Gesichtspunkt "keine Einsicht" deutlich an.


    Das alles, ohne dass ich - zugegeben: von außen - einen klaren Benefit erkennen kann, einmal davon abgesehen, dass jedenfalls illegale Verteidigungsstrategien ohnehin ausscheiden sollten. Denn zu verteidigen sind die hauptsächlich beteiligten Ärzte dadurch vermutlich nicht effektiv.

    Es bleibt aber in diesem Artikel und im schlechtesten Fall nach der juristischen Aufarbeitung offen, ob es ein einmaliger Vorfall war, der direkt in einer Katastrophe geendet ist, oder ob das Verhalten systemisch war.


    Man findet jedenfalls nach der Lektüre des Artikels eine Reihe von Ansatzpunkte, die auf systemische Fehler schließen lassen. Wenn der Artikel nicht bedeutsame Fakten unterschlägt, kann eine - ordentliche - juristische Aufarbeitung eigentlich nicht anders, als dafür zumindest deutliche Hinweise zu finden. Das wird freilich nicht im Fokus stehen, weil die Marschrichtung im Wesentlichen zu den unmittelbar verantwortlichen Ärzten führen wird: Das ist in erster Linie der Anästhesist und in zweiter der Operateur, der mit der möglicherweise fehlerhaften gestellten dringlichen OP-Indikation die Ursache für das erhöhte Narkoserisiko gelegt hat.


    Für das Krankenhaus als Ganzes schädlich werden eher die möglicherweise festzustellenden späteren Vertuschungsversuche, und diese sprechen ggf. auch für systemischen Verbesserungsbedarf. An erster Stelle wäre hier das Fehlen klarer Weisungen zur Überwachung von Patienten zu nennen (bzw. deren Fehlerhaftigkeit - ich gehe davon aus, dass es anästhesiologisch unter keinen Umständen fachlich zu rechtfertigen ist, einen nicht nüchternen Patienten ohne Monitoring zu lassen; ggf. kommt noch eine unzureichende Überprüfung der fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten des konkret mit der Anästhesie beauftragten Arztes hinzu, der eine Notfallsituation nicht erkannt hat).


    Ich teile Deine Meinung, dass der Arbeitgeber bei unklaren Sachverhalten den Beschäftigten den Rücken stärken soll. Allerdings sehe ich auch mit einem großen Fragezeichen im Gesicht den Umstand, dass ein Kind bei einem Routineeingriff erstickt und, so die herbeigerufene Oberärztin, nicht einmal dann adäquat versorgt wird. Mir fehlt ein wenig die Phantasie, das als Pech einzuordnen. Und man darf nicht vergessen: Die berühmten Käsescheiben fallen nicht alle schicksalhaft um. Oft genug rempelt auch jemand dagegen. Die Frage ist dann, wieso es keine zweite und dritte gab.

    Wenn ich einmal vorläufig durchzähle hätten wir


    - drei Interessenbekundungen für Gütersloh
    - sechs Interessenbekundungen für Heidelberg
    - fünf allgemeine Interessenbekundungen (wobei ich bei den dreien, die als Wohnort BW angegeben haben, auch eher HD als Gütersloh als präferierten Ort annehmen würde)


    Aktueller Stand:


    13 x HD, 8 x allgemeines Interesse, 5 x Gütersloh.


    Gibt es logistische Ressourcen in der Heidelberger Gegend? Also: Brauchbarer Unterrichtsraum mit unproblematischer Verpflegung / Unterkunft für Anreisende.

    Also zunächst war das Thema Videokonferenz nur "für mich" gedacht. Eine gewisse Vertraulichkeit - wenn natürlich auch eingeschränkt - entsteht vielleicht über das Forum, gerade über verifizierte User, sprich Leute aus dem Blogbereich.


    Ich meinte das auf keinen Fall im Sinne eines konkreten Misstrauens!


    Eine eventuelle Platzierung bei mir auf der Arbeit könnte ich mir dann danach vorstellen. Sowas ist halt ein riesen Thema im Bereich Crew Ressource Management. Da muss ich aber erstmal beurteilen, ob das dann passen würde oder ob es zu Rettungsdienstspezifisch ist. Das würde ich dann über einen persönlichen Kontakt mit dir klären


    Lass uns darüber gerne sprechen. Das Thema als solches ist ja nicht rettungsdienstspezifisch. Was Dein Arbeitsumfeld angeht, fehlen mir Erfahrungen, aber generell kann ich sagen: Vorwürfe kommen in erstaunlich vielen Bereichen vor ;).

    Zusätzliche Teilnehmer durch Videokonferenz realistisch?


    Da könnte ich womöglich technisch unterstützen, falls da Interesse/Bedarf herrscht.


    Danke, sehr nett von Euch! Aus Erfahrung denke ich allerdings: Das Thema ist sensibel, und ein solcher Workshop lebt auch davon, dass offen gesprochen wird. Das setzt eine gewisse Vertraulichkeit voraus, und deshalb sind Aufzeichnungen / Übertragungen an ein "unsichtbares" Publikum nicht so günstig.



    vielleicht gäbe es ein Szenario, sowas sogar innerhalb meiner Firma vorzutragen.


    Auch darüber können wir gerne sprechen.

    Thomas und ich haben zwischenzeitlich besprochen, dass wir gerne einen Testballon für ein solches Seminar starten werden. Eine erste Voranfrage in Richtung Gütersloh habe ich in der letzten Woche gestartet, weil dort eine gute Infrastruktur zur Verfügung steht. Als Ausrichtungsort für einen zweiten Durchlauf kommt voraussichtlich die Gegend um Heidelberg in Frage.


    Angedacht ist ein Workshop in der Größenordnung von einem halben bis einem Dreivierteltag mit einer Teilnehmerzahl von höchstens 20, eher weniger. Das ist aber auch von den örtilchen Verhältnissen abhängig.


    Besteht nach wie vor Interesse? Welche Themen sind für Euch interessant?

    Vielleicht sollte das man jedem selbst überlassen, je nach Möglichkeiten jeden einzelnen, mir reicht ne Frühstückspension oder ein Gasthof. Keine Ahnung was da zusammen passen könnte mit dem "Veranstaltungsraum" (oder doch davon getrennt)


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    Klar, natürlich muss das so sein. Wie gesagt, ich versuche nur mal Rahmen abzuschätzen. Dass es vermutlich eher keine 5-Sterne-Bude in Hamburg wird, liegt nahe.

    Fahrtkosten. Ansonsten kommt es natürlich auf die Qualität des Vortrags an. :bye2:


    Scherz beiseite. Das ist, finde ich, ein bisschen schwer zu sagen. Wie lang soll das Seminar dauern? wie ist es gegliedert? Bauen wir direkt ein User - Treffen drum herum? Sind dann Übernachtungen nötig /möglich /erwünscht? Wer trägt was vor? Was will das Dozent?


    Dem möglichen Rahmen versuche ich mich ja auf diesem Wege anzunähern ;). Richtig echt geschäftsmäßig kalkulieren kann man das für so eine Forenaktion ohnehin nicht.



    Moin.
    Da ich warscheinlich wie immer Selbstzahler mit ein bis zwei Übernachtungen bin, schmeiß ich jetzt mal eine Zahl in den Raum... max. 50 Euro für den offiziellen Teil (so 4-6 h/ falls das in etwa realistisch ist)
    Grüße Dani


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    Okay, und was dürfen die Übernachtungen kosten? Das spielt ja bei der Ortssuche dann auch noch mit rein.

    Eigentlich wollte ich ja primär Dir zuhören, würde aber natürlich auch mitwirken ... "Geeignet" wäre sicher alles, was sich aus der Landeshauptstadt des Ländles binnen 1-2h mit dem Auto oder auch einer Bahnfernverbindung ohne Umsteigen erreichen lässt. Je eher man das Vorplanen kann und je weiter der Termin außerhalb üblicher Arbeitszeiten (in dem Fall dann wohl: am Wochenende) liegt (und je mehr sich damit ggf. verbinden lässt), desto eher darf es auch weiter sein. Nördlich und östlich von NRW wird es dann aber in der Regel anstrengend. :)


    Also Westerland hat ja auch einen Flughafen ;).