Wir könnten, statt Geld beim Personal und bei den Arbeitsbedingungen, also bei der Arbeit am Patienten zu sparen, stattdessen in der Verwaltung Geld sparen. Abschaffen von 92 der 93 gesetzlichen Krankenkassen und bzw. Zusammenlegen zu einer. Dies muss mit einer entsprechenden Verschlankung der Verwaltungs- und Vorstandsstrukturen, Immobilien etc. einhergehen. Dies dürfte eine erhebliche Menge Geld einsparen.
Wir sollten gesetzlich alle Gewinne abschöpfen, die im Gesundheitswesen erwirtschaftet werden in einem Bereich, in dem Gelder der Krankenkassen beteiligt sind. Das Geld des Gesundheitswesens sollte nicht in Firmen und nicht in Aktiendividenden fließen. Da gehört es nicht hin, es muss zum Patienten.
Im Gesundheitssystem selbst:
Weiterhin strengere Regulation im Bereich der freien Arztwahl. Es soll Patienten weiterhin frei stehen, ihren Arzt frei zu wählen und eine Zweitmeinung zu bekommen. Es sollte in einer Behandlung aber reguliert werden, dass im Rahmen dessen stattgefundene und durch den neuen Arzt auswertbare Untersuchungen nicht wiederholt werden. Weiterhin sollte die Anzahl der Zweitmeinungen als Kassenleistung begrenzt werden. Wenn die Meinungen der ersten z.B. vier Ärzte nicht passen, muss man die Meinung des fünften meiner Meinung nach eventuell selbst zahlen.
Schaffen der regelhaften Praxis der Abweisung bei missbräuchlicher Nutzung falscher Strukturen im Gesundheitswesen. Wir sollten regulieren, dass z.B. Notaufnahmen und Kliniken, aber auch Notdienste wie der Rettungsdienst und ärztliche Bereitschaftsdienst und Anlaufpraxen Patienten abweisen, die zu anderen Versorgungsgebieten gehören, oder die ohne weiteres auf reguläre Dienste außerhalb der Notdienstzeiten warten können.
Festlegen einer akzeptablen Fehlergrenze zur Abkehr von der Defensivmedizin. Das ist ein schwieriges Thema, ich weiß. Aber wir sollten politisch festlegen, dass eine 0% Fehlerquote nicht zu erreichen ist, und die Angst vor Fehlern dadurch zu reduzieren. Das kann dazu führen, dass wir uns von massiver Überdiagnostik abwenden und erhebliche Mittel einsparen.
Festlegung von nur "Schulmedizin" als Kassenleistung. Das hat nichts mit der Ablehnung von alternativen Heilmethoden zu tun, aber über Gelder der Krankenkassen sollte lediglich bezahlt werden, was gängige medizinische Praxis oder evidenzbasierte Medizin ist. Prinzipiell mit Fokus auf evidenzbasierter Medizin, aber es ist klar, dass Evidenzen in Bereichen mit lang etablierter Praxis und Maßnahmen, auf die aus ethischen Gründen nicht verzichtet werden kann, nicht generiert werden können.
Der obere Teil stellt allerdings vermutlich den wesentlichen Anteil dar. Aber damit müsste sich insgesamt erheblich Geld einsparen lassen.