Beiträge von Johannes D.

    Ist ja eine komische Regelung. Hierzulande hat man das Ruhestandsalter der Beamten entsprechend dem Renteneintrittsalter angehoben, so dass Beamte ebenfalls mit 67 (statt 65) in Ruhestand gehen, Einsatzbeamte bei Polizei und Feuerwehr demnach mit 62 (statt 60).

    Erfreulich, dass trotz der gestiegenen Ansprüche eine ehrenamtliche oder Nebentätigkeit im Rettungsdienst (jetzt als Notfallsanitäter) weiterhin gut möglich ist.

    Ich bin aus berufspolitischer Sicht kein Freund vom Ehrenamt im Rettungsdienst und habe hier im Bereich damit auch sehr wenig zu tun, außer von klassischen ehrenamtlichen Domänen wie Veranstaltungsbetreuung, wo ich für "meinen" Verein auch selbst noch ehrenamtlich tätig bin, aber ich denke ehrlich, dass man den Beruf, wenn man ihn erlernt und eine Zeit lang ausgeübt hat, auch gut in Teilzeit weiter machen kann und kenne viele Leute, die das tun. Manche arbeiten an Rettungsdienstschulen, in Notaufnahmen, als Physiotherapeut oder haben nicht-medizinisch studiert und arbeiten in dem jeweiligen Job und fahren noch ab und an, und ich habe nicht den Eindruck, dass sie weniger fit sind, als sie früher waren.


    Und Hand auf's Herz, bei den Berufsfeuerwehren, die im Rettungsdienst tätig sind, fahren die Beamten des mittleren Dienstes nicht ein bisschen RTW, sondern in aller Regel etwa die Hälfte ihrer regelmäßigen Arbeitszeit. Und auch wenn es jetzt wieder lokal geprägt sein mag, sie fahren auch eher RTW/NEF und nicht KTW oder MZF, sodass sie in den Städten, in denen das so ist, vermutlich genauso viele Notfalleinsätze pro Jahr sehen dürften, wie die Kollegen, die parallel bei den anderen Organisationen in der gleichen Stadt fahren. Das mit 1-2 mal Wochenende pro Monat ehrenamtlich zu vergleichen, halte ich für sehr gewagt.

    "Und der NotSan hat bei einer BF mMn nichts mehr zu suchen. Die Zeiten sind endgültig vorbei."


    Wenn für jedes mal, wann das einer gesagt hat, ein HiOrg / Privater RTW an die BF / Kreisrettung gegangen wäre, gäbe es keine mehr. Alte Kollegen erzählen lange Geschichten davon, wie man sich mit der Einführung des Rettungsassistenten sicher war, dass genau das passieren wird.


    Ich glaube eher, dass der Wandel, dass die Rettung bei den Berufsfeuerwehren immer mehr Bedeutung bekommt, weiter geht. Es wird wieder von der lokalen Perspektive abhängen, aber hier zu lande sieht man es immer mehr. Viele Retter, die etwas mit Feuerwehr anfangen können, wechseln aufgrund der Verbeamtung und insgesamt besserer Perspektiven. In vielen Berufsfeuerwehren wird die Beförderung immer mehr von der rettungsdienstlichen Qualifikation abhängig. Kiel beispielsweise befördert mit NotSan bis zum Hauptbrandmeister in der minimalen Zeit durch um für Kollegen mit rettungsdienstlichem Interesse attraktiv zu werden.


    Und es gibt genug Städte, die den Rettungsdienst auch in Bezug auf Führung und Verwaltung vollständig unter der Feuerwehr organisiert haben. Das wird sich nicht so leicht trennen.


    Und bitte kommt jetzt nicht mit der ewigen Mär, dass ein Erwachsener sich nicht in zwei Jobs fit halten könnte. Das mag den einzelnen überfordern, für den wäre es dann falsch dort zu sein. Aber es gibt so viele Menschen, die neben der Tätigkeit andere Jobs, die teils auch deutlich anspruchsvoller und unterschiedlicher sind als die Tätigkeit bei einer Berufsfeuerwehr, die viele Schnittmengen hat, mit guter Performance ausüben.

    Aber das Konstrukt ist ja nicht neu, sondern wird seit Jahren durchgeführt. Der o.g. Rahmenlehrplan ist von 2015. Insofern empfinde ich die Entrüstung als einigermaßen wohlfeil.

    In Schleswig-Holstein macht man das nicht so. Und ich habe gerade hier tatsächlich das erste mal davon gehört. Und das NRW eine gewisse Historie mit dem Versuch der Aushöhlung des NotSanG hat, entschuldigt das jetzt auch nicht.

    Nein? Wie kommst du drauf? Ich finde das auch vollkommen sinnfrei, aber das geht natürlich.


    Die Verkürzung der Ausbildung bedarf einer gesetzlichen Grundlage. Die Feuerwehrverbände haben seinerzeit einen riesige Wirbel gemacht, um eine Verkürzung durch die Berufsfeuerwehrausbildung in das Gesetz zu kriegen - und sind gescheitert. Sich dies nun über den §9 (Anerkennung gleichwertiger Ausbildungen) zurechtzubiegen ist mindestens gegen das Interesse des Gesetzgebers, der dies ja explizit nicht aufgenommen hat. Ob es die Voraussetzung nach §9 überhaupt erfüllt, finde ich auch ein wenig zweifelhaft. Der Rettungssanitäter ist grundsätzlich erstmal raus, da er keine Ausbildung ist. Diesen als Teil der Berufsfeuerausbildung zu sehen und dann anzurechnen halte ich für... mindestens schwierig. Aber da werden sich unsere Juristen wohl besser auskennen?

    Is klar, Argumente aus, ab in die persönliche Attacke. Halte ich aus. Langfristig erledigen sich auch mal Dinge von ganz allein...

    Liest du deine Texte eigentlich ab und an mal selbst durch? Wenn nein, würde ich dir das mal nahelegen.


    Du wirfst mir vor, mir seien die Argumente ausgegangen, nachdem ich dich unter Nennung der anzuwendenen Richtlinie auffordere, doch bitte deine, da sie der üblichen Praxis der Krankenkassen stark widersprechenden, meiner Meinung nach sehr unglaubwürdige Meinung, in SH würden die KK bei der Verordnung eines Transports im Nachhinein von einer Bescheinigung der etwaigen Möglichkeit einer Indikation ausgeht und diese deswegen erfolgen müsste, mit eine Quelle die über seine Ansicht / Meinung hinausgeht?


    Du hast bislang ausschließlich persönliche Angriffe formuliert 'das kannst du ex-post gar nicht beurteilen', 'so kann man auch Medizin machen' und hast bislang nicht einen einzigen Fakt vorgebracht, der sich irgendwie belegen oder zumindest rational nachvollziehen lässt.


    Du hast lediglich deine Meinung als Faktum verkleidet, wie die Welt sein müsste, damit dein Job maximal bequem für dich wäre. Und wenn man ganz kurz drüber nachdenkt, kann deine Meinung, dass jemand verpflichtet wäre, eine Notwendigkeit zu attestieren, die offensichtlich nicht der Fall war, weil dies aber nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden kann, selbst mit dem geringsten Rechtsgefühl als falsch verworfen werden.


    Und es steht es auch in der KTRL des GBA, dass die Indikation ärztlich bestätigt wird und nicht, dass der Arzt eine Indikation nicht mit absoluter Sicherheit ausschließen kann. Und es ist gänzlich unerheblich, ob du je davon gehört hast, wie du oben schriebst, dass es zu Regressen kam. Denn du bist davon gar nicht der Adressat. Ich habe, zugegeben, bei Entlassfahrten (wie gesagt, für Notfälle müssen wir hier auch keine ausstellen, ergo kann es keine Rückfragen geben), sehr wohl schon Stellungnahmen formuliert, warum ich diese mit dem entsprechenden Transportmittel verordnet habe. Und diese muss ich, in Gegensatz zu der hier vom RTW geforderten, auch tatsächlich schreiben.


    Faktisch geht man in Alltag natürlich großzügig mit der Bescheinigung in, weil es Stress verursacht. Aber da gibt es Grenzen. Und wenn jemand Stellungnahmen fordert und eher.. nicht zutreffende Regeln einfordert, wird der sehr schnell ein hartes Echo provozieren. Und selbstverständlich merkt man sich so ein Verhalten.

    Stimmt grundsätzlich wohl. Da selbst in Schleswig-Holstein die Krankenkassen als Kostenträger von einer ”kann gewesen sein Bescheinigung” in diesen Fällen ausgehen und solche Verordnungen in Praxis problemlos akzeptieren, verlagert aber eine Nichtunterschrift einer TV in der aufnehmenden Einrichtung nur das Problem auf die Leistungserbringer des Rettungsdienst bzw. auf die betroffenen Patienten....So kann man natürlich auch im Gesundheitswesen agieren....

    Ist das deine persönliche Weltanschauung oder gibt es dafür belegbare Quellen? Ich würde die KTRL des GBA da dezent anders lesen.


    Und letztlich ist das die Reaktion, die man sich mit "der Erlass sagt, du musst mit eine detaillierte Stellungnahme schreiben!" und "das kannst du sich ex-post gar nicht beurteilen", redlich verdient.


    Ich bin zu alt, um mich von irgendwelchen das steht in der DA 02-3 Sprüchen beeindrucken zu lassen. Und mit solchen Nummern kann man auch nur blutige Anfänger kriegen. Gerätst du damit an einen, der sich auskennt, machst du dir im Zweifel langfristig das Leben ziemlich schwer.

    Nun ja, wie will man denn ex-post in der Klinik die Situation ex-ante beurteilen können/wollen.... Wenn die Rettungsdienste die zahlreichen Krankenhausentlassungen ”wegen fehlender medizinischer Indikation” unterlassen würden und gemäß SOP den Transport dann auch nicht durchführen würden, dann wäre wohl mal ordentlich Stimmung in der Bude...Soweit mir bekannt, werden Kliniken in Deutschland für ausgestellte Transportverordnungen (weder für die nachträglich erstellten VO für die Zuführungen durch den Rettungsdienst, noch für die vielen sinnfreien Entlassungen mit dem KTW) nicht in Regress genommen.

    Wenn ich es ex-post nicht beurteilen kann, muss ich es auch nicht unterschreiben. Und auch wenn es häufig genug Unsinn ist: eine ärztliche Anordnung zu ignorieren, was eine unterschriebene TVO ja nunmal ist, deckt die SOP in SH nicht ab. Aber wie gesagt, die Notfallrettung braucht hier auch keinen Schein.

    Ich wüsste nicht, welcher Erlass mich als Arzt zwingen würde oder könnte, einem RTW irgendeine Stellungnahme abzugeben. Ehrlich gesagt, würde ich jemandem, der das fordert allenfalls freundlich zum gehen fordern, aber dann ganz sicher nichts mehr unterschreiben. Und wenn sie Klinik das möchte, ist es im Zweifel auch mit dem Halbsatz "fehlende medizinische Indikation" getan. Glücklicherweise gibt's den Zirkus bei uns nicht, zum einen benötigt ein Notfall keine TVO, um anderen haben die NotSan eine SOP, um Patienten zu Hause zu lassen.

    Vielleicht bin ich jetzt völlig neben der Spur, aber der Beitrag vom Focus fasst nur den Link auf Reddit zusammen und da lese ich ausschließlich Behauptungen einer unzufriedenen Patientin. Oder habe ich etwas überlesen? Die Kommentare sind ja recht... umfangreich und inhaltlich wenig ergiebig.


    Gab es irgendwo überprüfbare Fakten? Kam die Gegenseite zu Wort?


    Andernfalls finde ich, dass hier etwas vorschnell über den Fall geurteilt wird. Wenn ich meine persönlichen Erfahrungen mit Beschwerden (ja, ich gebe zu, die gab es, wenn auch eher im Rettungsdienst als RettAss/NFS) mal übertrage, dann sind solche Beschwerden oft nicht mit den überprüfbaren Fakten oder gar dem Erleben des Personals vor Ort überein zu bringen.

    Gestern hat es in einem Bericht geheißen, dass die Reform Kosten sparen soll. Der Austausch eines Akademikers durch einen anderen ist maximal kostenneutral, spart aber halt nichts.

    In diesem Fall wäre es recht deutlich kostensteigernd, da die gesamten Strukturen für diesen Studiengang aufgebaut werden müssten und das ja mit einer sehr erheblichen Kapazität dürfte das eine recht massive Investition erfordern.



    Der relevanteste Punkt ist am Ende aber auch, dass man Patienten dazu "zwingt", das Patienten, die nach rationalen Erwägungen unbesorgt bis zum Hausarztbesuch am nächsten Wetktag warten können, selbst wenn es unbequem ist, dies auch tun. Das würde die meisten Probleme der Notfallmedizin in unserem Staat lösen. Freunde findet man damit politisch aber eher nicht, weswegen ich da weiterhin schwarz sehe.

    Das liest sich ziemlich gut erstmal. Ich bin gespannt auf
    - den ersten öffentlichen Referentenentwurf

    - das tatsächliche Gesetz, nachdem alle ihre Partikularinteressen unter Einsatz von allen Registern (inkl. billigem Populismus) eingebracht haben.


    Ich bin gespannt aufs RD Eckpunktepapier! :)

    In dem zweiten verlinkten Dokument sind die Reformpläne für den Rettungsdienst aufgeführt. Die studierten Notfallsanitäter sind wieder verschwunden oder ich habe sie überlesen.


    Ich verstehe den Ansatz, aber das ist so leider nicht richtig. Eine Einweisung kann sehr wohl telefonisch erfolgen. Und der Bereitschaftsarzt kann auch entscheiden, dass er einen Patienten an den Hausarzt verweist oder es schlicht als nicht dringend einstuft und auf seinen Hausarzt verweist. Solange der RD sich dieses Recht nicht nimmt, kann der Patient dann immer noch den Rettungsdienst rufen und zu dessen "Problem" werden.


    Zum Zweiten: dafür bräuchte es schlicht eine vereinheitlichte Online-Terminvereinbarung. Dann ist es am Ende egal, wer da reinschaut, dass man das über eine zentrale medizinische Hotline macht, wie zum Beispiel der 116117 erscheint mir sehr sinnvoll. Solange aber jede Praxis entweder abtelefoniert werden muss oder eine individuelle Online-Lösung vorhält, ist das ein kaum zu erbringender Aufwand. Für den Patienten aber auch, wenn er einfach nur einen "XY-Facharzt" sucht und nicht individuell bei einem spezifischen einen Termin will. Die Doctolib-App ist ein Ansatz in diese Richtung. Und man kann auch in digitalen Lösungen hinterlegen, dass man keine neuen Patienten aufnimmt. Die Aufhebung bzw. Lockerung der Organisations- und Vergütungsmodelle, die zu diesem Problem geführt haben, wäre ein tatsächlich hilfreicher, politischer Schritt.

    Ich durfte die Leitstelle in Copenhagen kennenlernen und dort setzte man 2015/16 auf Paramediciner und Pflegefachleute, da man eine bessere Dispositionsqualität erzielen konnte.

    Soweit ich mich erinnere hat man eine abgewandelte Form des Norwegischen Abfragekatalogs in Kombination mit dem Fachpersonal verwendet.

    Auch die Integration der Gesundheitshotline hat eine Entlastung des Rettungsdienstes gebracht.


    Am Ende käme man noch darauf, dass der extreme Anstieg der Dispositionen nach Einführung der Fragenkataloge mit einer beträchtlichen Überdisposition zu tun hat, und die vorherige Abfrage durch Profis und deren eigene Entscheidungsfindung n aller Regel treffsicherer war, wenn man nicht nur Unterdisposition, sondern auch extrapolierte Überdisposition berücksichtigt.

    [...]

    Die SOP machen Vorgabe für durchzuführende Maßnahmen, wenn Rettungsfachpersonal - vorwiegend Notfallsanitäter - ohne ärztliche Leitung Behandlungen vornehmen müssen. Mir wäre neu, dass sich SOPs an das Personal der Leitstellen richten.

    [...]

    Der Begriff SOP ist keineswegs so eng, wie du ihn hier siehst. Das Ding heißt "standard operating procedure" und ist ein Instrument des Qualitätsmanagements und kommt damit ursprünglich aus der Insustrie. In den meisten Bereichen wird es nur übersetzt und heißt dann Verfahrensanweisung, Dienstanweisung (o.ä.).


    Im medizinischen Bereich wird es gern als Anglizismus geführt, betrifft aber keineswegs nur den Rettungsdienst. Für mich als Arzt gibt es in meinem Tätigkeitsfeld einen Haufen SOPs, für die Pflege, sogar für die Reinigungskräfte. Offensichtlich betreffen nicht alle nur medizinische Themen (z.B. wie putze ich wann einen OP Saal, wer ruft wen an, wenn was passiert, wer muss welche Abrechnungscodes wann verschlüsseln). Es ist absolut vorstellbar, dass man es auf Leitstellen auch so nennt.

    Natürlich werden in der Arztschule und in der Klinikassistentenzeit die Grundlagen gelegt.

    Dennoch gibt es viele Dinge die dort nicht grundlegend vermittelt werden können und wo es vom Interesse des NA abhängt ob er sich bestimmtes Wissen aneignet. Das fängt bei der Intubation an, geht weiter zum i.o. Zugang und endet bei Entscheidungen zur techn. Rettung.

    Ich wage zu bezweifeln das die als Freelancer tätigen NA bspw. wirklich allesamt die Disziplin haben sich beim Dienstantritt auf der NA-Wache Hintertupf mit den regionalen Versorgungsstrukturen vertraut zu machen.

    Dir ist aber grundsätzlich bekannt, dass bestimmte Maßnahmen und die Sicherheit in ihrer Ausführung für die Anmeldung zur Prüfung für die Zusatzbezeichnung nachgewiesen werden müssen? Natürlich wird da vereinzelt mal ein Problem auftreten, das etwas bescheinigt wurde, was vielleicht noch nicht hätte bescheinigt werden sollen, und natürlich dürfte die eine oder andere Zahl größer sein, aber das ist leider in allen Berufsgruppen gleich...


    Da ist jetzt ein bisschen viel Meinung und etwas wenig Ahnung.

    Ich finde den Punkt, den du da machst, auch sehr kurios. Es ist in meiner Region extrem schwer, einen Patienten primär in die Psychiatrie zu bekommen, ohne vorher in einem somatischen Haus gewesen zu sein. Gefühlt reicht da schon einmalige Epistaxis in der Anamnese der letzten zehn Jahre aus, damit die Pforte dicht ist.


    Ziemlich unglaublich, dass so viele Leute den Fall falsch eingeschätzt haben. Eine unwillige NEF Besatzung, eine unwillige rtw Besatzung, ein Satz genervte Angehörige und eine desinteressierte Polizeistreife / Ordnungsbeamte für die Einweisung kann ich mir alle einzeln gut und leicht vorstellen, bei einer zu leichtfertig aufnehmenden Psychiatrie wird es schon schwerer, aber alles zusammen ist schon schwierig. Es wäre schon sehr spannend, wie es vor Ort wirklich war. Eventuell gibt es hier ja noch nicht beleuchtete Faktoren, die dieses Ergebnis begünstigt haben. Dennoch darf das natürlich nicht so ausgehen, das ist völlig unstrittig.

    Ich glaube, dass einzig besondere ist, dass im Rettungsdienst ein Teil (!) der Belegschaft immer noch fest glaubt, dass jemand anders vollständig für ihr Handeln verantwortlich ist. Das Befugnisse und Verantwortung grundsätzlich erstmal Hand in Hand gehen, haben zwar inzwischen mehr Leute verstanden, aber längst nicht alle.


    Vielleicht bin ich wieder ein bisschen positiver, wenn die letzten Überleitungskurse durch sind. Was da so an Meinungen geäußert wird, desillusioniert einen mehr als nur ein bisschen. Das war zwischenzeitlich wirklich schon mal besser.

    Gehen wir mal kurz von Ibuprofen 600 mg aus, dann sind wir in der Verschreibungspflicht. Wie konkret muss das denn ablaufen, damit es rechtlich in Ordnung ist, und wer genau macht sich da strafbar?


    Denn mal kurz Hand aufs Herz, es wird im Nachgang sehr schwer nachvollziehbar sein, ob die Bestellung konkret für Herrn Mustermann, Frau Brömmelkamp oder den Stationsbedarf war, die elektronische Eingabe wird sowieso zunächst für die ganze Klinik gestellt und dann intern verteilt. Und welche der 300 Packungen jetzt für wen war, ist sehr schwer konkret nachverfolgbar...

    Warum man es so frei überträgt, werte ich auch eher als Überreaktion. Aber ich habe den Artikel verlinkt und Kollegen gefragt, die KV in Schleswig-Holstein hat ihren Poolärzten, auch dem Fahrdienst, der die überwiegende Mehrheit stellt und hier wie oben von mir beschrieben organisiert ist, zum 31.12.2023 gekündigt. Und das wird schon nachhaltig recht deutliche Folgen haben.